Samstag, 23. September 2017

Populäre Irrtümer in der Kirche- Heilig und Profan

In dem Kompendium zeitgenössischer Häresien: "Credo. Glaube und Bekenntnis der Christen, Bd 1, 1987-Medienverbundprojekt zum Katholischen Erwachsenen-Katechismus lesen wir:"daß man die Welt fälschlich in göttliche und profane Bereiche einteilt. Das ist zwar für die übrigen Religionen typisch, sollte aber für das Christentum überwunden sein." (S.70) Daß die Unterscheidung von heilig und profan konstitutiv zum Wesen der Religion gehört, hat gerade der Religionsphilosoph  Mircea Eliade in seinen Werken fundiert. Wie soll nun das, was konstitutiv zur Religion gehört, der christlichen Religion nicht zu eigen sein. Das Typische der Religionen soll ihm fehlen? 
Das plumpe Argument lautet, daß Gott die ganze Welt erschuf und erhält, sodaß eigentlich alles gleichermaßen heilig und profan sei.Nur: wenn es nichts Heiliges gibt, dann kann es auch nichts Profanes mehr geben, denn das Heilige ist nur als Negation des Profanen und das Profane ist nur als Negation des Heiligen. 
Aber Gott ist zwar der Schöpfer aller Völker, indem er die Menschheit die Ordnung der Volkstümer gab, aber er hat nur ein Volk als das seinige erwählt, das Volk Israel und dann im neuen Bund die Kirche als sein Volk. So ist das Volk Israel und dann die Kirche das von Gott Geheiligte in dem Meer der profanen Völker. Gott selbst sonderte sein Volk aus der Reihe der Völker aus, wie er dann auch die Kirche aussonderte. Die Bibel kennt selbstverständlich heilige Orte. Hier ist heiliger Boden, heißt es etwa in 2.Mose 3,5, und selbstverständlich ist der Jerusalemer Tempel ein heiliger Ort, denn hier läßt Gott seinen Namen wohnen. Bei der Einweihung des Tempels durch König Salomo wird dies überdeutlich: Gott mag zwar überall präsent sein, aber für sein Volk ist er da, wo er es ihm verheißen hat: in seinem Tempel. Ein Tempel ist so nicht in erster Linie ein Versammlungsort, wo dann eine Religion praktiziert wird, sondern zuvörderst ist er der Ort der Anwesenheit Gottes. Nur darum werden dann da  Gottesdienste zelebriert. 
Das ewige Licht vor dem Tabernakel zeigt so uns an: Hier ist Gott selbst für uns gegenwärtig, hier wohnt er für uns als Anrufbarer! So konstituiert die Präsenz Gottes den heiligen Raum. Darum reinigte Jesus ja auch den Jerusalemer Tempel, weil das profane Tuen der Händler und Geldwechsler die Heiligkeit des Tempels bedroht- denn das Heilige wird durch das Profane kontaminiert.
Niemand hat etwas gegen  Eis essende Kinder einzuwenden, aber in der Kirche ist das Eisessen unerlaubt, obgleich das Eisessen doch nichts Unmoralisches oder Unanständiges ist. Es ist aber ein profanes Tuen und nur darum gehört es nicht in den heiligen Raum der Kirche.
Zur Eucharistie wird ein Kelch genommen, der nur für diesen heiligen Zweck benutzt wird, daß in ihm das Blut Christi nach der Wandlung sich befindet- und darum darf dieser Kelch nicht zum profanen Weintrinken benutzt werden. Denn Heiligkeit heißt hier a) daß der Kelch ausschließlich zur Eucharistiefeier benutzt wird und diese Absonderung von jedem profanen Gebrauch macht den Kelch zu einem heiligen, und b) daß dieser Kelch das Blut Christi auffängt, sodaß die Heiligkeit dieses Blutes auch den Kelch heiligt. Gäbe es diese Unterscheidung nicht, dann wäre das Trinken des Blutes Christi genauso ein profaner Akt wie das Trinken eines Glases Wein oder jedes Weintrinken wäre selbst ein so heiliger Akt wie das Trinken des Blutes Christi. 
Wo die zur Religion konstitutive Unterscheidung von heilig und profan genichtet wird, da wird Alles in ein graues Einerlei aufgelöst, in dem es dann auch keine Religion mehr gibt. Daß das Christentum keine Religion mehr sein soll, sondern sich umwandelt in einen theozentrisch fundierten Humanismus, das ist dabei das Anliegen dieser Modernisierung. Dietrich Bonhoeffer gilt dabei als einer der Begründer dieser Entreligionisierung des christlichen Glaubens, daß es eigentlich nur um die zu praktizierende Nächstenliebe und sonst nichts gehe. Aber wenn die Religion nichts Heiliges mehr kennt, dann kann die Welt auch nicht mehr profan sein.  

Merke: "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich gegenwärtig." Diese Zusage Jesu Christi ist nicht die Zusage, auf die hin sich die Gemeinde in der Kirche zur Meßfeier versammelt, denn die Gemeinde versammelt sich dort in der Kirche zum Gottesdienst, weil Gott da immer schon gegenwärtig für uns ist. Die Präsens Gottes im Tabernakel macht die Kirche zum heiligen Ort, zu dem dann die Menschen kommen.      

Freitag, 22. September 2017

Gott- allein Herr über Leben und Tod? Oder wie man den Staat delegitimiert!

"Diese Regelung widerspricht diametral der katholischen Lehre, nach der allein Gott der Herr über Leben und Tod des Menschen ist." Diesen Satz schrieb Hubert Hecker in seinem Gastkommentar zur Euthanasiepraxis des belgischen Hospitalordens: "Brüder der Liebe" auf Katholisch info am 21.9. 2017.Aber: Daß Gott allein der Herr über Leben und Tod sei, diese Aussage ist genauso unwahr wie die, daß weil Gott allein Sünden vergeben könne, der Priester im Beichtstuhl dies nicht könne. Gott hat der Kirche die Vollmacht zur Sündenvergebung gegeben. In der Priesterweihe wird dem Weihekandidaten diese Vollmacht dann übertragen. Der Priester bittet im Beichtsakrament nicht Gott darum, daß er dem reuigen Sünder vergeben möge, sondern vollmächtig spricht er den Beichtenden von der Sünde frei. 
(Die Reformation beseitigte dann das Sakrament der Beichte durch die Vorstellung, daß wenn der Sünder dem vom Pfarrer gepredigten Evangelium, daß Christus für seine Sünden gestorben sei, glaubt, ihm vergeben ist.So kann es da keine sakramentale Sündenvergebung mehr geben.)
Das, was Gott allein zukommt, die Sünden zu vergeben, daran gibt er seiner Kirche Anteil durch das Sakrament der Weihe zum Priester und das Beichtsakrament. So gibt Gott auch der Institution des Staates das Schwert,damit der Staat durch das Schwert die Welt regiert. Diese Schwertgewalt ist das Recht, über Leben und Tod von Menschen entscheiden zu können. So hat der Staat das Recht, gerechte Kriege zu führen und die Todesstrafe zu verhängen. 
Dies Recht über Menschenleben kann der Staat nur legitim ausüben, weil er das Recht dazu von Gott selbst zugeteilt bekommen hat. Das ist der Sinn der Aussage, daß alle staatliche Gewalt von Gott ist.(Vgl dazu Röm 13,1: "Jedermann sei den obrigkeitlichen Gewalten unterthan; denn es gibt keine Gewalt außer von Gott, die aber, welche bestehen, sind von Gott gesetzt."  (ÜbersetzungAugustin Arndt SJ, 1903 nach der Vulgata).
So hat die Kirche stets in der Lehre vom gerechten Krieg und in der prinzipiellen Bejahung der Todesstrafe anerkannt, daß Gott selbst dem Staat dies Recht erteilt hat. Gott hat die Ordnung des Staates geschaffen als Schwertgewalt, damit er um des Friedens willen auch Kriege führen  und um der Gerechtigkeit willen auch die Todesstrafe ausüben darf . 
Es ist keine historische Zufälligkeit, daß Gott Jesus Christus durch den Römischen Staat in der Amtsperson des Pontius Pilatus kreuzigen ließ. Rein theoretisch hätte Gott ja auch zulassen können, daß sein Sohn wie der Diakon Stephanus von Juden gesteinigt worden wäre, um ihn dann nach 3 Tagen aufzuerwecken. Daß Gott aber die Römische Staatsgewalt in den Dienst nahm, um die Kreuzigung zu vollziehen, hat für die christliche  Lehre vom Staat eminente Bedeutung. Gott wirkt die Versöhnung durch das Kreuzaltaropfer Jesu Christi nicht ohne eine Mitwirkung des Staates, weil Gott selbst die Ordnung des Staates als Schwertgewalt um der Gerechtigkeit willen eingesetzt hat. Die Staatsgewalt erhält so durch ihr Mitwirken am Kreuzaltaropfer ihre göttliche Legitimität als Schwertgewalt. Darum sagt ja auch Jesus zu Pilatus: Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht von oben herab gegeben wäre".(Joh, 19,11). Von oben bedeutet im Johannesevangelium immer: von Gott her! Diese Macht ist die staatliche Vollmacht, über das Leben des angeklagten Jesus Christus entscheiden zu haben, ihn für unschuldig zu erklären und ihn frei zu lassen oder ihn zu Tode zu verurteilen. 
Davila urteilt leider treffend: "Für den Christen von heute war die Kreuzigung ein bedauerlicher Justizirrtum." Nicolas Gomes Davila, Es genügt, dass die Schönheit unseren Überdruss streift...2017, S.115. Aber dieser Justiziirtum war genau Gottes Wille. Pilatus tat, was Gott genau von ihm wollte. Und so kann Pilatus Urteil kein einfacher Justizirrtum gewesen sein. Wenn der Sohn Gottes alle Sünden auf sich nahm, dann kreuzigte Pilatus Jesus Christus im Sinne der Gerechtigkeit Gottes. 
"Betrachte, meine Seele,die strenge Gerechtigkeit Gottes in Jesus Christus.-Warum verurteilte er wohl seinen Sohn des Todes, und zwar eines so grausamen, schmählichen Todes zu sterben?-Wegen der Sünden der ganzen Welt.-Aber das waren ja nicht seine Sünden. Man ladet sie auf seine Schultern, und er bezahlt sie.-Aber Jesus ist doch die Unschuld, die Heiligkeit selbst. -Umsonst! Er trägt die Schuld fremder Sünden, und dieses ist hinreichend ,daß er gekreuzigt wird."
Michael Sintzel, Maria, meine Zuflucht und mein Trost, neue verbesserte Auflage, 1919, S.738.
Das kann auch paradoxer fomuliert werden: Der einzig ohne Sünder wird zum Träger aller menschlichen Sünden und so als der Sünder von Pilatus gerecht gekreuzigt, obgleich er sündlos war und ist. 
Wesentlich ist dabei für die christliche Lehre vom Staat, daß Gott selbst die Staatsgewalt mit ihrem Recht zur Todesstrafe in seinen Dienst der Gerechtigkeit stellt um des Heiles der Menschen willen. 

Zusatz:
Selbstredend kann der Staat seine von Gott legitimierte Staatsgewalt als Recht über Leben und Tod von Menschen auch mißbrauchen, das ekletanteste Beispiel dafür ist die Abtreibungspraxis in dem angeblich von christlichen Werten mitbestimmten Europa, aber der Mißbrauch beseitigt nicht die Legitimität der Staatsgewalt über Leben und Tod!          

Donnerstag, 21. September 2017

Papst Franziskus räumt auf

"Franziskus schleift durch seinen jüngsten Erlass mit dem lateinischen Titel "Summa familiae cura" (Die größte Sorge um die Familie) eine Hochburg seiner Kritiker in Sachen Ehe und Familie. Das von Johannes Paul II. 1981 nach der ersten Bischofssynode über die Familie gegründete Institut galt zuletzt als Thinktank jener Theologen, die Franziskus' vorsichtige Öffnung im Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen als Verrat am Erbe Johannes Pauls II. und Widerspruch zum kirchlichen Lehramt betrachten." So offenherzig kommentiert Katholisch de den Papsterlaß "Summa familiae cura" am 20.9. des Jahres. Das von Johannes Paul II. gegründete Institut soll so auf Linie gebracht werden. Kritik verträgt dieser Papst eben nicht. 
"Hinter dem neuen Erlass des Papstes steht offenbar die Erkenntnis, dass das päpstliche Schreiben "Amoris laetitia" allein nicht ausreicht, um seinen moraltheologischen Paradigmenwechsel in der katholischen Kirche zum Durchbruch zu verhelfen."  Zu beachten ist dabei, daß wenn Kritiker im Namen der verbindlichen Lehre einen Bruch mit der Tradition durch "Amoris laetati" feststellen, dies verurteilt wird, wohingegen Befürworter ganz selbstverständlich von einem "Paradigmenwechsel" in der Moraltheologie der Kirche sprechen, was nichts anderes besagt, als daß man die Kontinuität der Lehre aufgeben will. 
Auf Kath net wird auf ein weiteres mögliche Anliegen der Schleifung dieses Institutes durch Papst Franziskus hingewiesen:"Eine mögliche Neuerung könnte eine Reinterpretation der Enzyklika „Humanae vitae“ sein, deren fünfzigjähriges Jubiläum die Kirche 2018 begeht. Die Lehren von Johannes Paul II. werden von Theologen als Haupthindernis für eine Abschwächung der Enzyklika gesehen."(20.9.2017) Es muß also viel Theologisches "entsorgt" werden, damit die Zulassung von Geschieden-Wiederverheirateten ohne den Verzicht auf den eheichen Verkehr in Einklang mit der bisherigen Lehre der Kirche zu bringen ist: Die bisher verbindliche Lehre ist eben so umzuinterpretieren, daß sie zu Papst Franziskus Reformanliegen paßt. Das ist nun die ehrwürdige Aufgabe des umbenannten Institutes, daß sie ihren eigenen Gründer jetzt zu widerlegen hat.
Aber es geht wohl noch um mehr als um die Geschieden-Wiederverheirateten, daß sie nun zur hl. Kommunion zulaßbar werden. Der Begriff des "Paradigmenwechsels" trifft das vortrefflich.Wikipedia erklärt den Begriff prägnant (Paradigmenwechsel):
"Der Ausdruck Paradigmenwechsel wurde 1962 von Thomas S. Kuhn geprägt und bezeichnet in dessen wissenschaftstheoretischen und wissenschaftshistorischen Schriften den Wandel grundlegender Rahmenbedingungen für einzelne wissenschaftliche Theorien, z. B. Voraussetzungen „in Bezug auf Begriffsbildung, Beobachtung und Apparaturen“, die Kuhn als Paradigmabezeichnet."
Es geht also nicht um die Änderung der materialen Aussagen der Lehre von der Familie bei einem Paradigmenwechsel, sondern die Kriteriologie, was sind die Bedingungen dafür, daß eine bestimmte Lehre als gültig im Raume der Katholischen Morallehre gelten kann, soll geändert werden. Papst Franziskus benennt dann auch das Neue dieser Kriteriologie! 
"Der Glaube solle in einem Kontext interpretiert werden, der die „komplexen Realitäten“ berücksichtige und „nicht auf die pastorale und missionarische Praxis“ der Vergangenheit beschränkt sei." Kath net vom 20.9. Die " komplexen Realitäten" sollen so zu einem Kriterium der normativen Aussagen der Katholischen Morallehre werden. Da die Realität der Familie sich geändert hat, muß eben auch die Praxis der Kirche sich ändern- das ist der Paradigmenwechsel, wenn man sich dabei vor Augen hält, daß eben auch die Morallehre der Kirche zugunsten der veränderten Realität geändert werden muß- am besten wohl im Geiste des Radio Eriwan-Prinzipes:
Im Prinzip ändert sich nichts, aber in Einzelfällen muß die Norm der Realität angepaßt werden. Leben die Menschen im Einzelfall nicht gemäß der Morallehre, dann wird eben die Morallehre dieser Einzelfallpraxis angepaßt. 
Davila hat in einem Aphorismus dieses neue moraltheologische Paradigma auf den Punkt gebracht:
"Nachdem sie es nicht erreicht hat, dass die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren." Nicolas Gomez Davila, Es genügt, dass die Schönheit unseren Überdruss streift...2017, S.113  

Mittwoch, 20. September 2017

Großbritannien: Das Christentum versickert

"Zwar bezeichnen sich einer Umfrage zufolge noch 51 Prozent der Bevölkerung als „christlich“. Doch nur noch sechs Prozent der Bevölkerung ist praktizierend." Unter der Überschrift: "Großbritanien: Das Christentum versickert" las man  das  auf Kath net am 19.9.2017.So kommentiert man das in der Anglikanischen Kirche:
"Rachel Jordan, Evangelisierungsbeauftragte der anglikanischen Kirche, erläuterte dazu nach Angaben des „Telegraph“: „Wir sind wirklich glücklich darüber, dass es in unserem Land Menschen gibt, die sich noch als christlich und als der ‚Kirche von England‘ zugehörig bezeichnen, obwohl sie sich praktisch nie dafür entscheiden, unsere Kirchen zu besuchen.“ 
Es reicht doch, wenn sich noch 51 Prozent als kirchenzugehörig bezeichnen, auch wenn dann die Allermeisten ihre Kirchenzugehörigkeit nicht praktizieren. Diesem Urteil würde sicher die Katholische Bischofskonferenz und die EKD zustimmen, dabei auf die steigenden Kirchensteuereinnahmen verweisend ausrufen: Alles in Ordnung! 
Befrüge man nun die nachkonziliare Katholische Theologie und die der Anglikaner und Protestanten auf die Frage hin, wozu es denn notwendig sei, den Glauben zu praktizieren, erhielte man- bei genauester Lektüre- die verblüffend enttäuschende Antwort: Gott liebt jeden so, wie er ist, er nimmt ihn an, so wie er ist usw usw, sodaß die Antwort lautet: Es ist unnötig, den Glauben zu praktizieren, ja, es ist gar unnötig, überhaupt zu glauben, denn Gott sagt zu allen Menschen, den Gläubigen wie zu den Ungläubigen sein Ja! 
Frägt man dann weiter, worin den die von Gott gewollte Lebenspraxis eines Gläubigen bestünde, so wird man noch enttäuschter belehrt, daß die nur darin besteht, wie ein politisch korrekter Gutmensch zu leben. Den Gottesdienst  zu besuchen, zu beten, die Bibel zu lesen, alle religiösen Praktiken sind mit Kant zu sprechen der "Afterdienst" der Kirche, aber gerade so für den modernen Christen  längst  der Teil des  längst überwundenen Kirchenglaubens.  
So seltsam es klingt, aber die große Mehrheit der Nichtpraktizierenden praktiziert genau das, was das moderne Chistentum lehrt als den aufgeklärten Glauben!   

Corollarium 1
Das "moderne Christentum" ist nur verstehbar als eine Reaktion auf den innerchristlichen Religionskrieg des 17.Jahrhundertes als die Reduktion der christlichen Religion auf das Vernünftige also die natürliche Religion, der gegenüber der Glaube der christlichen Konfessionskirchen als Depravation verurteilt wurde, damit alle innerchristlichen Glaubensdifferenzen als gleich-gültig negiert werden können.  

Dienstag, 19. September 2017

Ein "Diktator" schützt die Christen in seinem Lande

"Damaskus (kath.net/Fides) Christen in Syrien „sind weder Gäste noch Zugvögel”. Sie „sind ein Teil der Anfänge des Landes und ohne sie wäre Syrien nicht so vielfältig, wie wir es heute kennen”, sagte der syrische Präsident Bashar Assad am 17. September bei einer Veranstaltung in der Damascus Hall mit einer großen Delegation der Teilnehmer des Jugendtags der syrisch-orthodoxen Kirche. [ Er] bezeichnete den Versuch der „Extremisten” als gescheitert, die Christen aus dem Land vertreiben wollten." Kath net am 19.9.2017
Ein unerschütterliches Vorurteil des Liberalismus ist die Meinung, daß primär der Staat es sei, der die Freiheit seiner Bürger gefährde. Darum will man da einen möglichst schlanken Staat, der sich am besten aus Allem heraushält, um Alles dem freien Spiel des Marktes zu überlassen. Nur, wenn ein Sozialwesen in sich so zerfallen ist, daß die einen die anderen am liebsten aus dem Lande vertreiben wollen, dann kann nur noch ein starker Staat einen Bürgerkrieg verhindern. 
Religiöse Toleranz ist eben keine Selbstverständlichkeit. Das gilt eben besonders für den Islam. Sagen wir es deutlich: Wenn Bashar Assad den Krieg in Syrien nicht gewinnt, dann wird es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis Syrien christenfrei ist. 
Die größte Gefahr der persönlichen Freiheit geht nämlich im Naturzustand, d.i. ohne einen Staat vom Mitmenschen aus, der zwar für sich Rechte proklamiert, aber sie dem Nächsten verweigert. So will jeder Dieb, nachdem er sich fremdes Eigentum angeeignet hat, daß das so Geraubte von allen nun als sein Besitz anerkannt wird, damit er das Geraubte genießen kann, nur für sich macht er dann die Ausnahme, daß er rauben darf. Alle wollen die Versammlungs- und Meinungsfreiheit für sich, aber doch nicht für den Andersdenkenden. Mit der Parole: "Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda" wollen so Antifaschisten die Meinungsfreiheit einschränken, daß nur noch die Bundeskanzlerin und links von ihr Stehende öffentlich sich versammeln und reden dürfen. Die Intoleranz dem Andersdenkenden gehört so wohl zu den Konstanten menschlichen Verhaltens.
Nur ein starker Staat kann so die Freiheit des Einen vor der Lust des Anderen, die ihm zu nehmen, bewahren. Wer so von einem Syrien ohne Assad träumt, der sagt damit Ja zum Sieg der islamischen Intoleranz gegen die christliche Religion, daß Syrien so in Bälde christenfrei ist. 
Der Liberalismus verabsolutiert so die Erfahrung der Limitierung der Freiheit des Staatsbürgers durch den Staat zu der Gefährdung der Freiheit schlechthin, indem diese Weltanschauung den Naturzustand des Krieges aller gegen alle völlig verdrängt. Erst das Gewaltmonopol des Staates setzt die notwendigen Voraussetzungen für ein humanes Miteinander von Menschen in einem sozialen Gemeinwesen. 
Besonders problematisch ist es, wenn keine natürlichen oder sozialen Bande die Menschen eines Gemeinwesens verbindet. Die Verwandtschaft in einer Familie, die Zugehörigkeit zu einem Volke verbindet und hemmt die Aggressivität untereinander. Die Bereitschaft zur Gewaltanwendung steigt dagegen gegen den Nichtdazugehörigen. So zeichnen sich multiethnische Gesellschaften durch eine hohe Gewaltbereitschaft aus, daß jeweils die Ethnien gegen die anderen gewalttätig werden. Verbindet sich das noch mit religiösen Differenzen, ist also der Fremde auch ein Andersgläubiger, dann verstärkt dies das Konfliktpotential.Das verlangt dann auf jeden Fall einen autoritären Staat, der seine Bürger dann davon abschrecken muß, sich gegenseitig zu bekämpfen! So ist das Konzept einer multikulturellen und multiethnischen Gesellschaft auf jeden Fall das Ende des liberalen Staates
In der Causa Syrien verkomplifiziert sich das noch dadurch, daß vielfältige ausländische Interessen in dem dort tobenden Krieg eine sehr entscheidende Rolle spielten und spielen. Den wenigsten wird es dabei um das Wohl des syrischen Volkes gehen. Die Zwietracht des syrischen Volkes untereinander ermöglichte es so, ausländischen Mächten ihre Interessen da gegen das Volk durchzusetzen, gerade auch, indem man sich da mit oppositionellen Kräften gegen die syrische Regierung verband, um so die Regierung zu stürzen. 
Was euphemistisch als "arabischer Frühling" in den Medien gefeiert wurde, war so wohl viel mehr der Versuch des freien Westens und Israels, ihnen nicht genehme Regierungen zu stürzen und im Idealfall durch prowestliche zu ersetzen. Aber Syrien hielt stand und so gibt es nun auch wieder eine Hoffnung für die Christen in Syrien!  Befremdlich ist ja, daß der freie Westen wie im sogenannten Bürgerkrieg in Jugoslawien nun auch in Syrien faktisch islamistische Terrororganisationen unterstützt, nur weil sie gegen "Feinde" des Westens kämpfen.

Merksatz:Gott ist der größtmöglich denkbarer Anhänger der Meinungsfreiheit, denn er gewährte sogar dem Teufel selbst ein Rederecht im Paradiese! 

Corollarium 1
Wenn Schafe und Wölfe in einem Stall zusammenleben sollen, kann wohl nur eine Diktatur den Frieden schaffen und das auch nur mit der Androhung der Anwendung von Gewalt.  
            

Montag, 18. September 2017

"Ein Ökumenischer Kirchentag in Miniaturformat" oder Eucharistie für Alle

Unter dieser Überschrift konnte man diesen wegweisenden Redebeitrag zur Ökumene  des schedenden Bundestagspräsidenten Lammert lesen, der wirklich ökumenisch ist.
"Liebe Leute, Kirchen- und Amtsverständnis, nicht Glaubensunterschiede – in welcher Welt leben wir eigentlich?", rief Lammert unter Beifall des Publikums. Er könne keinen einzigen relevanten Glaubensunterschied erkennen, der eine Wiederherstellung der Einheit verhindern könnte. Lammert zeigte sich verärgert, dass weiterhin kein gemeinsames Abendmahl von Katholiken und Protestanten erlaubt sei: "Nirgends ist Christen der verheißene Himmel näher auf Erden als im vom Christus selbst gestifteten Abendmahl, zu dem Er einlädt – nicht die Kirchen".
A) Man höre und staune: Für Herrn Lammert gehören Unterschiede im Kirchen- und Amtsverständnis nicht zu den Glaubenswahrheiten der christlichen Religion! Da hat dieser Katholik wohl das Apostolische Glaubensbekenntnis vergessen mit dem Glauben an die Kirche. Somit gehört selbstverständlich das Kirchen- und das Amtsverständnis zu dem christlichen Glauben dazu! Das ökumenische Publikum laudierte. Ob die Beifallklatscher wußten, zu was sie da ihr Ja sagten? Wahrscheinlich ja, denn der Glaube an die Gleichgültigkeit aller Glaubensinhalte ist doch der Sauerteig der Ökumenebewegung. 
B) Wenn Herr Lammert "keinen einzigen relevanten Glaubensunterschied" erkennen kann, dann wird das wohl wahr sein, aber das besagt doch nur, daß dieser Mann keine kennt. Wieviel auch immer auch der Gebildeste kennt, immer wird es noch viel mehr geben, als selbst der erkennt. Denn die Summe unseres heutigen Wissens ist so groß, daß kein Einzelner in der Lage sein könnte, alles, was erkannt ist, auch selber zu erkennen. Lammert sagt damit eben nur aus, daß er sich sehr wenig in der christlichen Konfessionskunde auskennt. Nur, wenn ich mich in einem Gebiete nicht oder nur wenig auskenne, etwa im Bereich der Autoreifen: "Ach, gibt es denn wirklich relevante Unterschiede zwischen Winter- und Sommerreifen?,dann rate ich nicht dazu, im Winter bei Schneefall mit Sommereifen zu fahren. Aber Herr Lammert sieht das ganz anders: Was er nicht kennt, das gibt es nicht! Aber vielleicht muß man das Wort: "relevant" mehr betonen: Wenn es doch noch Unterschiede in der Glaubenslehre geben sollten, dann sind die eben irrelevant. Relevant ist eben nur das, worin es keine Lehrunterschiede gibt. Und so ist die ökumenische Einheit schon vollbracht durch die simple Erklärung, daß alles Unterscheidende eben irrelevant ist. Das ist bester ökumenischer Geist!
C) Wenn Herr Lammert etwas ärgert, dann befindet sich das Ärgerniserrengende im Unrecht, denn dieser Herr hat ein Recht darauf, nicht verärgert zu werden.  Es muß also ein gemeinsames Abendmahl  zwischen Katholiken und Lutheranern  geben können, weil die Nichtmöglichkeit einer gemeinsamen Feier Herrn Lammert ärgert. Die Katholische Kirche hat eben kein Recht dazu, den Bundestagspräsidenten zu verärgern, denn diese Kirche ist für ihn da und hat sich seinen königlichen Konsumwünschen zu beugen, denn der Kunde ist doch König! 
D) Dann versucht sich dieser Laie noch als Theologe! Nicht die Kirche lade zum Abendmahl ein, sondern Jesus Christus! Was sollte man zu diesen Aussagen dann sagen: Nicht die Kirche tauft, sondern Jesus Christus, nicht vergibt der Priester die Sünden in der Beichte sondern Christus vergibt sie, nicht die Kirche lehrt  usw...? Es gibt darauf nur eine katholische Antwort:Jesus Christus lädt durch die Kirche zur Eucharistiefeier, der Herr vergibt durch den Priester in der Beichte die Sünden!Und so schließt die Kirche auch Menschen vom Empfang der hl. Kommunion aus, wie sie andere dazu einlädt!  Das tut sie im Auftrage des Herrn, ein- und nicht einzuladen zum Empfang der hl. Kommunion! Aber davon hat dieser Katholik wohl noch nie etwas gehört. Ihm reicht es, daß es da eine kirchliche Praxis gibt, die ihm Ärger bereitet und darum muß die abgeschafft werden.
E) Für ihn als Deutschen Katholiken ist es natürlich selbstverständlich, daß er die Erklärung von Kardinal Ratzinger: Dominus Jesus völlig ignoriert, in der eindeutig gelehrt wird, daß die lutherische "Kirche" keine von der Katholischen Kirche anerkennbare Kirche sei. Ihr fehlt das Wesentliche zum Kirchesein. Aber Herr Lammert, das wie alles an der Kirche ihn Störende ignorierend redet von Kirchen, als wäre die lutherische eine. Ignoranz ist eben das Kraftfutter der ökumenischen Bewegung: Alles zu ignorieren, was einem nicht paßt. Wozu nach Wahrheit fragen, wir wollen - koste es, was es wolle, die Einheit.    
F) Daß die Einheit der Kirche Jesu Christi nicht verloren geht und auch keinen Schaden nimmt, wenn Teile von ihr abfallen, weil sie nicht mehr mit dem Glauben der Kirche übereinstimmend glauben  wollen, davon weiß Herr Lammert nun gar nichts. Ob er dann auch der Meinung ist, daß wenn Hunderte die Partei der CDU verlassen, dies die Einheit der Partei zerstöre und nur eine Reunion mit den Ausgetretenen die Einheit dieser Partei wiederherstelle? Wäre er auch ein politischer Ökumeniker, oder würde er am geltenden Parteiprogramm festhaltend die Ausgetretenen nur wieder in seine Partei aufnehmen, bejahten sie wieder dies Parteiprogramm? Kennt Herr Lammert eben nur in der Politik relevante Unterschiede seinerPartei zu den anderen, weil ihm die Politik wichtig ist, während er im Raume derReligion keine relevanten Unterschiede kennt, weil ihm hier im Prinzip alles gleichgültig ist? 


Sonntag, 17. September 2017

Die politische Korrektheit und die Lust am Lynchen

"Hier könnte ein Nazi hängen"- mit diesem aufgehängtem Plakat wirbt die Partei: "Die Partei". Es sei eine Satirepartei, so "Am Sonntag" am 17.9. 2017 auf S.2. Ist das ein Akt von Volksverhetzung? Mitnichten: Die Staatsanwalt Landshut hat das verneint. Das ist eben eine politisch korrekte Parole. Von Parteivertretern wird dann süffisant erklärt, das meine doch nur, daß da ein Naziplakat hängen könnte! Aber so wird ein politisch korrekter Gutmensch das an Laternen hoch aufgehängte Plakat sicher nicht ver-stehen. 
Nein, die Parole ist eindeutig: Hier könnte ein politisch als Nazi Diffamierter hängen als Erhängter! Im leuchtenden Rot träumt dies Plakat von an Laternen erhängten Nazis. Aber es ist kein Aufruf: Hängt hier Nazis auf! Aber in dem "könnte" klingt unverkennbar mit: "Ach hingen da doch erst Nazis!" 
Auf der selben Seite des Sonntagsblattes konnte man unter der Überschrift: "2250 Straftaten im Wahlkampf" lesen: " Zu den Opfern von Attacken während des Wahlkampfes gehören der BKA[Bundeskriminalamt]-Analyse zufolge immer öfter auch Vertreter oder Helfer der AfD." 
Aufgehängt wurde noch kein AfD-Politiker, auch wenn diese Partei nicht nur von der SPD gern als Nazis verteufelt wird. Aber solche Plakate schaffen ein geistiges Klima, in dem Gewalt gegen politisch Andersdenkende salonfähig gemacht wird. Natürlich nur gegen Rechte. Es ist eben schon eine selbstverständliche Praxis geworden, daß an Eingangstüren von Lokalen und Eisdielen zu lesen ist: Hier werden Nazis nicht bedient, daß Veranstaltungen rechter Parteien nur unter Polizeischutz durchgeführt werden können, und daß man sich an das Zerstören rechter Wahlplakate schon längst gewöhnt hat.
Nun ruft dies Plakat gar implizit zum Erhängen von Rechten auf! Selbt das gilt heuer als politisch korrekt und somit als erlaubt. Spätestens hir wird deutlich, daß die Poitische Korrektheitsideologie nichts Harmloses ist. Sie will den poltischen Feind eben bis aufs äußerste bekämpfen. Die Französische Revolution mit ihrer Guillotine ist da für jeden Linken noch immer ein leuchtendes Vorbild und vielleicht doch auch die Praxis des Aufhängens im Wilden Westen, als dort die Urform basisdemokratischer Lynchjustiz praktiziert wurde. "Hängt Donald Trump" dürfte bei linken Amerikanern und vielen Gutmenschen auf der ganzen Welt sicher Begeisterungsstürme hervorrufen.    

Merke: Es ist immer wieder erstaunlich, daß selbst fanatische Ablehner der Todesstrafe, angesprochen auf die Todesurteile im Nürnberger Prozeß,ausrufen: "Diese Naziverbrecher zu hängen, das war klasse!" So kann man eben prinzipiell gegen die Todesstrafe sein, aber im Einzelfall dann doch jubeln: "Nazis aufhängen!" 

Corollarium 1
Der öffentliche Diskurs kommt auch in "aufgeklärten" Gesellschaften nicht ohne die Vorstellung des Teufels aus. Da der Glaube an den Teufel aber jetzt nicht mal mehr in der Kirche gepflegt wird, bedarf es eines Ersatzteufels. Denn fand man nun in der westlichen Welt in der Gestalt des "Rechten", des "Nazi". Als Surrogat für die einstigen Exorzismen ist dann die Lieblingsparole aller Gutmenschen anzusehen: "Nazis raus!" So viel Religionssurrogate stecken im Gutmenschentum.