Montag, 24. Juli 2017

Dumm, ungebildet...sind die Reformkritiker Papst Franziskus

"Die italienischsprachige Ausgabe der Vatikanzeitung "Osservatore Romano" sieht eine Reformunwilligkeit seitens vieler Kleriker als Hindernis für die von Papst Franziskus gewünschten Veränderungen in der Kirche." Kath berichtet ganz aktuell am 24.7. 2017 über den Widerstand gegen den Papst. Osservatore Romano enthüllt nämlich, daß die Reformwiderständler sich durch einen Mangel an Bildung und Kultur auszeichnen, sie kaum über Bibelkenntnisse verfügen, sich in vormoderner Theologie vergraben haben. Sie verfügten nicht einmal über ein Minimum an Kritikbewußtsein der traditionellen Theologie gegenüber.
So unflätig werden in Zeiten der Barmherzigkeit und des offenen Dialoges mit allen Kritiker des Reformkurses Papst Franziskus abgefertigt. Selbstredend sind damit zu allererst die 4 Verfasser der "Dubia" gemeint, um uns so noch einmal aufs eindücklichste vor Augen zu führen , daß solchen der Papst unmöglich eine Audienz gewähren  und gar Fragen solcher Hinterweltler  beantworten kann.
Erstaunlich, daß nun Papst Franziskus, der sich doch sonst so gern hemdsärmelich populär inszeniert, nun als kultivierten und gebildeten Papst feiern sich läßt, der eben nun von einfältigen Hinterbänklern in seiner großen Reformpolitik behindert wird.
Links, da steht eben für den Fortschritt und den Geist und Conservative sind eben nur ewiggestrige Hinterweltler mit ihrem ihnen eigenen Köhlerglauben!
So primitiv und plump werden die, die an dem Glauben der Kirche festhalten, weil es der wahre Glaube ist, von dem offiziellen Organ des Vaticans lächerlich gemacht. Ist das der neue Barmherzigkeitsstil des Papstes? Nein, das ist nur die Art, wie Linke stets alles Conservative und Traditionelle verächtlich machen, weil für sie nur das avantgardistisch Neue einen Wert hat!

Man beachte: Vom OR wird gesagt, daß in ihm kein wichtiger Artikel erscheine ohne eine ausdrückliche Erlaubnis des Papstes bzw von Personen aus seiner Nähe! Es handelt sich hier also um eine päpstlich autorisierte Beschimpfung der Reformunwilligen!
Man denke auch an die im OR erfolgte Beschimpfung conservativer evangelischer und katholischer Christen als einer Ökumene des Hasses. Im Internetblog: "Nur ein Kreuzknappe" konnte man zu diesen Ausfällen des OR  lesen:

"Jedenfalls kritisiert man eine "Ökumene des Hasses", die es zwischen evangelikalen und katholischen "Fundamentalisten" gebe, die sich in Ausländerfeindlichkeit, Intoleranz und strenger (wörtlicher) Bibelauslegung äußere. Diese seltsame Einmütigkeit zwischen konservativen Evangelikalen und konservativen Katholiken wird im Originalartikel der Jesuiten sogar als "extremistischer Fundamentalismus" bezeichnet, und man kritisiert, dass man offenbar Religion und Politik vermenge und verwechsle.Man verwende christliche Begriffe, um für eine "ultrakonservative" Politik zu kämpfen. 

Man beachte, daß wenn der Papst linke Politik  betreibt in seinen einseitigen Stellungnahmen wider den amerikanischen Präsidenten, kein Jesuit von einer Vermischung von Politik und Religion spricht, aber wenn Conservative linke Politikvorhaben kritisieren, dann und nur dann ist das eine unerlaubte Vermengelung von Religion und Politik! 


   

Sonntag, 23. Juli 2017

Verbot der Zeugen Jehovas in Rußland

Für Liberale, auch für Kath de ist das ein Skandal, denn der Stadt habe sich doch in religiösen Fragen selbstverständlich neutral zu verhalten und jede Religionsausübung zu tolerieren.Zwar verurteilte der Syllabus noch die Forderung: "Die Kirche ist vom Staat und der Staat von der Kirche zu trennen" (Denzinger-Hünnermann, Kompendium der Glaubensbekenntnisse und kirchlichen Lehrentscheidungen, 2005 DH 2955), aber seit dem 2. Vaticanum sieht man das ganz anders: Jetzt ist der Idealstadt der sich zur Religion indifferent verhaltende.
Nur eines muß uns irritieren: Nun wird soviel von der Ökumene geredet, ja sie in den höchsten Tönen gelobt, aber wenn es um die Russisch Orthodoxe Kirche geht, da fehlt es an elementarsten Kenntnissen über diese Kirche. Wer auch nur minimalste Kenntnisse über diese Kirche verfügt, wüßte, daß es aus Sicht dieser Kirche zum Wesen des Staates gehört, den wahren Glauben wider Häresien zu verteidigen mit den Mitteln des Staates. Daß eine Religionsgemeinschaft lehrt, daß Jesus Christus nicht der Sohn Gottes ist, ist nun eine Häresie, die gleichermaßen von der Katholischen und der Orthoxen Kirche verurteilt wird. 
Für die Katholische Kirche ist es aber nun seit dem 2.Vaticanum zur Selbstverständlichkeit geworden, daß es nicht die Aufgabe des Staates ist, eine solche Häresie zu bekämpfen, ja, man versteht das Recht auf die freie Religionsausübung gar so, daß der Staat die Verbreitung einer solchen Härsie zu unterstützen hat. Die Russisch-Orthodoxe Kirche hat dieser Modernisierung nie zugestimmt. Für sie gilt, daß die Kirche und der Staat nicht zu trennen sind und daß es eine der vornehmsten Pflichten des Staates ist, die wahre Religion gegen Häresien zu verteidigen mit den ihm eigenen Mitteln, also auch mit der Justiz. Nun, da sich die Orthodoxe Kirche und der russische Staat wieder annähern, gerade auch ob der klugen Kirchenpolitik Putins und dem angemessenen Reagieren der Kirche auf diesen Wandel, kann es nicht verwundern, daß der Staat jetzt im Falle der Zeugen Jehovas wieder diese ihm zukommende Aufgabe anfängt,  zu übernehmen. Aus Sicht der Russisch Orthodoxen Kirche handelt der Staat gut, wenn er die Zeugen Jehovas verbietet. 
Als Anlaß des Verbotes wird die Verweigerung jedes Militärtdienstes durch die Zeugen Jehovas in Kath de am 22.7. angeführt. Dies Nein der Zeugen Jehovas der staatlichen Gewalt gegenüber, daß sie es als nach ihrer Religionsauffassung für unerlaubt halten, daß Männer dem Volke als Soldaten dienen und wohl auch als Polizisten, (weil auch diese im Dienst eine Waffe zu tragen haben), zeigt eben, wie häretisch diese Religionsgemeinschaft ist. Ganz wider die christliche Staatslehre (Röm 13) lehnen sie  jeden Staatsdienst ab, nicht nur den mit der Waffe, weil für sie der Staat mehr oder weniger teuflisch ist. So gibt es auch für den russischen Staat, gute Gründe, diese staatsfeindliche Gesinnung nicht zu tolerieren. Und es gibt sehr gute Gründe, aus Russisch Orthodoxer Sicht, Verleugner der Gottessohnschaft Jesu Christi nicht als schützenswerte Religionsgemeinschaft anzusehen, die sich dabei auf die christliche Bibel als Legitimierung ihrer Häresien beruft und sie so mißbraucht.
Ob es aus staatlicher Sicht nicht auch andere Mittel zur Bekämpfung dieser staatsfeindlichen Religionsgemeinschaft geben könnten, die auch effektiv sind zum Schutze des Staates, dies zu prüfen ist aber nicht die Aufgabe eines Deutschen Katholiken! Das ist die Aufgabe des russischen Staates!

Corollarium 1
Das Grundaxiom der Toleranz in allen religiös-theologischen Fragen ist natürlich die Meinung, daß es Gott selbst selbstverständlich gleichgültig ist, was die Menschen glauben über ihn, denn wenn überhaupt zählte nur vor Gott, ob ein Mensch moralisch anständig gelebt habe oder sich darum wenigstens bemüht habe. Die ganze Theologiegeschichte wäre so ein einziger Irrtum gewesen, weil Gott alle Dogmen der Kirche gleichgültig sind. Demzufolge habe der Sohn Gottes auch nie etwas gelehrt, schon gar keine Doktrin sondern er habe nur die unbedingte Liebe Gottes zu allen Menschen (und Tieren) vorgelebt! 

Corollarium 2
Das zweite Grundaxiom lautet, daß für das Gemeinwohl eines Volkes die wahre Religion gleichgültig sei. Sie sei eine reine Privatangelegenheit und die Politik soll deshalb im Idealfall religionsfrei sein.     

Samstag, 22. Juli 2017

Das Nein des Jesuitengenerales zur christlichen Religion

"Sosa besuchte einen buddhistischen Tempel und betete dort mit den buddhistischen Mönchen. Auf dem veröffentlichten Bild, das Sosa in derselben Gebetshaltung der Buddhisten zeigt, ist nicht zu sehen wovor er betete. Es ist jedoch anzunehmen, daß er sich mit den Buddhisten vor einer Buddha-Statue befand."
So berichtete Kath-info am 21.7. 2017. Nur, wer ist dieser Herr Sosa? Niemand anders als der amtierende General des Jesuitenordens. Eine jesuitische Interneseite publizierte dann dazu:Pater Sosa ist offiziell der erste Jesuitengeneral, der sich selbst zum Buddhisten taufte“ zitiert nach Kath vom 21.7. 2017. Das war nicht als Polemik, oder Kritik gemeint, nein als Jesuit ist man stolz darauf, daß ihr General nicht nur Christ sondern auch Buddhist ist! Der Jesuit Keller bringt Klarheit in dies Hybridwesen, das als Jesuitengeneral gleichzeitig Buddhist und Christ sein will (aus meinem Buch, Der zensierte Gott)
"Keller, ein modernistischer Jesuit formuliert das so: „So sind alle Menschen aller Zeiten in Jesus Christus hineingenommen und gerettet, auch wenn sie nichts von dieser seiner Liebe wissen, falls sie nur nicht dadurch von ihm abrücken, dass sie wider ihr Gewissen handeln und ihn dadurch verwerfen, dass sie ihre Mitmenschen ablehnen oder gar hassen.“1 Keller zieht daraus radikale Konsequenzen. Eigentlich sei das Christentum mit seinem Zentrum der Nächstenliebe keine Religion. „Weil Menschen jedoch offenbar nicht ohne Religion leben können, Christentum jedoch keine bestimmte Religion seiner Anhänger voraussetzt, sondern jenen Ausprägungen von Religion,die Freiheit oder Mitmenschlichkeit hindern, sogar entgegentreten muss, übernahm es spätestens seit der Konstantinischen Wende selbst typisch Religiöses, das es zuvor in dieser Weise nicht kannte, wie einen eigenen Priesterstand, Kirchen als Tempel mit Altar, heilige Geräte, Orte und Zeiten, oft aus dem Heidentum, aber auch aus jüdischer Tradition entlehnt.“2 Das wäre legitim, „wenn auch gültig bleibt, dass diese Formen für das Christentum nicht wesentlich sind“.3

„Ihm [dem Christentum] ist nämlich kein herausgehobener Bezirk, sondern die ganze Welt heilig; Man kann also Christ und Anhänger einer nichtchristlichen Religion sein.“4 
So unwichtig ist Gott die Religion, daß ich in jeder Religion christlich leben kann, solange ich die Nächstenliebe praktiziere und nicht gegen mein Gewissen handle, denn mehr als das ist das Christentum für diesen Jesuiten nicht. Gebet, Opfer, Messe, alles unwichtiges Dekor!
1Keller, Albert SJ:Grundkurs des Christlichen Glaubens. 2011, S. 500.

2Keller, a.a,O. S. 88.

3Keller, a.a.O. S. 88.


4Keller, a.a.O. S. 88."

Also: Da das Christentum gar keine Religion ist, es ist es erst später geworden, kann ich als Christ Mitglied jeder beliebigen Religion sein, wenn auch da nur die Nächstenliebe praktiziert wird. Mehr hat uns Jesus nicht gelehrt. So ist es eben gleichgültig, dem Gott Jesu, ob wir in buddhistischer oder christlicher Weise zu ihm beten, es zählt nur die Liebe.  Das vertritt eben im Jesuitennorden nicht nur der Radicalmodernist Keller sondern das praktiziert auch der General der Jesuiten: Ihm ist die christliche Religion so gleichgültig, daß er auch Buddhist sein kann, weil ihm auch diese Religion gleichgültig ist: Hauptsache, daß der Humanismus praktiziert wird. 
Das kann nicht anders als als Apostasie, als vollständiger Abfall vom christlichen Glauben beurteilt werden! Das ist die bittere Wahrheit über diesen Orden. Daß der jetzt amtierende Papst aus diesem Orden stammt, muß uns so schlimmstes befürchten lassen. Drängt sich nicht auch bei Papst Franziskus der Eindruck auf, daß auch ihm das Humanistisch-Politische der Kern seines Pontifikates ausmacht, das Christliche nur eben eine Umkleidung ist?   
Kath net berichtet über diese Causa:
Rom (kath.net) 22.7.2017
"Neue Aufregung um den Jesuitengeneral Pater Arturo Sosa. Seit vergangener Woche wird im Internet über ein Bild diskutiert, bei dem zu sehen ist, wie Sosa offensichtlich eine buddhistische Veranstaltung besucht und dort zu Buddha gebetet hat."


Zusatz:
In die Kirchengeschichte wird dieser Jesuitengeneral aber sicher durch seine bahnbrechende Erkenntnis eingehen, daß es zu Lebzeiten Jesu noch keine Aufnahmegeräte gab,sodaß wir uns nicht sicher sein können, ob das in den Evangelien Berichtete Jesus wirklich gesagt hat! So könne Jesu Lehre von der Unauflöslichkeit der Ehe eben auch Folge einer falschen Wiedergabe sein! Die Bibel ist einfach unzuverlässig; da halte man sich lieber an die Jesuiten!   

 

Freitag, 21. Juli 2017

Über die Nützlichkeit der Religion für die Gesellschaft

Louis de Bonald Position zur Religion ist eine sehr zweischneidige Angelegenheit, indem der Nutzen der Religion für die Gesellschaft als ihre Wahrheit gedeutet wird.M. Lichtmesz faßt diese Position nicht ohne kritische Untertöne so zusammen: "Keine Gesellschaft könne ohne ein sakrales Zentrum existieren und zusammenhalten. Da der Nutzen des Glaubens für das Gemeinwohl empirisch feststellbar sei, die Gesellschaft also >frei< mache, so müsse im Umkehrschluß auch der Glaube >wahr< sein. Der Nutzen für die Gesellschaft wird bei Bonald also >zum eigentlichen und letzten Argument für die Wahrheit> Spaemann." Lichtmesz, Kann nur ein Gott uns retten? 2017, S.161. 
Das heißt dann konkreter: "Über die Existenz Gottes, die Unsterblichkeit der Seele und das Endgericht schreibt er[Bonald]>Diese Dogmen sind wahr,weil sie nützlich sind für die Erhaltung der Gesellschaft.<" (S.161)  
Weil die Dogmen nützlich sind, sind sie wahr, diese These impliziert, daß, weil diese drei Dogmen als wahr geglaubt werden,  sie auch nützlich sind. Wenn aber nun gelten soll, daß nur noch ihre Nützlichkeit für die Gesellschaft ihre Wahrheit ist, könnte diese Wahrheit nicht mehr von einer nützlichen Illusion unterschieden werden. Trotzdem ist etwas Wahres dran: Die Wahrheit dieser drei Dogmen zeitigt eben auch positive Folgen für das gesellschaftliche Leben. 
Frägt man, ob es gewiß sei, daß es ein Unterbewußtsein und ein Über-Ich im Menschen gibt, so wird man wohl kaum einen Beweis ihres Seins erbringen können, aber man kann demonstrieren, daß vielfältiges menschliches Verhalten durch die Hypothese, es gäbe ein Unterbewußtsein und ein Über-Ich im Menschen, besser als ohne sie begreifbar gemacht werden kann. Könnten nun gar Fälle von Verhaltensweisen nur durch die Applikation dieser Hypothese begreifbar gemacht werden, würde das ausreichen, daß diese Hypothese im wissenschaftlichen Diskurs als wahr gilt. 
Kann etwas als wahr gelten, weil es für das soziale Leben nützlich ist, oder gar notwendig ist? Nur, was spricht dagegen, daß eine Gesellschaft für ihr Leben auf nützliche Lügen angewiesen sind? Wenn ein Schiffbrüchiger auf einem Rettungsboot feststellt, daß seine Wasservorräte aufgbraucht sind, dann weiß er, wenn ihn nicht bald ein anderes Schiff aus der Seenot retten wird, daß er verdursten wird. Der Glaube an das rettende Schiff kann ihm so in den letzten Lebensmomenten nützlich sein, weil er ihn vor der Verzweifelung bewahrt, aber deshalb ist diese Glaubenshoffnung doch nicht wahr. 
Implizit setzt diese Nützlichkeitserwägung ein Grundvertrauen  in das Leben voraus: Das, was dem Leben nützt, ist auch wahr, ist vorhanden, denn der Kosmos, in dem wir Menschen leben ist ein dem Leben wohlgesonnen geordneter. Wenn also das soziale Leben nicht ohne diese drei Dogmen auskommt, dann sind sie auch wahr, weil das Ganze so geordnet ist, daß das, was ein Teil von ihm zum Leben braucht, auch in ihm ist. 
Glaube, die Religion tut mir gut, die hilft mir in meinem Leben, das sind demgegenüber Aussagen, die wenig Anstoß erwecken. Wenn es wem nützt, dann mag er ruhig dran glauben, respondiert dann der tolerante Atheist. Aber das darf nicht für das soziale Leben gelten, nur für das rein private. Der ursprüngliche Sitz der Religionen im Leben war natürlich nicht das individuelle Leben, sondern eine soziale Gemeinschaft, der Familienverband, der Stamm, das Volk....Und die jeweilige Religion wurde da gelebt, eben auch und gerade, weil sie für dies Sozialleben förderlich, wenn nicht sogar konstitutiv war. Nicht der Gott und das Einzelich stehen am Anfang einer Religion, schon gar nicht außergewöhnliche Persönlichkeiten, sondern die Religion war, wie die Sprache immer schon vor jeder individuellen Aneignung, vor jeder Individuation. Der Einzelne partizipierte durch die soziale Gemeinschaft hindurch, vermittelt durch sie an der Religion seiner Gemeinschaft. So wenig es eine Privatsprache gibt, so wenig gibt es eine Privatreligion.Es gibt nur den individuierten Glauben, wie es nur bestimmte Sätze gibt, weil ihnen das System einer bestimmten Sprache vorausgeht.
Erst wenn die Religion zerfällt, sich auflöst, erscheint das Einzelsubjekt, das sich nun seinen Glauben zusammenkonstruiert als der eigentliche Hervorbringer der Religion. Dann kann das individuelle Glaubenserlebnis zum Anfang einer Religion avancieren. So gesehen spricht einiges dafür, daß die Lebenskraft einer Religion sich in ihrer Nützlichkeit für das Sozialleben erwies. Nur: Weil diese Religion als wahr geglaubt wurde, konnte sie sich auch als lebensförderlich erweisen. Wenn aber erst der Erweis der Lebensförderlichkeit die Wahrheit der Religion erweisen soll, dann kann die so bewiesene Religion nicht mehr lebensfördernd wirken. Das ist das Problem bei Louis de Bonald aber wohl auch bei Joseph de Maistre und Charles Maurras. Aber man kann doch den Verdienst dieser großen Denker wider den Atheimus nicht gering schätzen, gerade weil sie darum rangen, die Religion nicht zu privatisieren und das Sozialleben so de facto dem Atheismus zu überlassen!    

Zusätze:
A)
Im Kampf wider die Auflösungstendenz der abendländisch-europäischen Kultur scheint es auch eine Neigung zu geben, gerade die christliche Religion in ihrer Katholischen Fassung als erhaltenswert zu erachten und für sie zu kämpfen, auch wenn man persönlich sie nicht für glaubwürdig und wahr hält. Diese Religion gehört eben zu unserer Kultur.
B)
Es ist interessant, daß gerade die bewußt atheistisch sich gestalten wollenden Staaten nicht ohne eine Ersatzreligion auskamen. Der Stalinismus ist dafür auch gerade in seinem Personenkult ein anschauliches Beispiel. So ist der Stalinismus eben nicht einfach ein Zerbild der kommunistischen Ideologie, sondern: Wenn Kommunisten an die Macht kommen und so statt einer Kraft des Negierens eine des Aufbauens werden müssen, werden sie pseudoreligiös, um eine Gesellschaft ohne eine Religion aufbauen zu können. Man könnte es auch so sagen: Revolutionäre, an der Macht, werden wieder conservativ als die Macht erhalten Wollende und als das Sozialleben Fördernde und so schaffen sie auch wieder eine neue Religion für das Sozialleben. So ist es auch kein Zufall, daß Stalin seit dem Kriegseintritt 1941 auch wieder auf ein Bündnis mit der Russisch-Orthodoxen Kirche setzte. Conservativ gewordene Revolutionäre können auch an der christlichen Religion wider Gefallen finden ob ihrer sozialen Nützlichkeit. Und ist das nicht auch etwas ähnlich bei Charles Maurras als revolutionäer Antirevolutionär der Action Francaise? 
C)
Warum wurde das Christentum denn anhebend mit Kaiser Konstantin zur Staatsreligion, wenn nicht deshalb, daß der Römische Kaiser von Amtswegen für die rechte Gottesverehrung zuständig war, weil man wußte, daß das Gemeinwohl des römischen Volkes abhängig war von der rechten Verehrung der Götter im öffentlichen Kult. Es reicht eben nicht, daß es 50 Fromme gibt, sodaß Gott um dieser in ihrem Privatleben fromm Lebenden willen auf sein Gericht verzichtet. Als nun der Kaiser den Gott Jesu Christi erkannte als den,der ihm den Sieg in einer wichtigen Schlacht im Kampfe um die Macht Roms gab, da erwies dieser Gott sich ihm als der wahre, den er um des Wohles Roms willen zu verehren hat als Kaiser, nicht so sehr als Privatmensch. Die Nützlichkeit dieser Religion war ihm die Wahrheit dieser Religion, weil ab nun er und seine Heere in diesem Namen - im Namen Jesu Christi - siegten.        
  

Donnerstag, 20. Juli 2017

Eine erkannte Wahrheit macht unfrei! Antichristliches der Postmoderne

Der österreichische Philosoph Burger schrieb: ">Alle großen Verbrechen entspringen großen Idealen, nicht dem bösen Willen, die Täter verfolgen aus ihrer Binnenperspektive immer >das Gute<, ihr Antrieb ist stets eine >Begierde des Rettens< (Hegel) und sie sind um Objektivierungen nie verlegen, heißen diese Rasse, Klasse,Volk oder Nation:man kann den Nationalsozialisten oder Stalinisten vieles nachsagen, aber nicht, daß sie keine >Wertegemeinschaften< gewesen seien". ( M. Lichtmesz, Kann nur ein Gott uns retten?, 2017, S.136)
Hier offenbart sich uns eines der Motive des postmodernen Denkens. Nicht Skeptiker und Nihilisten sondern Gläubige und Utopisten brachten die fürchterlichsten Massaker hervor, gerade um mächtiger Ideale willen. Dort, wo die Wahrheit erkannt und als im Besitz befindlich vorgestellt wird, da würden die gläubigen Wahrheitsbesitzer zu den größten Verbrechern. Galt in der Modern die Maxime, daß durch die Vernunft, die Aufklärung der Mensch immer mehr die Wahrheit oder die Wahrheiten erkennt, den Aberglauben so hinter sich lassend, so gelten in der Postmoderne gerade erkannte Wahrheiten und geglaubte Ideale als eine Büchse der Pandora. Wahrheitsfanatismus führt zum Krieg und zum Terror gegen die, die Wahrheit nicht glauben wollen.
Das stellt für die Katholische Kirche als Ort des Offenbarseins der Wahrheit Jesu Christi, der offenbarten Wahrheit eine sehr problematische Situation dar: Die Kirche wird abgelehnt, gerade weil in ihr die Wahrheit offenbar ist. Wurde einst im Namen der Aufklärung der Aberglaube der Kirche verurteilt, so wird sie in der Postmoderne ob ihres Anspruches, hier ist die Wahrheit offenbar, reprobiert. Die Reaktion der Theologie überrascht dann nicht: Die Kirche wird umgedeutet als Suchbewegung, in der nach der noch nicht erkannten und erkennbaren Wahrheit gemeinsam gesucht wird. Was einst Wahrheit war, soll nun nur noch eine zeitgeschichtlich bedingte Vorstellung von der Wahrheit sein: Nichts Genaues weiß man! 
Weil man keine Wahrheit mehr erkennen will, soll es keine mehr geben. Jetzt soll alles als gleich wahr und unwahr angesehen werden, damit Niemand mehr im Namen einer erkannten und begriffenen Wahrheit anderes diskriminieren kann. Nur noch einen Feind gibt es so: den Fundamentalismus, den Glauben an erkannte Wahrheiten. Das bedeutet, daß Jesus Christus alles sein darf nur nicht mehr die offenbarte Wahrheit. Und die Katholische Kirche darf dann nur noch eine Auffassung der Religion sein neben vielen anderen, die alle als gleich wahr und ungleich anzusehen sind.  
An dieser postmodernen Kritik der nationalsozialistischen und der kommunistischen Weltanschauung fehlt, ist, daß zwar zurecht gesehen wird, daß beide Weltanschauungen sich als wahre verstanden haben, beide auch eine eigene Wertelehre enthielten, es sich wirklich nicht um nihilistische Bewegungen handelt, daß aber nicht ihr Wahrheitsgehalt kritisch in Frage gestellt wird, sondern daß kritisiert wird, daß beide Wahrheit für sich beanspruchen!    
Zudem: Was wird aus der menschlichen Geschichte, wenn sie postmodern klug geworden, auf jede Utopie verzichtet und so nur noch ein alternativloses: "Weiter so, wie bisher!" kennt. Wäre das nicht das Ende der Geschichte, so daß wir so nun wirklich in der Posthistorie angelangt wären?
 

Mittwoch, 19. Juli 2017

Frankreich vor dem Ende? Gehört die Zukunft dem Islam?

"Straßburger Erzbischof Luc Ravel warnt, dass französische Muslime bereits „in aller Ruhe sagen: Eines Tages wird alles unser sein“. Die muslimischen Gläubigen würden sich dabei auf ihre Fruchtbarkeit verlassen." (zitiert nach Kath de vom 18.7.2017).
Wer Houellebecq: "Unterwerfung" nur für einen Albtraum eines  brillanten Schriftstellers hält, muß sich durch diesen Erzbischof eines Besseren belehren lassen. Frankreich wird wohl der erste europäische Staat sein, der aufhört, ein europäischer zu sein, weil in Bälde Arabischstämmige die Mehrheit der Bevölkerung biden und weil der Islam dann die offizielle Religion Frankreichs sein wird, das Christentum noch als Nischenkirche in Hinterzimmern duldend.
Das Konzept der Multikulturisierung und Multiethnisierung Frankreichs stellt dann nur ein Interregnum da, in dem die alte Ordnung Frankreichs aufgelöst wird und die neue islamisch-arabische sich auf ihre Machtübernahme präpariert.
Historiker, wenn es denn noch unabhängige in Frankreich geben wird, werden sich fragen: Wie konnte es nur zu diesem Untergang kommen? Sie werden von der Kolonialpolitik Frankreichs sprechen, die die Voraussetzungen für eine Masseneinwanderung von Kolonisierten in Frankreich ermöglichte, sie werden von einer verfehlten Asylpolitik sprechen müssen im Ungeiste der Deutschen Bundeskanzlerin. Sie müssen von der Selbstauflösungstendenz der Katholischen Kirche nach dem 2.Vaticanum sprechen müssen. Aber all dies bleibt doch oberflächlich, wenn nicht der Hintergrund dieser Phänomene begriffen wird: die europäische Dekadenz!
Praktische und mehr Handlungsorientierte werden aber fragen müssen: Gibt es noch eine Chance, diese Auflösung und Nichtung Frankreichs und dann auch ganz Europas aufzuhalten? Eines kann nicht übersehen werden: Die Kirche ist selbst zu einer treibenden Kraft der Selbstnichtung der europäischen Völker geworden! Sicher, kleine Minderheiten in ihr widersetzen sich dem, die so arg verteufelten "Rechtskatholiken".
In Frankreich gibt es aber nur noch eine Kraft, die wie einst Franco Spanien vor dem Kommunismus rettete, die diesen Niedergang aufhalten will und kann: Der Front Nationale. Aber in den letzten Wahlen Frankreichs hat sich eine eindeutige Mehrheit der zur Wahl Gegangenen zum Nein für Frankreichs Zukunft entschieden. In der uns gegebenen und geschenkten Freiheit existiert die Möglichkeit zur Verneinung der eigenen Existenz, der meinigen und der meines Volkes. Aber ohne diese Möglichkeit wäre die Freiheit keine menschliche Freiheit.
Wenn man früher sagte, große Männer schrieben die Geschichte, so darf man sagen, daß für die Unheilsgeschichte Frankreichs in diesem Sinne ein Name besonders hervorgehoben werden muß: Simone Veil, eine sozialistische Feministin.
Von ihr sagt Wikipedia: "Mit ihrem Namen am meisten verbunden ist jedoch ihr harter Kampf für die Legalisierung des Schwangerschftsabbruches in Frankreich. Ein Gesetz zur Fristenregelung wurde am 17. Januar 1975 durch das französische Parlament angenommen und ist als Loi Veil („Veil-Gesetz“) bekannt."  In diesem Kindertötungserlaubnisgesetz kumuliert sich das Nein des Französischen Volkes zu seiner eigenen Existenz! Erst dies Nein zur eigenen Zukunft schuf dann den Raum dafür, daß nun islamischen Arabern die Zukunft in Frankreich gehören wird, aber es keine Zukunft für Frankreich mehr geben wird! Oder sagen wir es mit Heidegger: Kann nur ein Gott uns noch retten? 

Dienstag, 18. Juli 2017

Wie entließ der Papst Kardinal Müller- oder läuft Papst Franziskus Amok?

"Der Papst habe Müller im Schnelldurchlauf gefragt, ob er für oder gegen das Frauendiakonat, das Frauenpriestertum, die Zölibatsaufhebung und Amoris laetitia sei und ob er bereit sei, seine Beschwerde über die von Franziskus angeordnete Entlassung von drei ranghohen Mitarbeitern der Glaubenskongregation zurückzuziehen. Der Kardinal habe, gemäß kirchlicher Lehre, die Zustimmung zu den ersten drei Fragen verneint, bei der vierten Frage durch Hinweis auf „Unklarheiten“ differenziert und eine Rücknahme der Beschwerde abgelehnt. Papst Franziskus habe „“Gut“ gesagt und dem Kardinal mitgeteilt, daß er sein Mandat nicht verlängert."
So habe sich laut Kath info vom 12.7. die Entlassung abgespielt. Aber Kath info kommentiert, daß es unglaubwürdig klingt, daß Papst Franziskus in dem eine Minute währenden Entlassungsgespräch diese Fragen stellte, zumal er doch die Antworten des Kardinales im Voraus gekannt haben wird. Aber doch könnte ein Funken Wahrheit drin sein in dieser Entlassungsversion: Daß der Papst nämlich in diesen 3 Punkten, Frauendiakonat, Frauenpriestertum und dem Zölibat Reformen wünscht und daß er da den Widerstand des Kardinales fürchtete, sodaß er ihn deshalb kaltstellte.
Das Projekt Amoris laetati hat der Papst ja  schon aus seiner Sicht erfolgreich durchgezogen, da nun in vielen Bistümern Geschieden-Wiederverheiratete zur hl. Kommunion und zur Beichte zugelassen werden, auch wenn sie ihre illegitime Ehe prolongieren. Es zeigt sich aber in dieser Causa auch die Schwäche dieses Re- oder besser formuliert Deformpapstes: Seine Liberalisierungswünsche kann er theologisch nicht legitimieren und deshalb verweigert er den theologischen Diskurs mit seinen Kritikern, einfach auf seine Amtsautorität pochend.
Wie wollte und könnte er da die Einführung des Frauendiakonates, des Frauenpriestertumes und die Lockerung des Zölibates erst theologisch legitimieren gegen Kardinal Müller und die vielen anderen, die auch jetzt noch die Lehre der Kirche für verbindlich halten?