Sonntag, 19. November 2017

Thesen zum Islam in Deutschland unter Berücksichtigung der Türkei

1.
 Erdogan wird m.E. maßlos unterschätzt, wenn man in ihm nur einen Möchtegerndiktator sieht. Sein großes Ziel ist eine Wiederherstellung des "Osmanischen Reiches"! Das Konzept dieses Reiches ist: Homogenität der Religion in dem Reich bei gleichzeitiger Multiethnizität, wobei dann das türkische Volk ein wenig mehr gleich ist als die anderen.Wenn man sich die Entwickelung der Auslandstürken vor Augen hält, die von einem eigenen Ministerium für Türken im Ausland betreut werden, dann sind Deutschland, Österreich, evtl auch Frankreich " Beitrittskandidaten", a) ob der wachsenden Zahl vonda lebenden Türken b) im Verbund mit Muslimen aus anderen Völkern.
2.
 Das Osmanische Reich ist für die Türkei die Alternative zum EU-Land 2.Klasse.Ausihrer Sicht ist der "freie Westen" dekadent und morbid und so reif zur "feindlichen Übernahme".  Die Eurokraten setzen der Islamisierung nun nicht nur nichts entgegen, sie unterstützen sie. Keine Religion wird so tatkräftig unterstützt wie der Islam bei gleichzeitiger Zurückdrängung der christlichen Religion. Dabei setzen die Eurokraten auf die Auflösung Europas zugunsten einer multikulturellen und multiethnischen Konzeption, das "Osmanische Reich" will dagegen Europa so weit wie möglich im Islam einen unter der Vorherrschaft  der islamisierten Türkei.
Das Problem ist so nicht nur der politische Islam, sondern das türkische Ringen, langfristig Europa zu beherrschen.Bis zum Ende des 2. Weltkrieges war Europa ein Schlachtfeld, auf dem um die Vorherrschaft gekämpft wurde zwischen den Völkern Europas. Die Teilung Europas in West- und Osteuropa schuf dann erst die Einheit der westlichen Völker gegen den Ostblock. Da dieser einende Feind aufgelöst worden ist, treten jetzt die Interessensgegensätze unter den Völkern Europas wieder auf die Tagesordnung und das Ringen um eine Vorherrschaft. Die Vorherrschaft Englands/Amerikas über Europa ist dabei kein Naturgesetz: Je stärker der Islam in Europa wird, desto realistischer wird ein neues "Osmanisches Reich"! (Demographisch bedingt und ob der Vitalität dieser Religion im Vergleich zum absterbenden Christentum in Europa.)

3.
 Einer der Gegner der Islamisierung ist nun auch die Politische Korrektheit.
These:
Jede lebensfähige Gesellschaft bedarf einer "öffentlichen Religion", der sich dann die privat organisierten unterordnen. Seit Kaiser Konstantin ist das die christliche Religion. Auch Thron- und Altarbündnis genannt. Das endgültige Ende der Konstantinischen Epoche markiert die Nichtung der letzten 3 christlichen Monarchien im Ende des 1.Weltkrieges  Rußland, Österreich und Deutschland. Seit dem gibt es keine öffentliche Religion mehr in Europa. Der Kommunismus wie der Nationalsozialismus/Faschismus wollten Alternativen  zur Christlichen Religion als der öffentlichen sein: die Epoche des Weltanschauungskampfes! Diese endete 1989 mit dem Sieg des freien Westens mit der Ideologie des Liberalismus. Jetzt erleben wir die Einrichtung einer  neuen "öffentlichen Religion" für ganz Europa: die Politische Korrektheit inclusive der Holocaustreligion. Die unterstützen den Islam, verlangen aber seine Unterwerfung unter diese neue öffentliche Religion, das ist das Konzept eines "europäischen Islams", dem der conservative und fundamentalistische Flügel seinen Widerstand entgegensetzt. So unterstützt und kritisiert diese neue öffentliche Religion den Islam, um ihn zu domestizieren, um dann ihm aber auch einen Anteil an der Macht zu verheißen.  
 
4.
 Es kann aber auch nicht übersehen werden, daß die "Vorliebe" der politisch herrschende  Klasse, den Eurokraten für den Islam ein Dekadenzphänomen ist. Dekadenz= das Absterben und Verlöschen des eigenen Lebenswillens der europäischen Völker, man will nur noch als Mensch überleben und sein kulturell Eigenes aufgeben: Es ist sein Weiterleben nicht wert. Irgendwo in Goethes Faust, (ich finde die Stelle jetzt nicht) heißt es schon sinngemäß:"Alles, was ist, ist wert unterzugehen!"= Dekadenz pur.

Zusatz:
Ein wenig orientiere ich mich dabei an einen Grundgedanken Nietzsches, daß nach dem Todedes christlichen Gottes die Phase des Nihilismus aufkommen wird (bei mir die Phase des Kampfeszwischen verschiedenen Weltanschauungen, die neue offizielle Religion zu werden) und daß dann der Nihilismus durch einen neuen Wertehimmel zu ersetzen ist. Nietzsche verstand sich ja als den Propheten und Überwinder des kommenden Nihilsmus. Der neue Wertehimmel ist die Politische Korrektheitsideologie und der Islam kämpft darum, daß er die neue öffentliche Religion in Europa wird. 

Samstag, 18. November 2017

Kampf der Lehr- und Meinungsfreiheit oder DDR-Nostaglie!

„Wir schulden den Afrikaner und Arabern nichts. Sie haben ihre Kontinente durch Korruption, Schlendrian, ungehemmte Vermehrung und Stammes- und Religionskriege zerstört und nehmen uns nun weg, was wir mit Fleiß aufgebaut haben.“ Diese Meinungsäußerung wird wohl einem Juraprofessor in Leipzig das Ende seiner Berufstätigkeit bescheren. (vgl dazu Junge Freiheit vom 17.11.2017). 
Eine DDR-Nostalgiestudentengruppe sprengte daraufhin eine Vorlesung des Professors, um klar zu stellen: Wer nicht links lehrt, darf an dieser Universität nicht lehren. Bis 1989 war ja die universitäre Welt in Ordnung, denn da dozierten eben nur SED-Parteimitglieder oder Professoren, die den Primat der SED anerkannten. Denn als wissenschaftlich wahr gelten kann nur, was sich im Einklang mit den ewigen Wahrheiten des Marxissmus-Leninismus befindet.
Jetzt gibt es gar Professoren, die gegen die Politische Korrektheitsieologie verstoßen. Ein Rassist ist nämlich der, der behauptet, daß die  sozialökonomische Misere afrikanischer Länder hausgemacht ist. Politisch korrekt ist dagegen allein die Schuldzuweisung an den "Weißen Mann". Das wiederum ist nicht rassistisch, sondern politisch korrekt: An allem Leid in Afrika ist allein der freie Westen und isb. Deutschland schuld. Der Afrikaner kann nichts für sein Schicksal, denn er ist immer nur das Objekt des Ausbeutungswillens des "Weißen Mannes"!
Auch darf ein Juraprofessor nicht auf die immensen Kosten der Politik der offenen Grenzen verweisen. Nein, auch das ist eben rassistisch.
Zu beachten ist, daß nicht etwa gegen diese Antifastudenten vorgegangen wird, die einfach einem Professor darin hindern, seine Vorlesung zu halten und die Mitstudenten am Hören der Vorlesung. Nein, faktisch wird denen das Recht zuerkannt, ihnen politisch Mißliebige am Lehren zu hindern. An der Leipziger Uni dürfen eben nur Linke dozieren oder zumindest politisch Korrekte.
Die Universitätsleitung macht sich dies Antifaanliegen nun zu eigen. Ja, das waren doch noch gute Zeiten, als nur SED- Zustimmer an Universitäten lehren durften. Überhaupt weiß man ja, daß unser Land an einem Zuviel an Meinungsfreiheit leidet und daß dem ein Ende bereitet werden muß.
Auch die FAZ, im permanenten Wettstreit mit der Süddeutschen und der TAZ um den Ruhm,die politisch korrekteste Zeitung zu sein, laudiert der Unileitung für ihren Kampf gegen diesen Rassismus.  "Die durch das Grundgesetz garantierte Freiheit der Lehre entbinde nicht von der Treue zur Verfassung oder dem beamtenrechtlichen Mäßigungsgebot." Für den FAZ-Inquisitor ist die Sache eigentlich klar (FAZ 16.11. 2017). Die Äußerungen des Juraprofessors verstoßen gar gegen die Verfassung: Wer behauptet, afrikanische Länder wären eigenverantwortlich für ihre sozioökonomische Misere und wer auf die Kosten der Politik der unbegrenzten Aufnahme von Wirtschaftsflüchtlingen verweist, dann gar sich für den Erhalt unserer Kultur einsetzt, der ist mehr oder weniger ein Verfassungsfeind. Denn das Grundgesetz bzw. die Verfassung fordern die Auflösung des Deutschen Volkes in ein multiethnisches Kunstgebilde und in ihm steht festgeschrieben, daß der "Weiße Mann" und isb. der Deutsche Michel an allem Elend der Welt schuld ist. 

Zusatz:
Selbstverständlich dürfen ab jetzt Vorlesungen und Seminare, in denen die Eigenverantwortichkeit afrikanischer Staaten für ihre sozioökonomische Misere thematisiert werden, nicht mehr stattfinden. Es darf auch nicht von den Kosten der Politik der offenen Grenzen gesprochen werden und die Deutsche und auch die Abendländische Kultur darf nicht als Erhaltenswertes dargestellt werden!  Am besten würde für jede Universität ein Politisch-Korrektness-Inquisitor bestellt, der dann bestimmt, wer was lehren darf!  Antifaschistische DDR-Nostalgikerstudenten unterstützen diese Großinquisitoren gerne handfest.          

Freitag, 17. November 2017

Ein bißchen Freitod ist schon erlaubt...Papst Franziskus

"Vatikanstadt (kath.net/KAP) Todkranke Menschen müssen laut Papst Franziskus nicht "um jeden Preis" medizinisch behandelt werden. Es sei moralisch vertretbar, auf therapeutische Mittel zu verzichten oder diese einzustellen, wenn sie in keinem Verhältnis zum erhofften Ergebnis stünden. Es gehe in solchen Fällen nicht darum, den Tod herbeizuführen, sondern zu akzeptieren, dass man ihn nicht verhindern kann"  Kath net vom 16. 11.2017
Der Jesuit als solcher zeichnet sich ja durch seine akrobatische Spitzfindigkeit aus: Frägt ein Dominikanernovize seinen Novizenmeister, ob er während des Rosenkranzes rauchen dürfe, so erhält er selbstverständlich die Antwort: "Das sei ferne!", aber wenn ein Novize im Jesuitenorden seinen Oberen frägt, ob er während des Rauchens einen Rosenkranz beten darf, wird ihm respondiert: "Vortrefflich!"-sofern der Novizenmeister nicht ganz modernistisch urteilt: "Rauchens, aber lassen sie den Rosenkranz weg, der ist vorkonziliar! "   
Papst Franziskus ist auch ein akrobatischer Jesuit. Fragen wir: "Ist es dem Menschen möglich, den Tod zu verhindern?" Die Antwort ist klar: Das kann der Mensch nicht. Wenn ich also auf Essen und Trinken verzichte und mich so zu Tode hungere, akzeptiere ich einfach, daß ich mit noch so aufwendigem und guten Essen und Trinken meinen Tod nicht verhindern kann. Und wenn die Aufnahme von noch so guter Nahrung nicht den Effekt erzielen kann, daß ich nicht sterben muß, dann kann ich das doch gleich sein lassen, so daß ich dann halt sterbe. So akzeptiere ich einfach mein Sterbenmüssen.
Wenn ich schwerst erkrankt bin und wenn ich eine bestimmte Medizin einnähme, dann  noch länger leben könnte, um dann schlußendlich doch sterben zu müssen, dann brauche ich diese für mich lebensnotwendige Medizin auch nicht einzunehmen, weil ich mein Sterbenmüssen akzeptiere und die Medizin, nähme ich sie ein, mich vor meinem Sterben auch nicht bewahren könnte.
Wenn das ernst genommen wird, hieße das, daß jeder Freitod legitim ist, wenn er in der Intention vollzogen würde, mein Sterbenmüssen zu akzeptieren und auf die Einnahme von Mitteln zu verzichten, die doch nur meinen Tod nur hinauszögern können. 
Zu so abstrusen Konzeptionen schwingt sich Papst Franziskus auf, um einerseits die moralische Verurteilung des Freitodes beizubehalten und andererseits zu unmenschliche Folgen dieses Verbotes jedes Freitodes auszuräumen. So händelt aber schon der Katholische Katechismus dies Problem, daß im Prinzip  der Freitod unerlaubt ist, daß er aber erlaubt ist als Verweigerung von zum Weiterleben unbedingt notwendigen therapeutischen Maßnahmen, wenn der Betroffene urteilt, daß der Aufwand an Therapie in keinem angemessenen Nutzen mehr steht zum Effekt, wie viel an Lebenszeit so noch für den Erkrankten dazugewinnbar ist. 
Das heißt medizintechnisch konkret: Wenn durch eine teure Maßnahme das Leben eines Schwersterkrankten um ein paar Tage verlängerbar wäre, soll der behandelnde Arzt erwägen, auf die Maßnahme zu verzichten, weil diese Investition sich nicht rentiert. Aber am Verbot des Freitodes soll festgehalten werden, nur es eben dem limitierten Budget von  Spitälern angepaßt werden. 
So können wir auch hier mal wieder die Flexibilität des jesuitischen Papstes bewundern. Wäre er ein Raucher, er würde auch, wenn er raucht, dazu beten!  

Zusatz:
Das moraltheologische Problem lautet aber,ob ein Mensch gegen seinen Willen zu seinem Weiterleben gezwungen werden darf. Dies bejaht der Katechismus, relativiert das dann aber, indem er Erkrankten das Recht zuspricht, eine weitere medizinische Behandlung zu verweigern, auch wenn diese für sein Weiterleben unbedingt notwendig ist, wenn der Erkrankte meint, die Maßnahme rentiere sich nicht, weil sie im Vergleich zum Aufwand zu wenig an Nutzen,an Lebensverlängerung bringt. Daß  durch dieses Urteil, das lohnt sich nicht, der so Urteilende selbst über sein Leben entscheidet, will ich weiter leben oder nicht, lohnt es sich für mich oder nicht, und so zum Herren über sein Leben wird, blendet der Katechismus wie der Papst einfach aus, denn das darf er laut dem Katechismus nicht.     

Donnerstag, 16. November 2017

Unser Umgang mit den Toten: Loslassen können?

Es spricht einiges dafür, daß in der Nomadenzeit, als der Mensch noch Jäger und Sammler war, es keine Beerdigungskultur gab, man zog eben als Nomade von Ort zu Ort und konnte sich so um die Verstorbenen nicht kümmern. Man lies sie los. Erst mit der Seßhaftwerdung dürfte sich das verändert haben, denn nun lebte man dort weiter, wo man vordem mit den jetzt Toten zusammengelebt hatte.Wie mit den nun Toten umgehen? Die Religionen der Menschen gaben darauf Antworten und so stifteten sie eine Beerdigungskultur und eine des Umgehens mit den Verstorbenen.
Den lieben Verstorbenen loslassen können, das hört man aber heutzutage oft als gut gemeinte Maxime an Trauernde. Das Leben müsse doch auch für den jetzt noch Trauenden weitergehen, er solle herausfinden aus seiner Trauer und sich neu dem Leben zuwenden. Diese Parolen könnten als das Kurzprogramm der richtigen "Trauerarbeit" bezeichnet werden. Das Konzept der "Trauerarbeit" ist nun selbstredend komplexer und auch vom Theorieniveau anspruchsvoller, aber es endet dann praktisch doch in diesen Maximen.
Ist es nun sehr pietätlos, wenn einen dies an den Umgang mit Papiertaschentücher erinnert: Statt daß man die vollgerotzten Taschentücher reinigte, um sie dann wieder zu benutzen, wirft man das einmal Benutzbare weg, um das nächste zu gebrauchen. Das ist zeitsparender und besser, zumal der Einmalgebrauch auch hygenischer sein soll. Gehört zur Wegwerfgesellschaft nicht geradezu das Pathos des Wegwerfens als die Kunst des Sichtrennenkönnes, des Loslassenkönnes? Denken wir an die allein in ihrem Hause wohnende Witwe, die nun ihr Dahein verlassen muß, weil sie ihr Lebensende in einem Pflegeheim verbringen muß- krankheitsbedingt. Sie muß loslassen, das muß sie lernen.
So sollen nun auch die um einen Toten Trauernden ihren Toten loslassen lernen, um sich neu dem Leben zuzuwenden.Nur, spricht nicht einiges gegen diese postmoderne Variante des Nomadenlebens, in der es kein Zusammenleben mit den Toten mehr gibt?  Es sei hier an den Film: "Das grüne Zimmer" von F. Truffaut erinnert (ein wunderschöner Film):
"Der Journalist Julien Davenne arbeitet nach Ende des Ersten Weltkriegs bei einer Provinzzeitschrift und ist dort hauptsächlich für das Verfassen von Nachrufen verantwortlich. Viele seiner Freunde sind im Krieg gefallen und seine Frau Julie stirbt ebenfalls nach kurzer Zeit. Für all die Verstorbenen richtet er bei sich zu Hause ein Zimmer ein, in dem er nächtelang Gespräche mit ihnen führt. Er lernt Cécilia Mandel kennen. Auch sie trauert um einen Toten. Davennes grünes Zimmer wird durch ein Feuer fast vollständig zerstört. Daraufhin kauft er eine Kapelle und richtet sie her. Er hält Andachten für seine tote Frau, alle seine toten Freunde und alle weiteren Toten, die er verehrt, vor allem Künstler." (Wikipedia: F.Truffaut, Das grüne Zimmer) 
Das wäre das völlige Gegenteil zum Ideal des Loslassens; ein Humanist müßte einwenden: ein Zuviel an Hinwendung an Verstorbene, die so eine Neuausrichtung auf das Leben verhindert. Aber stellen wir doch mal Fragen: Was taten die frommen Makkabäer, als sie Kameraden am Tage nach der Schlacht  tot auf dem Schlachtfeld fanden? Sie sahen, daß sie Talismänner getragen hatten. Gott hatte sie so dafür gestraft, daß sie nicht auf ihn vertraut hatten, sondern auf Götzen. Aber dabei blieb es nicht. Eingedenk des Tages der Totenauferstehung frugen sie nach den Heil dieser jetzt Toten. Sie ließen dann eine Totenmesse in Jerualem zugunsten ihrer gefallenen Kameraden lesen! Sie ließen ein Sühnopfer darbringen. Ist das nicht etwas völlig anderes als unsere Toten loszulassen? Den Tod von Kameraden vor Augen frugen sie sich: Was haben und was können wir jetzt zugunsten der Toten tuen? Nicht das eigene Leiden am Verlust der Gefallenen steht hier also im Mittelpunkt der sogenannten "Trauerarbeit", sondern die Sorge um das Heil der Verstorbenen. 
Die Verstorbenen sind ja nicht endgültig von uns getrennt. Für den religiösen Menschen gibt es eine Hoffnung auf ein Wiederzusammenkommen mit den Verstorbenen. Diese Hoffnung setzt nun religiöse Praktiken aus sich heraus: Man betet und bringt Opfer für die Verstorbenen dar. Wo heutztage das Ideal des Loslassens den Ton angibt, kapriziert sich eine religiöse Kultur auf die Möglichkeiten, zugunsten des Verstorbenen tätig werden zu können.  
Darüberhinaus: Was heißt es denn zu sterben und tot zu sein? Die Lehre der Katholischen Kirche sagt dazu, daß das Sterben der Ablöseprozeß der Seele von seinem Körper ist: Der Körper vergeht, die Seele nicht, denn sie ist unauflöslich. Die Seele ist aber das jeden Menschen Individuierende, sein Ich.  Dies Ich überlebt den Tod und so nur gibt es meinen Tod, denn mein Tod setzt denknotwendig voraus, daß Ich bin, daß Ich mir den Tod als den meinigen zuschreiben kann. Löschte sich dagegen das Ich auf, gäbe es den meinigen Tod nicht (so Epikur). 
Daraus resultiert aber eine gewichtige Frage: Nimmt das Ich nach dem Sterben noch wahr, was danach geschieht. Nimmt es wahr, wie seine Angehörigen nach seinem Tode mit ihm umgehen? Als Katholiken vertrauen wir auf die Fürsprache der Heiligen. Außer der Mutter Gottes sind alle Heiligen, auf deren Fürsprache wir hoffen, Verstorbene, deren Leiber auf Erden tot sind, deren Seelen aber bei und vor Gott sind. Als solche treten sie fürbittend für uns ein. Nur, wie könnten sie das, wenn sie unser Anrufen, betet für uns!, gar nicht mehr wahrnehmen könnten? Die Seelen müssen also als wahrnehmungsfähig gedacht werden, denn nur so können sie ihr Amt als Fürbitter gerecht werden. 
Setzt so gesehen die Maxime des Loslassen unserer Verstorbenen nicht voraus, daß sie einfach und endgültig tot sind, sodaß es ihnen völlig gleichgültig ist, wie wir uns ihnen gegenüber nach ihrem Absterben verhalten? Wenn dagegen die Toten als Seele postmortem in das ewige Leben eingehen, dann sieht das doch ganz anders aus. Ja, es muß damit gerechnet werden, daß sie noch irgendwie mitbekommen, wie wir uns zu ihnen nach ihrem Versterben verhalten! Ist das nicht die Voraussetzung jeder Beerdigungskultur und jedes kulturellen Umganges mit unseren Toten? 
So soll am Ende die These stehen, daß die implizite Voraussetzung der Maxime des Loslassens von unseren Verstorbenen die des endgültigen Totseins unserer Verstorbenen ist, daß aber in jeder religiösen Kultur das verneint wird, sodaß nicht von den Toten die Hinterbliebenden loslassen, sondern sich in religiösen Praktiken zu ihnen weiter verhalten. Man setzt auf ihr Weiterdabeisein und auf ein zukünftiges Miteinandersein. So verhält man sich dann zu den Toten.         

Mittwoch, 15. November 2017

Die Kirche und die Gewissensfreiheit -Das Ende der Moral?

"In der Debatte um sein Lehrschreiben"Amoris laetitia" hat Papst Franziskus noch einmal die Bedeutung des Gewissens betont. In den mitunter schwierigen Situationen für eine Ehe und Familie sei es wichtig, dass jeder sehr behutsam auf sein Gewissen achte, jenes "Heiligtum des Menschen, in dem er mit Gott allein ist", sagte der Papst am Samstag in einer Videobotschaft an die Teilnehmer eines theologischen Kongresses der Italienischen Bischofskonferenz in Rom." Katholisch de 11.11.2017

Aber was sagt die Kirche dazu:

Papst Gregor XVI.  in seiner Enzyklika Mirari vos vom 15. August 1832 :
„Aus dieser modrigen Quelle der Gleichgültigkeit, die den Glauben betrifft, fließt jene törichte und falsche Ansicht, die man besser als Wahnsinn bezeichnet, für jeden die Gewissensfreiheit zu fordern und zu verteidigen. Der Wegbereiter für diesen überaus verderblichen Irrtum ist diese vollkommen übermäßige Meinungsfreiheit, die auf weiten Gebieten zum Verderben der Kirche und des Staates verbreitet ist. Einige behaupten hierbei mit großer Unverschämtheit, daß sich daraus Vorteile für die Religion ergeben. Der heilige Augustinus sagt dagegen, was ist tödlicher für die Seele, als die Freiheit des Irrtums! Wenn jeder Zaum entfernt wird, durch welchen die Menschen auf den Pfaden der Wahrheit geführt werden, und dadurch ihre zum Bösen geneigte Natur in die Tiefe stürzt, sehen wir den geöffneten Abgrund der Hölle, aus dem der Apostel Johannes den Rauch aufsteigen sah, der die Sonne verdunkelte und aus dem Heuschrecken hervorgingen, die sich über die gesamte Erde verbreiteten, um sie zu verwüsten18. Aus diesem Irrtum entstammt die Wandlung der Gesinnungen, die zur Verderbnis der Jugend führen, aus dem die Verachtung des Volkes gegenüber der Religion sowie der heiligsten Dinge und Gesetze hervorgeht und aus dem die Worte der Pest kommen, die für das öffentliche Gemeinwesen tödlicher sind, als alles andere. Die Erfahrung bezeugt, was seit ältester Zeit bekannt ist. Staaten, die durch Reichtum, Macht und Ruhm aufblühten, sind an diesem einen Übel zugrunde gegangen, das sich in der übermäßigen Meinungsfreiheit, der Redefreiheit und der Sucht nach Neuerungen äußert.“   (zitiert nach Wikipedia: Gewissensfreiheit)

Frage: Ist das Gewissen der Ort der Anwesenheit von Gottes Stimme in mir oder spricht da in mir die Stimme des öffentlichen Geredes, der veröffentlichten Meinung? Das Gewissen ist ein Medium, nur unklar ist: Wer ist der Sender der Botschaften, die ich dann als die Stimme meines Gewissens höre.  Ist das Gewissen wirklich realiter etwas anderes als die subjektive Brechung des: "Das tut man nicht! Das gehört sich nicht!" in mir? In vormodernen Zeiten mag das Gewissen noch der Ort der subjektiven Verinnerlicherung der christlichen Moral gewesen sein, weil sie da den öffentlichen Diskurs bestimmte. Aber der öffentliche Diskurs hat sich in der Moderne Schritt für Schritt von der christlichen Moral emanzipiert. Im Protestantismus, wo schon seit Luther das Gewissen das Zentrum des moralischen Handelns bildete, gilt doch jetzt, daß das Leben aus meinem Gewissen heraus materialiter Leben gemäß dem Zeitgeist bedeutet.

Zusatz: So sieht das ein modernistischer Theologe, Schockenhoff
"Die Einschätzung ihrer Lebenssituation vor Gott kann unter Berücksichtigung aller relevanten Umstände nur durch die Betroffenen selbst in ihrem Gewissen geschehen. Aus Hochachtung vor dem Gewissensurteil der Betroffenen kann die Kirche daher geschiedene und wiederverheiratete Menschen nicht nur in allgemeiner Weise zur Teilnahme am kirchlichen Leben auffordern, sondern auch zur vollen Gemeinschaft am eucharistischen Mahl, dem greifbarsten Zeichen der Gegenwart ihres Herrn und der Verbundenheit der Gläubigen mit ihm und untereinander, einladen." (zitiert nach Herder-Korrespondenz 8/2011  S.389-394) Nur das Gewissen des Einzelnen entscheidet und diese Entscheidung hat dann die Kirche zu akzeptieren. Das individuelle Gewissen avanciert so zur höchsten Entscheidungsinstanz in und über die Kirche.



Dienstag, 14. November 2017

"Modezar Karl Lagerfeld empört mit Antisemitismusvorwurf" oder warum es keinen islamischen Antisemitismus geben kann!

"In Frankreich lebender deutscher Modedesigner zur Flüchtlingspolitik in Deutschland: „Man kann nicht vor Jahrzehnten Millionen von Juden töten und dann Millionen ihrer schlimmsten Feinde holen“. Kath net vom 14.11. 2017.

Dazu lesen wir auf der Internetseite des "Christlichen Forums" am 13.11. 2017:

"Hierzu ein Beispiel: Am 9. Januar 2011 zitierte der Großmufti in einer Rede vor Palästinensern folgenden Spruch aus der Hadithe (mündlichen Überlieferung Mohammeds). Dort heißt es hinsichtlich des Endgerichts und der Auferstehung:
„Die Stunde wird nicht kommen, bis ihr die Juden bekämpft habt. Die Juden werden sich hinter Steinen oder Bäumen verstecken. Dann werden die Steine oder Bäume rufen: ‚Oh, Muslim, Diener Allahs, da ist ein Jude hinter mir, komm und töte ihn.'“
3. Am 25.10.2015 leugnete der Großmufti in einem Interview mit dem israelischen TV-Sender Channel-2, daß sich auf dem Jerusalemer Tempelberg überhaupt jemals ein jüdischer Tempel befunden habe. Diese Stätte sei vielmehr schon vor 30.000 Jahren (!) eine Moschee gewesen.

Ist das nun ein islamisch fundierter Antisemitismus? Als aufgeklärter Gutmensch wissen wir aber da Bescheid: Der Antisemitismus ist ein Privileg von uns Deutschen, denn den haben wir ja selbst erfunden. Vielleicht war Luther der Anfänger, aber wahrscheinlich schon unsere germanischen Vorfahren in den Wäldern und da darf nun Niemand behaupten, es gäbe auch einen nichtdeutschen Antisemitismus. Als Gutmensch kann man höchstens noch konzedieren, daß jeder Rechte ein Antisemit ist, aber der Islam ist eine gute Friedensreligion und darum hundertprozentig frei von jeder kleinsten Spur des Antisemitismus. Daß nun gar ein Deutscher, dieser Modedesigner gegen diese heiligen Grundsätze der politischen Korrektheit verstößt, ist unverzeihlich. Das ist eine eindeutige Haßbotschaft und Falschmeldung, weil sie politisch inkorrekt ist. 

Zusatz:
So wird ja auch völlig zu recht Stefan Scheils Buch: Polen 1939 in den Medien verurteilt, lesen wir da doch (3.Auflage 2014, S.62): "Damit brachte er [Beck] die Judenfeindschaft der meisten polnischen Parteien zum Ausdruck und die seiner Regierung,  > die sich offen zum Antisemitismus bekannte, und dies insbesondere durch ihren AußenministerJosef Beck< [Nachum Goldmann, Gespräch mit Beck, Paradox] Man stand in der Tradition des landesweiten Judenboykotts von 1912 und strebte offiziell die Auswanderung möglichst vieler, wenn nicht aller Juden an."  Selbstredend verstößt auch diese Aussage wie die des Modedesigners gegen die Grundlagen der politischen Korrektheit und ist darum eine haßerfüllte Falschaussage. Denn  nur Deutsche können streng genommen antisemitisch sein, niemals aber  Muslime oder Polen.  
Hegel wird das Votum zugesprochen, daß er auf die Frage: "Wenn es denn nun eine Tatsache gäbe,die ihrem philosophischen System widerspräche, was dann?" respondiert haben soll: "Um so schlimmer für die Tatsache!" Das ist auch der Standpunkt eines politisch korrekten Gutmenschen. Leider haben noch nicht alle Deutschen diese Geisteshöhen des Gutmenschtumes erreicht, wie etwa Herr Lagerfeld oder der Historiker Scheil. 

Montag, 13. November 2017

SED und "Die Linke": vereint im Kampfe gegen das Christentum!

"In den Kindertagesstätten von Nordrhein-Westfalen sollten muslimischen Kindern nicht länger christliche Traditionen aufgedrängt werden, hatte die dortige Linkspartei nach einem Bericht der „Rheinischen Post“ gefordert. Wenn man statt Sankt Martin ein „Sonne-Mond-und-Sterne-Fest“ feiern würde, fühlten sich mehr Kinder angesprochen, hatte der Vorsitzende Rüdiger Sagel argumentiert. „Dazu braucht man keinen Sankt Martin, der dem Lichterzug auf dem Pferd voranreitet.“ So berichtet der Tagesspiegel am 6.11. 2017, jetzt soll der Linken-Politiker "zurückgerudert" sein: So habe er das nicht gemeint!  Kommentierend fügt der Tagesspiegel dann an: "Der Streit um Sankt Martin ähnelt den Bestrebungen in mehreren deutschen Städten, darunter Berlin, Weihnachtsmärkte in Winterfeste umzubenennen, weil Angehörige anderer Religionen sich angeblich gestört fühlen."
Auf einen interessanten Aspekt sei hier verwiesen. Die SED war wohl im Kampfe gegen die christliche Religion eine der erfolgreichsten Parteien der Linken. Während in anderen postsozialistischen Ländern wie etwa in Rußland oder Polen die Kirchen aufblühen, während selbst die Kommunistische Partei Chinas die wachsende Attraktivität der christlichen Religion nicht zu unterbinden vermag, ist Ost, bzw. Mitteldeutschland das Land des Atheismus geblieben auch nach dem Ende der SED-Herrschaft. 
Und: Diese Partei nutzt weiterhin jede Gelegenheit, den Kampf gegen die christliche Religion fortzusetzen. Ob in Berlin mit Hilfe der Partei "Die Linke" der Religionsunterricht in den Schulen als ordentliches Unterrichtsfach abgeschafft wurde oder anderswo: auf die antichristliche Linke ist Verlaß. Nicht ist sie mehr prinzipiell gegen die Religion, das hat sich geändert, seit dem diese Partei ob der Liebe zu den Asylanten auch die Liebe zum Islam in sich erweckte. Nur, die christliche Religion, die will man weiter bekämpfen!
Erstaunlich ist dabei, daß nun Ex-SED- Partei aus Liebe zum Islam die christiche Religion zurück zu drängen behauptet, und nicht mehr im Namen des wissenschaftlichen Atheismus! 
Aber nun kommt das wunderlichste: Auf  katholischen und evangelischen Kirchentagen und nicht nur dort, sind Parteipolitiker der "Linken" immer gern gesehene Gäste, man schwelgt gemeinsam im politisch korrektem Gutmenschsein, aber wenn es dann um die AfD geht, da leuchten in der Katholischen Kirche wie bei den Evangelischen die Warnlampen: ob man mit solchen reden darf? Die "Linke" kann sich rühmen, Großes im Kampf gegen die christliche Religion geleistet zu haben, als sie noch als SED firmierte, jetzt hat sich vieles in dieser Partei geändert, aber an dem Kampf gegen die christliche Religion hält man fest.  
Es wäre mehr als wünschenswert, erforschte man einmal, warum und wie es der SED in der DDR gelang, so erfolgreich das Christentum in Mitteldeutschland auszutrocknen. Daß diese Partei aber heutzutage ein quasi Lielingsgesprächspartner auf christlichen Kirchentagen wurde, das ist wirklich ein Skandal! Aber politisch korrekt verblendet sieht man nur noch Rechts Feinde und verkennt so den wahren Feind, der stets links stand und steht.