Sonntag, 20. Mai 2018

Irritationen: Sind wir nur Leib?

"Von den Verächtern des Leibes" sagt Nietzsche (Also sprach Zarathustra):"Leib bin ich und Seele-so redet das Kind. Und warum sollte man nicht wie die Kinder reden? Aber der Erwachte,der Wissende sagt:Leib bin ich ganz und gar, und Nichts ausserdem;und Seele ist nur ein Wort für ein Etwas am Leibe. Der Leib ist eine grosse Vernunft, eine Vielheit mit Einem Sinne,ein Krieg und ein Frieden, eine Herde und ein Hirt."
Und als Präzisierung: "dein Leib und seine grosse Vernunft:die sagt nicht Ich, aber thut Ich."
Das ist Revolution: Der Leib als das Vernünftige, die Seele als Appendix des Leibes,die kleine Vernunft im Kontrast zur großen des Leibes. In den "ökonomisch-philosophischen Manuskripten" distinguiert Karl Marx zwischen dem Gattungsbewußtsein und dem Individualbewußtsein des Menschen mit der These, daß die Entfremdung des Menschen die von seinem Gattungsbewußtsein sei, daß er als Individuum sich als selbstzwecklich ansieht und den Anderen nur als Mittel zum Zweck der Realisierung seiner Individualinteressen.Dies drückt P. Sloterdijk so aus: "Die Dogmatik einer primären Einsamkeit des Menschen wird gerade in der Moderne und nicht zuletzt dort, wo diese tief und radikal sein will, so triumphal wie kaum je zuvor zum Vortrag gebracht." Sloterdijk, Mir näher als ich selbst, in: derselbe, Nach Gott, 2017, S.130.
Dualismen bestimmen das Denken in diesen 3 Zitaten:
Leib versus Seele  oder Gattungsbewußtsein versus Individalbewußtsein oder Sloterijk: Das In-Sein der Seele versus ihre Einsamkeit. Könnte man diese Dualismen rekonstruieren als Reflexionen über den Egozentrismus, der sich jeweils einem Übergeordnetem entzieht, weil das Ego nur noch für sich sein will als Mittelpunktdasein? Wo das Ich (man denke jetzt auch an Fichtes Ichphilosophie) oder das Individuelle oder das einsame Subjekt sich zum Anfang und Ende von Allem versteht, da wird alles Andere diesem Ego unterworfen= subjektiviert.Das, was der "Seelenvernunft" dann das Unvernünftige, das Irrationale ist, das wäre dann die wahre Vernunft, die des Leibes, die des Gattungswesens des Menschen und die der Seele, die- so Augustin, auf ihn bezieht sich Sloterdijk explizit- die in Gott ist und deren Depravation ihr Fallen aus Gott zu seinem illusionären Selbststand ist. 
Das von Nietzsche kritisierte Ich wäre dann das sich verabsolutierende, das sich aus der Geschichte der Menschwerdung zum Übermenschen emanzipierende Ich, dem der Körper als Transindividuelles gegenübergestellt wird, wie das Gattungswesen eben auch das Transindividuelle meint bei Karl Marx im Kontrast zum bürgerlichen Egozentrismus. Wenn das In-Sein (nach dem hl. Augustin) in Gott das die Seele Bestimmende ist, dann ist ihre Vereinsamung ihre Emanzipation aus diesem In-Sein zugunsten eines Insichseins der Seele, die sich alles Andere als für sich an- und unterzuordnen versucht. 
Dann könnte Nietzsche mit der Leiblichkeit gerade das nicht meinen, was der moralische Diskurs, wenn er vom Seele-Leib-Dualismus ausgeht, unter dem Leiblichen versteht, die Begierden und das Begehren des "Fleisches".  Das Leibliche wäre dann der Gattungswille des Menschen, der sich das individuelle Ich subordiniert.  
Der Mensch als Gattugswesen, das hieße, daß er als Individuum immer schon in der Gattung lebt und nur in diesem "In" etwas Einzelnes ist. Der Wille der Gattung ist nun nicht einfach ein conserativer, der des Erhaltens der Gattung,sondern der zur "Menschenverbesserung" (vgl: Sloterdijk, Menschenverbesserung in: Nach Gott und: ders: Regeln für den Menschenpark) .
Kann das wirklich mit dem Begehren des Fleisches identifiziert werden? Teilweise schon! Denn der Sexualtrieb, der am Orte des Individuumes als Streben nach Lustgewinnung wahrgenommen wird, ist auf das Gattungswesen Mensch bezogen der Wille zur Bewahrung der Gattung Mensch durch die Fortpflanzung. So ist es die List der Vernunft des Körpers, daß das Überlebensnotwendige, der Akt der Fortpflanzung so mit einem Lustgewinn verbunden ist, daß die Menschen ihn hedonistisch vollziehen und so das Vernünftige tuen! Und doch ist die Leiblichkeit so verstanden etwas ganz anderes als das Begehren und die Begierden des Fleisches. Nietzsche verstünden wir völlig falsch, meinten wir, er plädiere hier für carpe diem, für Wein, Weib und Gesang. 
Es müßte so zweierlei Kritik der Seele unterschieden werden: a) eine materialistische, die sagt, daß es die Seele gar nicht gäbe und b) eine ethische, die die Individualseele als das Subjekt eines Egozentrismus deutet, eines vom Menschsein entfremdeten Seinsweise, in der das Individuum sich emanzipiert hat aus seinem In-der -Gattung-Sein. Nietzsche scheint diese beiden Kritiken zu vermengeln und so seine Kritik zu verunkaren. Denn der Leib ist bei ihm ja eine bestimmte Existenzauffassung des Menschen, eine, in der der Mensch sich als Teil der Gattung versteht und aus diesem Bewußtsein heraus, der großen Vernunft lebt, wohingegen die Seele die Existenzweise meint, in der der Einzelmensch sich als das Zentrum setzt,dem alles andere zu subordinieren ist.
Die theologische Antwort: daß durch die Einwohnung des Hl. Geistes die Individualseele wieder in ihre angemessene Position verrückt wird, daß der Einzelmensch eine Individuation der Idee des Menschseins ist, aus der sich zuvörderst das Gattungswesen des Menschen generiert.        

Samstag, 19. Mai 2018

Irritierendes- Früher war das doch alles irgendwie anders


"Der Kern der Lehre des heiligen Athansasius kann wie folgt formuliert werden: Christus, das Göttliche Wort (Logos) „wurde Mensch damit wir vergöttlicht werden; er offenbarte sich im Leibe, damit wir zur Erkenntnis des unsichbaren Vaters gelangen„
 (www.kathnews.de/christus-wurde-mensch-damit-wir-vergoettlicht-werden)

P.Sloterdijk schreibt: "Erst in der heutigen Zeit,in der eine postmetapysische Umformung des Christentums eingesetzt hat, will man eine rein menschliche Form von Christlichkeit hervorbringen, folglich möchte man die Gläubigen aus der vertikalen Spannungen entlassen, die vormals seine Würde begründeten."Sloterdijk, Menschenverbesserung, in: derselbe: Nach Gott, 2017, S.228.Was meint hier der Begriff der vertikalen Spannung, der das Spezifische eines metaphysisch verstandenen Christentumes  ausmache. Sloterdijk exemplifiziert dies an der Anthropologie von Pico della Mrandola anhand dessen "Rede über die Würde des Menschen". (221f) Gott habe den Menschen als einzigen ohne bestimmte Eigenschaften erschaffen. Das mache seine Sonderstellung aus. "Aus diesem Mangel macht nun Gott einen Vorzug, indem er zu Adam sagt: Du wirst unter allen Geschöpfen dasjenige sein,das sich selbst erschafft. Dir gebe ich die Würde als dein eigener Erfinder." (S.221)."Du wirst  die Ursache dafür sein, wenn du dich zum Göttlichen erhebst, doch wenn du dich zur Stufe des Tierischen herunter-bildest, bist du ebenfalls hierfür die Ursache." (S.222).
Unsere spontane Reaktion dürfte einhellig ablehnend ausfallen: 1. Gott schuf den Menschen als Menschen und das sollen wir auch sein und bleiben wollen, 2. ist es hybrisch, daß hier der Mensch sich als Hervorbringer seiner selbst hochstilisiert und 3. klingt das doch wie eine Vorwegnahme des Nietzsches Votums: "Der Mensch ist ein Seil,geknüpft zwischen Thier und Übermensch-ein Seil über den Abgrund. Ein gefährliches Hinüber, ein gefährliches Auf-dem Wege, ein gefährliches Zurückblicken, ein gefährliches Schaudern und Stehenbleiben." (aus der Vorrede aus: Also sprach Zarathustra, 4)
Die vertikale Spannung meint so, daß der Mensch auf einer Höhenachse eingezeichnet sich nach oben hoch entwickeln kann, oder daß er herabstürzen kann in ein Untermenschsein. In diesem Sinne ist der Mensch nichts Fixiertes, sondern er ist sich von Gott als Aufgabe gegeben, etwas aus sich zu machen. Moralisch ausgedrückt: Er kann zum Heiligen werden, er kann aber auch sich zum Tier entmenschlichen, daß er nur noch wie ein Tier leben will, dem sein Bauch sein Gott ist, um es biblisch auszudrücken. Die katholische Theologie betont nun selbstverständlich, daß ohne Gottes Gnade als Wirkkraft  der Mensch sich nicht zum Höheren fortentwickeln kann. Sloterdijks bedenkenswerte These lautet nun aber, daß das zeitgenössische Christentum (damit ist selbstredend das nachkonziliare gemeint) von diesem Höher-Hinaus nicht mehr wissen will. Der Mensch ist, wie er ist und so soll er auch bleiben, denn Gott sagt zu ihm so Ja!, wie er ist. Die göttliche Gnade verändert den Menschen nicht mehr (so der Tendenz nach schon Luther), sondern bejaht ihn nur und das genau ist die Wirkkraft der Gnade Gottes- eben keine Wirkkraft zu sein. Sie affirmiert nur noch den Menschen, so wie er ist. Er wird zu einem Fixierten ohne eine Möglichkeit zum Aufstieg noch steht er in der Gefahr des Abfalles, des Sturzes. Sein Leben ist so ungefährlich geworden. 
Nur, ist das wirklich christlich? Wenn Gott Abraham etwas verheißt, dann nicht, daß er so bleibt, wie er ist, und daß er so von Gott bejaht wird, sondern er verheißt Abraham, aus ihm ein so großes Volk zu machen, das es nicht mehr zählbar ist. Gottes Gnade läßt den Menschen nicht so sein, wie er ist, sondern macht ihn groß. Für das völkische Denken des Alten Bundes heißt das, daß verheißen wird, daß das erwählte Volk ein großes Volk werden wird und  für den neuen Bund mit seiner Zentrierung auf das jenseitige Leben, daß der Mensch anteilig wird am ewigen göttlichen Leben. Immer ist dabei mitgesetzt die Möglichkeit der Verfehlung, daß das jüdische Volk aufhören kann, Gottes Volk zu sein, daß der Mensch statt ins ewige Leben ewig verdammt wird. Das ist die Vertikalspannung in der christlichen Religion, die so auch Pico della Mirandola treffend zum Ausdruck bringt, gerade indem er den Menschen als von Gott zur Freiheit Bestimmten denkt. Die christliche Religion ruft den Menschen zur Freiheit auf, zwischen der Möglichkeit, Diener des Teufels oder Diener Gottes zu werden, oder anders gesagt, sich als Mensch zu überwinden durch seine Heiligung oder sich zu entmenschlichen, indem er sich vertiert. Nur eines scheint ihm unmöglich, einfach nur Mensch bleiben zu wollen. 
Verharren wir im Bilde Nitzsches: Einem Seiltänzer gleicht der Mensch, zwischen dem Hintersich, dem Untermenschlichen und dem Vorsich, dem Übermenschlichen, dessen Leben Bewegung ist, entweder nach "unten" oder nach "oben". 
Aber nachdem all die großen Projekte der "Menschenverbesserung" sich in der Moderne eher als Katastrophen denn als heilsame Aufwärtsbewegungen erwiesen hatten, gilt nun im Postmodernen wie in der nachmetaphysischen Theologie, daß der Mensch ist, wie er ist und so auch bleiben soll, denn Gott selbst sagt jetzt zu Abraham: Bleibe in deinem Lande, bleibe, was und wie du bist, aus der wird nichts außer dem, was du nun mal bist. 
Vergöttlichung des menschlichen Lebens, Anteilhabe am Göttlichen, Überwindung des rein Menschlichen? Nein danke! Selbst auf die Verheißung des jenseitigen ewigen  Lebens kann der postmoderne Christ verzichten, überdrüssig schon des endlichen Lebens.               

 




Freitag, 18. Mai 2018

Der Volksaltar-eine kleine Polemik

Der Volksaltar ist in den Katholischen Kirchen inzwischen zu so einer Selbstverständlichkeit geworden, daß das Problematische dieser nachkonziliaren Erfindung kaum noch empfunden wird. Zudem ist die Protestantisierung so weit fortgeschritten, daß das genuin katholische Verständnis der Eucharistie auch weitestgehend untergegangen ist.
Auch wenn der Altabt Jeremias OSB auf Katholisch de (18.5.2018) in seinem Tageskommentar gegen diese Feststellung protestiert:"In den vatikanischen Behörden kann man viele Leute antreffen, die sich in der Welt gut auskennen. Es gibt auch ein paar andere: Ein Monsignore sagte mir vor kurzem treuherzig, die deutsche Kirche sei leider schon ganz dem Protestantismus verfallen."so kann auch dieser Protest diese Tatsache nicht aus der Welt schaffen- erfreulich nur, daß es im Vatican auch Klarsichtige gibt.
Was hat das aber mit der Protstantisierung der Kirche zu tuen, könnte nun angefragt werden. Fragen wir einfach, was sich ändert durch die Installation des Volksaltares.  Das priesterliche Handeln in der hl. Messe hat zwei grundverschiedene Richtungen: Der Priester bringt Gott das Opfer dar, er betet zu Gott, er kommuniziert also, abstrakter formuliert, zu Gott hin.Der Priester kommuniziert aber auch zum Volke hin, wenn er predigt oder wenn er segnet und wenn er die hl. Kommunion austeilt. Diesen zwei Ausrichtungen entsprach die räumliche Gestaltung der Kirche. Der Hochaltar mit dem in ihm eingesetzten Tabernakel präsentiert den Ort der Gegenwart Gottes in der Kirche- das Tabernakel ist ja das Begegnungszelt des Alten Bundes. Wenn also der Priester zu Gott hin kommuniziert, wenn er das Meßopfer darbringt, zu Gott betet, dann wendet er sich zum Hochaltar hin, um so sichtbar zu machen, daß jetzt zu Gott hin kommuniziert wird. Wendet er sich aber zum Volke hin, dann kommuniziert er zum Volke.Diese zweifache Ausrichtung kann dann noch durch einen Wechsel in der Sprache verdeutlicht werden. Das Lateinische als heilige Sprache (sie ist es geworden, weil sie im Profanen als "tote" Sprache nicht mehr benutzt und nur noch für sakrale Zwecke benutzt wird) wird zur Kommunikation zu Gott hin verwendet, die profane Landessprache für die Kommunikaion hin zum Volke.
Was bleibt aber davon übrig, seit der Volksaltar installiert wurde? Jetzt gibt es nur noch eine Kommunikationsausrichtung: Der Priester kommuniziert immer zum Volke hin, auch wenn er zu Gott betet und ihm das Meßopfer darbringt. Die Ausrichtung auf Gott hin wird dann noch dogmatisch behauptet, der praktische Vollzug dementiert das aber. Das führt zur Protestantisierung des Meßverständnisses. Denn für Luther und alle ihm Folgenden ist die "Abendmahlsfeier" kein kirchliches Opfer, die Abschaffung des Meßopfers war ja das Hauptanliegen dieses "Reformers", und so gibt es im Protestantismus keine Priester mehr. Jetzt agiert im evangelischen Gottesdienst ein Pfarrer, der kein Priester ist. Jetzt wird nur noch eine Mahlfeier im Gottesdienst durchgeführt, die als einzigen Adressaten die Gemeinde hat.Dem entspricht auch die Stellung des Pfarrers im Gottesdienst. Er handelt immer nur der Gemeinde zugewandt, weil auch nur sie der Adressat seines Wirkens ist. Selbst die Gebete werden so gesprochen, daß sie bei der Gemeinde ankommen. (Faktisch sind sie dann auch mehr Aufrufe zum Handeln an die Hörergemeinde als daß sie ein Beten zu Gott wären.)
Faktisch hat nun die Einführung des Volksaltares  dazu geführt, daß dogmatisch noch am Meßopfer und an der Ausrichtung auf Gott hin festgehalten wird, aber der Handlungsraum in der Kirche ist jetzt protestantisch gestaltet ist als eine Veranstaltung zur alleinigen Auferbauung der Gemeinde. 
Und die Folgen? Wer die Wortmeldungen zur Frage, darf ein evangelischer Christ, verheiratet mit einem Katholiken die Kommunion empfangen?,verfolgt, stellt mit Befremden fest, daß dabei der Katholische Glaube auf den Glauben an die Realpräsenz in den konsekrierten Elementen reduziert , aber der Opfercharakter der Eucharistie einfach vergessen wird.
So gesehen ging die praktische Verneinung des kirchlichen Meßopfers, man sollte noch an die Darbringung des Meßopfers glauben, auch wenn faktisch die Eucharistie nur noch wie ein heiliges Mahl gefeiert wird, der dogmatischen voraus. In heutigen Zeiten- wo hört man da noch etwas vom Meßopfer? Das Zentrum des Katholischen Gottesdienstes ist so verdunkelt worden und das ist die faktische Selbstprotestantisierung der Katholischen Kirche.

Donnerstag, 17. Mai 2018

Die Katholische Kirche= auf dem Wege zu einer NGO?

"Wird die katholische Kirche langsam in eine linksliberale NGO umge-wandelt?", frägt die Internetseite "freie Welt". Wer so frägt, gibt damit schon die Antwort und wer wollte diese Frage verneinen. Aber trotzdem sei hier ein Fragezeichen erlaubt. Daß Papst Franziskus "ganz oben" und der organisierte Laienkatholizsmus von"unten",  unterstützt von vielen Bischöfen und Priestern eine solche Transformation erstreben, ist wohl zutreffend. Fraglich ist aber, ob der Herr der Kirche eine solche Transsubstantion der Kirche zulassen wird. 
Der Bischof von Limburg, das war das Bistum, daß unter Bischof Kamphaus heroisch bis auf den letzten Blutstropfen dafür kämpfte, Schwangeren Tötungslizenzen für ihre Kinder im Mutterleib ausstellen zu dürfen, der jetzige, Bischof Bätzing bringt diese Transformation in eine NGO so auf den Punkt: 
"Das Kreuz sei vielmehr ein Symbol für Nächstenliebe, Menschenwürde, Solidarität und Toleranz, sagte Bätzing. "Darunter können sich viele Menschen unterschiedlichen Glaubens versammeln."https://www.hessenschau.de/.../limburger-bischof-distanziert-sich-von-soeders-kreuz-erla...
Das Kreuz wird entchristlicht, es soll zu einem bloßen Symbol des Humanitarismus werden.Die Gehalte dieses Humanitarismus werden dabei so plakativ phrasenhaft formuliert, daß sie von Jedermann bejaht werden können, es sei den, wer stöße sich an dieser Phrasenhaftigkeit. Was nun das Sühnopfer Christi mit "Nächstenliebe, Menschenwürde, Solidarität und Toleranz" zu tuen haben soll, ist trotz intensivsten Nachdenkens völlig rätselhaft- und man muß wohl schon ein hundertfünfzig prozentiger Gutmensch sein, um das verstehen zu können.
Das Kreuz soll so eben uminterpretiert werden zum Symbol des Humanitarismus. Der wiederum bildet das weltanschauliche Fundament der NGOs.  
Der Verzicht der Kirche auf jede Mission, die Ersetzung der Mission durch praktizierte Sozialdiakonie  und die Umwandlung der Seelsorge in diakonisches Handeln mit therapeutischen Anliegen rundet diese Umformung ab. Das Eigentliche gerät aus dem Blick.  Das bringt gerade diese Kreuzesinterpretation des Limburger Bischofes so prägnant zum Ausdruck. Diese Deutung des Kreuzes reißt das Symbol auch völlig aus seinem religiösen Kontext. Steht das christliche Kreuz für die wesentliche Praxis der Religion, dem Opfer und verweist noch das eiserne Kreuz auf den Gedanken des Opferbringens, dann säkularisiert diese Deutung das Kreuz völlig, indem es nur noch für einen rein weltlichen Humanitarismus stehen soll. Das ist eben eine Variante des religionslosen Christentumes, wie es der protestantiche Theologe D. Bonhoeffer angedacht hat. 
Der Wille zur Transsubstantion der Katholischen Kirche in eine NGO ist auch eine Antwort auf die Frage, wie sich die Katholische Kirche als "global player" in der sich globalisierenden Welt situieren will. Nach dem Ende der konstantinischen Epoche nach dem Ende des 1. Weltkrieges und ihrem Neuverortungsversuch als Organisation in der pluralistisch verfaßten modernen Gesellschaft im 2. Vaticanum will nun die Kirche sich so in den Prozeß der Globalisierung hin zur Einheitswelt einbringen als der Organisation der praktizierten Humanität, wobei dann das Christlich-Religiöse als innere Motivation zur Humanität in die reine Innerlichkeit zurückgedrängt wird: Die Kirche will nur noch humanitaristisch sein.   
     

Mittwoch, 16. Mai 2018

Ein Idealbischof- von Papst Franziskus auserwählt

Wir haben die Ehre, einen Muster-Idealbischof vorstellen zu dürfen, von Papst Franziskus 2017 zum Bischof ernannt,Bischof Glettler. Hier sein Kurzportrait- oder mein Beitrag zur Zersörung der Katholischen Kirche:
"Unter anderem erklärte Glettler in einem Interview mit der österreichischen Presseagentur APA, daß ein Frauenpriestertum „nicht so utopisch“ sei. Mit dem Frauendiakonat rechnet er sogar „relativ bald“. Dabei ließ er wenig Zweifel, überzeugt zu sein, daß Papst Franziskus die Frage nach Zulassung von Frauen zum Weihesakrament „positiv entscheiden wird“. Für die Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene zeigte er sich „sehr offen“. In der Aufweichung der Unauflöslichkeit der Ehe und der Legitimierung der Scheidung sah er „sehr, sehr viel Sinn vom Evangelium her“. kath info 14.5.2019 

1. Zusatz
Nach unbestätigten Gerüchten soll zu Zeiten unter dem Heerlager des Teufels und all seiner Hilfstruppen euphorische Stimmung herrschen. Gott habe zwar gesagt, daß die Mächte der Unterwelt die Kirche Jesu Christi nicht überwältigen könnten, aber jetzt steige die Hoffnung, es doch noch zu schaffen- angesichts des Stromes der Erfolgsmeldungen! "Wir schaffen das!", heißt jetzt die Tagesparole.

Dienstag, 15. Mai 2018

Der Mensch- ein Schauspieler Gottes, ein unheiliger?

"Betrachte dich als einen Schauspieler in einem Drama: die Rolle gibt dir der Dichter, du mußt sie spielen, ob sie kurz oder lang ist. Will er, daß du einen Bettler darstellen sollst, so mußt du auch diese Rolle gut spielen, auch wenn du einen Krüppel, einen Fürsten oder einen gewöhnlichen Menschen darstellen sollst. Deine Sache ist nur, die dir gegebene Rolle gut zu spielen,sie auszuwählen, ist die Sache eines anderen." Epiktet, zitiert nach: G. Hentrich, Vom Glücklichsein, 1983, S.82.
Epiktet, einer der großen stoischen Philosophen zeigt hier aufs eindrücklichste, daß der Christ aus jeder Philosophie, wenn sie wahrhaftig denkt, lernen kann. Der Vergleich der Welt mit einer Theaterbühne, auf der das von Gott gedichtete Drama aufgeführt wird, ist von bestechender Aussagekraft, etwas Hochkomplexes, (die Menschheitsgeschichte) durch etwas Einfacheres (ein Theaterstück) zu erklären. Gott regiert, (wie ein Dichter sein Theaterstück) aber jeder Mensch, auf der Bühne des Lebens stehend, steht dann vor der Aufgabe, seine Rolle gut zu spielen. So versucht Epiktet Gottes Regieren als Bestimmen und die menschliche Freiheit in eins zu denken duch die Differenzsetzung von Rolle und dem Wie die Rolle spielen. 
Der Gedanke des Dramas impliziert aber auch, daß der äußere Gang der Geschichte durch den Dichter des Dramas determiniert ist. G. Keith traut da der Destruktivkraft der menschlichen Schauspieler mehr zu, wenn er schreibt:
"Gott hat etwas geschrieben, nicht so sehr ein Gedicht als ein Bühnenstück, ein Stück, das vollkommen  hatte sein sollen, das aber zwangsweise menschlichen Schauspielern und Regisseuren überlassen blieb, die seitdem ein heilloses Durcheinander angerichtet hatten.Gilbert Chesterton, Orthodoxie. Eine Handreichung für die Ungläubigen,2015,S.156. 
Das von uns Menschen gespielte Theaterstück kann so ganz aus der göttlichen Regieplanung herausfallen, sich vom Dichter emanzipieren zu einem Horrorstück. Aber wo bleibt da Gottes Regieren? Und bei Epiktet ist zu fragen: Ist da die menschliche Freiheit ernst genug genommen? Die Wahrheit liegt wohl darin, wenn Beide zugleich recht hätten-  oder? Aber das macht eben das Geheimnisvolle und Faszinierende des Begriffes des Schicksales aus!

Montag, 14. Mai 2018

'Ich zahle Kirchensteuer, dafür möchte ich auch eine Oblate!'

Unbestreitbar erlebte der "Katholische" Kirchentag 2018 seinen spirituellen Höhepunkt, ja seinen ökumenischsten Augenblik, als der evangelische mit einer Katholiken verheiratete von Hirschhausen erklärte:
"Bei der Diskussion über das Thema "Wann stört Religion? Was stört an Religion?" forderte Eckart von Hirschhausen, der mit einer katholischen Frau verheiratet ist und damit auch eine gemeinsam veranschlagte Kirchensteuer für die katholische Kirche zahlte: "Dafür will ich auch eine Oblate, wenn ich mit meiner Frau zur Messe gehe." Kath net 12.5.2018. Das Kirchentagspublikum feierte dieses ökumenische Votum euphorisch. So Kath net.
Es ist doch jedem ad hoc einsichtig, daß jeder, der eine Kirchensteuer bezahlt, damit auch das Anrecht erwirbt, zur hl. Kommunion zugelassen zu werden. Wenn dann dieser Evangelische in völliger Verkennung der katholischen Lehre vom Altarsakrament meint, in der Kommunion nur eine "Oblate" zu empfangen, dann muß das selbstredend als Ausdruck der Individualisierung und Pluralisierung des Glaubens respektiert werden. Jeder ist, was er ißt, urteilte schon der materialistische Philosoph Feuerbach- wer da also statt des Leibes und Blutes Christi nur ein Brot empfangen will, der bekommt eben in der Eucharistie auch nur ein Brot, damit er wird, was er ißt. Jesus Christus wird sich schon in der Eucharistiefeier den divergierenden Konsumwünschen der Kommunikanten anpassen können: Jedem, das was er begehrt.
Dem Auditorium ist so unbedingt zuzustimmen: Wer Kirchensteuer zahlt, darf nicht von der Kommunion ausgeschlossen werden- und es ist seine reine Privatsache, was er denn da meint, in die Hand gelegt zu bekommen- ob einen Vollkornkeks oder den Leib Christi!
Zu erstreben wäre im Sinne der Demokratisierung der Kirche eine Online- Umfrage unter allen Mitgliedern der Kirche in Deutschland, ob sie der Aussage, daß in der Eucharistie nur eine "Oblate" empfangen wird, also ein Kecks, mehrheitlich auf Zustimmung trifft. Falls dem so ist, sollte hier die Kirche ihre Lehre diesbezüglich sofort modernisieren- vielleicht als Einzelfall für den deutschsprachigen Raum!
Das, was hier der Kirchentag erlebte, ist eben Ökumene von so unüberbietbarer Qualität, daß nun unbedingt Herr von Hirschhausen nicht nur zur Eucharistie zuzulassen ist, sondern ihm auch der Ökumenikerpreis 2018 zu verleihen ist als Dank für diese wahrhaft ökumenische Spitzenleistung!