Donnerstag, 19. Oktober 2017

Alle Religion gleichgültig- die Liebe allein zählt!

Woran erkennt man, daß ein Mensch "aus Gott geboren" ist, Gott kennt, ein Kind Gottes ist? Christian Lutsch (Adveniatkalender 18.10.2017) gibt uns darüber eine klare Auskunft: "Woran werden Gottes Kinder erkannt? Am Namen der Kirche,der Konfession oder Religion[...]?". Mitnichten, sondern allein daran, daß sie Liebe untereinander haben. So gilt, daß es gleichgültig sei,ob wer Katholik, Moslem, Buddhist oder gar Atheist ist, denn die Liebe allein zählt.
Das soll nun die Auslegung von 1.Johannes 4,7 sein:
"Ihr Lieben, lasst uns einander lieb haben; denn die Liebe ist von Gott, und wer liebt, der ist von Gott geboren und kennt Gott." So wird die christliche Religion, ja jede Religion als gleichgültig deklariert, denn es käme ja allein auf die praktizierte Nächstenliebe an! Exegetisch ist der Text klar: Das "Untereinander" bezieht sich auf die johanneische Gemeinde und angesprochen werden Gläubige der Gemeinde, denen der Vorwurf gemacht wird, gar nicht oder zuwenig die Mitchristen zu lieben. Daß aber jeder Mensch, egal, ob er gläubig oder ungläubig ist. ein Kind Gottes sei, diese Aussage ist unvereinbar mit der Gesamtaussage des Johannesevangliums und den Briefen: Nur die Christgläubigen gelten als Kinder Gottes. Dogmatisch formuliert: Aber dieser Glaube, der uns zu Kindern Gottes macht, ist nur der wahre Glaube, wenn er sich lebendig erweist in den Werken der Nächstenliebe.
Erstaunlich ist nun, daß die reformatorische Theologie, daß allein der Glaube rechtfertige, mit Luther sogar explizit gegen die Lehre des Jakobusbriefes, daß nur der in Werken der Liebe tätige Glaube den Menschen vor Gott rechtfertige, vertreten,  in dieser Auslegung  für völlig überflüssig erklärt wird, weil es nun nur noch auf die Werke der Liebe ankäme. Die könne gar ein Atheist vollbringen und so sei er ein Kind Gottes, das Gott erkannt hat, obzwar er Atheist ist.  
Wenn das Luther hätte lesen müssen, selbst dem Pelagius, dem Gegner der augustinischen Gnadenlehre, wäre das zu viel gewesen- aber unser Adventistenpastor ist begeistert:"Hier ist nicht nur von bekennenden Christen die Rede!" Nein, der Glaube, das christliche Bekenntnis sind einfach gleichgültig. Und Luther nur ein einziger Irrtum, weil er den christlichen Glauben für heilsnotwendig hielt.
Das ist das Gutmenschentum pur, politisch korrekt jede Religion für überflüssig bzw für gleichgültig zu erachten, das ist die Religionswürdigung, die ideal zur Multikultiideologie paßt. Darum wird sie ja auch und nur darum so leidenschaftlich vertreten.     

Zusatz:
Von dem einem Extrem: "nur der Glaube allein" in das annder: "nur die guten Werke  allein"...so taumelt, wer die goldene Mitte nicht kennt von einem Extrem in das andere.     

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Geschichte- sinnlos?

"Das Christentum hat nie gelehrt, dass die Geschichte einen Zweck habe. Sondern ein Ende." Nicolas Gomez Davila, Es genügt, dass die Schönheit unseren Überdruss streift...Aphorismen,2017, S.117.
Lesen wir die Bibel doch einmal als einen Roman, in dem essayistische Einschübe und Briefe mitaufgenommen worden sind, beginnend mit dem 1.Kapitel: Wie kam es, daß Geschichte sich ereignete bis zum letzten, der Johannesoffenbarung vom Ende der Geschichte, dann soll all das da Erzählte keinen Sinn bzw. Zweck in sich tragen? 
Regiert nicht Gott selbst die Geschichte, daß es eine überhaupt gibt und daß sie ihr Ende im göttlichen Endgericht finden wird? Sollte man das etwa so verstehen, daß durch einen nicht von Gott gewollten Sündenfall des ersten Menschen die Unheilsgeschichte ihren  Anfang nahm, daß Gott zwar immer wieder dagegen steuerte, daß es aber eine sinnlose und zwecklose Geschichte bleibt, bis daß dann Gott ihr ihr Ende setzen wird?   
Hätte Gott mit der Setzung der Schöpfung aufgehört, sich um sie zu kümmern, um sie dem freien Spiel der Geschöpfe zu überlassen, wäre das vorstellbar. Aber Gott ist doch, um in diesem Bilde zu verharren, der Regisseur des Welttheaters.Wenn es ein Theater ist, dann hat es in sich auch einen Sinn und Zweck. Dieser mag uns, so lange wir im Glauben und noch nicht im vollständigen Erkennen leben, verborgen sein,aber gerade das gibt uns ja die Möglichkeit, daß wir an einen Sinn der Geschichte glauben können. Sähen wir ihn schon, könnten wir nicht mehr an ihn glauben. 
Fragen wir einmal anders: Könnte es Heilige geben, wenn sie sich nicht in Versuchungen zu bewähren hätten, Helden, wenn sie nicht gegen Schurken zu kämpfen hätten etc....Was wäre der Mensch ohne eine Geschichte? Wäre er dann ein Mensch? Wenn es Positives geben soll, dann verlangt das eine Geschichte, in der sich das Positive als Verneinung des Negativen hervorbringt. Ist die Menschheitsgeschichte gerade deshalb mit so vielem Negativen erfüllt, daß man meinen könnte,daß sie zweck- und sinnlos sei, damit Gutes in ihr entstehen kann aus der Konfrontation mit dem Negativen?    

Dienstag, 17. Oktober 2017

Auf daß der Islam wachse in Deutschland! Das ZK schlägt wieder zu!

"ZdK-Präsident Thomas Sternberg meint gegenüber der „Passauer Neuen Presse": "In einer multireligiösen Gesellschaft kann in Gegenden mit hohem Anteil an frommen Muslimen ein islamischer Feiertag hinzukommen, ohne dass die christliche Tradition unseres Landes verraten würde – das geschieht viel eher in der Umgestaltung des Nikolaus zum Weihnachtsmann." (
(Kath net 17.10.2017)
Einst gehörte es zur Aufgabe der Theologie und der Kirche, die wahre von den falschen Religionen zu unterscheiden, um den Wahrheitsanspruch  der christlichen Religion zu legitimieren. Die unwahren Religionen dienten dann als Anknüpfungspunkt für die christliche Mission, denn in jeder Religion ist auch ein Moment der Wahrheit enthalten, sonst wäre sie gar keine Religion (etwa daß ein Gott ist, daß der für das Wohlergehen der Menschen zuständig ist- um es etwas salopp zu formulieren), aber sie erwiesen sich in der Missionspraxis eben auch als Hindernis, daß die Gläubigen in ihr verharren wollen.
Aber was nun? Auf die Mission verzichtet die Kirche seit dem 2.Vaticanum, der Protestantismus hat ebenso jede Missionstätigkeit eingestellt. Nicht nur die Judenmission wird abgelehnt,  sondern faktisch jede. Das Konzept des Dialoges der Religionen hat das der Mission vollständig ersetzt. Die Frage nach der Wahrheit der Religionen, sind alle gleich wahr oder ist zwischen der wahren und den unwahren zu distinguieren, ist auch ad acta gelegt zugunsten der rein pragmatischen, wie das Verhältnis der Religionen untereinander um des friedlichen Miteinanders willen zu gestalten sei.
Galten die falschen Religionen der vokonziliaren Kirche als etwas, das nicht sein soll um der Wahrheit willen und um des Heiles der Menschen willen, sodaß sie nur von der Kirche toleriert wurden, so gelten nachkonziliar die anderen Religionen jetzt als etwas Positives. Jede Religion ist gut und jeder kann in jeder selig werden.
Aber bei dieser Toleranz blieb es nicht. Jetzt sieht die Katholische Kirche es gar als ihre Aufgabe an, die anderen Religionen zu fördern! Ja, das Laien-ZK der Katholischen Kirche zeigt hier couragiert Flagge. Ganz politisch korrekt finden sie einen oder auch noch mehr? islamische Feiertage für Deutschland gut. So soll eben die islamische Religion gefördert werden.
Eine Gefährdung der christliche Tradition sieht das ZK natürlich durch die Einführung von islamischen Feiertagen nicht. Nein,die Islamisierung Deutschlands gefährdet nicht die christlichen Traditionen in Deutschland. Jedes islamisch dominierte Land beweist zwar das Gegenteil- man frage mal nach dem christlichen Leben in der Türkei oder in Pakistan nach- aber solche Realitäten kümmern das Laien- ZK nicht, denn das glaubt unerschütterlich an den guten, friedfertigen und humanen Charakter des Islam. Und so soll der Islam eben auch in Deutschland erblühen, wie er jetz schon in der Türkei alles überwuchert unter Erdogan.
Nebenbei: In christlichen Traditionen kennt das ZK sich auch nicht besonders aus, denn sonst wüßte sie, daß der Nikolaus (6.Dezember) und der Weihnachtsmann (24.Dezember) ganz Verschiedene sind und es auch nirgends außer im ZK zu Verwechslungen von diesen Beiden kommt- oder welchem Kinde bringt der Nikolaus zu Weihnachten Geschenke und der Weihnachtsmann zum 6.Dezember?Aber Sachkenntnisse stören eben nicht nur im Laien-ZK der Urteilsbildung!

Corollarium 1
Das Laien-ZK scheint sich in Analogie zum Parlament als Kontrollorgan der Regierung als Kontrollorgan und Kritikinstanz dem Klerus der Kirche gegenüber zu verstehen, als organisierte Opposition zum Klerus, wie ein Betriebsrat dem Unternehmer gegenübersitzend. Schon daraus generiert sich wohl der Oppositionsgeist der Laien der Leitung der Kirche gegenüber. Man ist  als Laie sozusagen prinzipiell oppositionell gestimmt. Das große Vorbild ist ihnen eben die Rotte Korach (4.Mose 16)

Corollarium 2
War einst das Ziel der Kirche die Überwindung der Mutireligiösität im Namen der einen wahren Religion, so ist das höchste Ziel jetzt, daß Multikulti lebe und aufblühe!  
  
    

Montag, 16. Oktober 2017

'Unser Missions-Wille und unsere Missions-Kraft sind schwach geworden'


 „Wer Ziele proklamiert, die nicht direkt der Gesellschaftverbesserung dienen, mag gegenwärtig mancherorts auf Unverständnis stoßen – nicht nur außerhalb der Kirche.“ Auf Kath ist (16.10. 2017) dankenswerter Weise die Predigt des Kardinales Cordes am Missionssontag wiedergegeben worden. 

Hier nun ein paar ergänzende Worte zu dieser Causa: 
Pointiert ausgedrückt: Wenn es um "Brot für die Welt" geht ist das Engagement der Katholischen Kirche wie der EKD geradezu vorbildlich, aber wenn es um das "Brot zum ewigen Leben" geht, da herrscht Flaute. Eigentlich hätte Jesus Christus, statt Gründonnerstag das kirchliche Meßopfer einzusetzen mit dem Wunder der Wandlung von Brot und Wein in den Leib und das Blut Christi als Medizin zur Unsterblichkeit besser ein immer wieder wiederholbares Wunder der Brotvermehrung als Zentrum seiner Kirche einsetzen sollen. Denn Brot braucht die Welt. 
Die Frage nach dem Seelenheil, die nach einem möglichen Leben nach dem Tode, nach Sünde und Vergebung....irgendwie nicht mehr en vogue. Mit "Brot für die Welt", das "Brot zum ewigen Leben" überlassen wir den Spatzen (frei nach Heinrich Heine) paßt sich eben die Kirche der Nachfrage der Welt an. Politisch anspruchsvoller formuliert: Die Kirche unterstützt allerlei Weltbeglückungsprogramme, wie alle Menschen zu einer hinreichenden Versorgung mit den materiellen Gütern des Lebens  zu verhelfen ist und überläßt alles andere dem"lieben Gott".  
Wenn noch nach dem ewigen Leben gefragt wird, dann bekommt man die beruhigende Antwort, daß jedem Menschen, egal wie er es zu Lebzeiten mit der Religion hielt, dies Leben von Gott gratis geschenkt bekommt, aber nur sofern er das auch sich wünscht. Gott dränge seine Geschenke Niemandem auf. 
Wesentlicher sei nun aber die Sorge um das diesseitige prämortale Leben, daß eben jeder Mensch ein Anrecht darauf habe, auf Erden gut zu leben. Darum sei die wesentliche Aufgabe die Sorge der Kirche um die Magenbedürfnisse der Menschen. Die Seele sei dem Menschen ja primär nun dazu gegeben, diese Körperbedürfnisse optimal zu befriedigen- von der Erfindung des Kochbuches bis zum Ideal einer gerechten Welt, in der alle so wohlhabend leben wie die Besserverdiener in Deutschland.  Dazu beizutragen, ist die Aufgabe der Kirche. 
So ist auch das eigentliche Heilswerk Christi das seiner Brotvermehrungen, durch die er die Kirche in seine Nachfolge ruft: Gebet der Welt Brot!  Nur wurde der Erlöser da dann arg mißverstanden, als ginge es Jesus nicht in erster Linie um das Brot, also um die wirklichen Bedürfnisse der Menschen. Jesus war so der erste wirkliche Materialist und dem folgt nun die Kirche. Und darum kann und darf die Mission auch nichts anderes mehr sein als : "Brot für die Welt".    

P.S. Ähnlichkeiten zum Kirchenreformprogramm des Großinquisitors (Dostojewski) ergeben sich rein zufällig.   

Corollarium 1
Die Voraussetzung dieses Wandels vom "Brot zum ewigen Leben" zum "Brot für die Welt", von der Mission zur Sozialdiakonie ist die Dominanz der materialistischen Philosophie, die
in der Anthropologie angewandt dazu führt, im Körperlichen das Eigentliche des Menschen zu sehen, der nur eine "Seele" mit cognitiven Vermögen entwickelt habe, damit sie die Befriedigung seiner Körperbedürfnisse optimiere. 
"Seelische Bedürfnisse" seien dagegen da nur Ersatzbedürfnisse für unbefriedigte Körperbedürfnisse. Einfacher gesagt: Wenn das Körperbedürfnis das nach Sex ist, spiritualisiert die Seele dies Bedürfnis, wenn es nicht realiter befriedigt werden kann, in den Wunsch, Liebesromane zu lesen. 
Wer nicht jeden Tag gut essen kann, sucht für sein Mangelleben einen "spirituellen" Sinn, aber "Brot für die Welt" schafft die Frage nach dem Sinn des Lebens aus der Welt, wenn erst alle genug zu essen haben. Darum wird die Politik zum Ersatz für die Religion, weil sie nun die Aufgabe übernimmt, die Welt zu erlösen durch "Brot für die Welt". 

Sonntag, 15. Oktober 2017

Einheit der Menschheit und die Kirche: Alles gleichmachen

In Lumen gentium (2.Vaticanum) lesen wir: "Da aber die Kirche in Christus gleichsam das Sakrament bzw. Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott und für die Einheit des ganzen Menschengeschlechtes ist".
Daß die Kirche hier als Sakrament, bzw. gleichsam als ein Sakrament qualifiziert wird, soll nun nicht im Mittelpunkt dieser kurzen Notiz zu dieser Aussage des 2. Vaticanums stehen, sondern daß die Kirche das  oder ein Werkzeug für die Einheit des ganzen  Menschengeschlechtes hier behauptet wird. Das "für" meint dabei, daß die Einheit der Menschheit noch nicht ist, sondern daß sie erst durch die Kirche hervorgebracht werden soll. 
Das muß uns irritieren, ist doch die Einheit der Menschheit a) fundiert darin, daß unser aller Mutter Eva und unser aller Vater Adam ist und daß wir b) alle eins sind in der Ursünde Adams. In ihm haben wir alle gesündigt, wie der Apostelfürst Paulus im Römerbrief das expliziert. Diese Einheit ist der Menschheit vorgegeben, bevor sie als Subjekt der Geschichte der Menschheit auf der Weltbühne auftrat. 
Diese Einheit ist aber nun kein Einerlei, sondern Gott gliederte die Menschheit auf in Rassen und Völkern und noch basaler in die der Dualität von Mann und Frau. Diese innere Differenzierung auflösen zu wollen, wäre so eine Rebellion wider Gottes Ordnung der Menschheit in Rassen und Völker.
Meint nun diese Aussage von Lumen Gentium, daß die Ursprungseinheit der Menschheit durch diese Binnendifferenzierung verloren gegangen ist, sodaß die Aufgliederung der Menschheit in Rassen und Völkern zu negieren sei und daß das die Aufgabe der Kirche sei?
Dann würde die Gnadenordnung in der Kirche die Naturordnung nichten! Das sei ferne: Eingedenk der Einsicht, daß die Gande die Natur nicht zerstört sondern vollendet, das ist der wichtigste Grundsatz der Katholischen Gnadenlehre, kann es nicht die Aufgabe der Kirche sei, die Schöpfungs- und Naturordnung der Rassen und Völker zu nichten, um eine Menschheitseinheit hervorzubringen. 
Aber wesentlicher ist noch dieses: Indem Gott das Volk Israel erwählte, erwählte er all die anderen Völker nicht. Gott setzt die grundlegendste Diferenz in die Menschheit hinein, indem er durch sein göttliches Erwählen die Differenz setzt zwischen dem einen erwähltem und den anderen nichterwählten Völkern! Die Geschichte des Bundes Gottes mit seinem erwählten Volke ist gerade das Ringen um die Bewahrung dieser Differenz, daß Israel sich nicht heidnisiere, sondern als erwähltes Volk sich absondert von den anderen um so in seiner Besonderheit zu leben, daß es eben nur seinen Gott anzubeten und zu verehren hat und daß es sich fern zu halten hat von allen heidnischen Göttern. 
Der neue Bund in Jesus Christus prolongiert nun diese Differenz, nun aber als die zwischen den Christgläubigen in der Kirche und den Nichtgläubigen. Nicht schafft die Kirche eine Einheit der Menschheit sondern sie entzweit die Menschheit in Christusgläubige und Nichtgläubige. Die Johanneische Theologie begreift das als die Grunddifferenz zwischen den Menschen, die aus der Welt sind und gemäß ihr leben, und denen, die nicht aus dieser Welt sind (weil sie durch  das Sakrament der Taufe von oben, vom Himmel neu geboren sind.), sodaß  nun der Konflikt zwischen Welt und Kirche das die Geschichte der Menschheit bestimmende Moment ist. 
Aber gibt es dann nicht am Ende der Geschichte ein Happy End, auf das die Menschheit im Laufe der Geschichte Schritt für Schritt sich hochentwickelt? Mitnichten: Am Ende der Geschichte wird das Endgericht Gottes sich ereignen mit der endgültgen Zerreißung der Einheit der Menschheit in den Teil, der im Reiche Gottes ewig leben wird und den Teil, der zum ewigen Sein in der Hölle verurteilt wird. Diese Differenz ist nun als ewige gedacht.Man denke an die Erzählung vom armen Lazarus, wo der Reiche postmortem zum ewigen Abgetrenntsein von Gott und von denen, die bei Gott sind, verurteilt ist. Nicht eine Einheit der Menschheit erbringt das Ende der Geschichte der Menschheit, sondern die endgültige Scheidung. Fängt die Geschichte der Menschheit mit der ersten Tat, dem Brudermord an, Kain tötet seinen Bruder Abel, so endet sie mit der endgültigen Scheidung zwischen denen, die im Himmel ewig leben werden und denen, die zur Hölle verdammt sind. 
Wenn es dann noch eine Einheit der Menschheit gäbe, wie sollte ein einziger im Himmel glücksselig sein können, wüßte er Brüder und Schwestern, Mitmenschen also ewig in der Hölle?
Wer aufmerksam Lumen Gentium liest, der kann sich aber leider nicht des Eindruckes erwehren, daß dieser Text unter der Einheit der Menschheit einfach die ökonomisch-politische Tendenz zu einer Einheitswelt unter einer Weltregierung versteht, die vernünftige Weltrepublik (Kant), die kommunistische Einheitswelt (Marx) oder den globalisierten Kapitalismus (die Utopie des Liberalismus), alles aber Einheitskonzepte, die die Schöpfugsordnungen Gottes negieren wollen und gerade die Differenz von Kirche und Welt, und somit auch die Differenz der wahren Religion zu den falschen! 

Corollarium 1
Im heutigen Ja des Papstes Franziskus zur Masseneinwaderung von Flüchtlingen nach Europa realisiert dieser Papst so die Leitidee von Lumen Gentium, eine Einheitsmenschheit zu schaffen, in der die göttliche Ordnung der Rassen und Völker aufgelöst wird.          
    
 

Samstag, 14. Oktober 2017

Über das Verschwinden der kritischen Öffentlichkeit- Thesen

Was ist eigentlich Öffentlichkeit? J. Habermas legte dazu schon vor langem den Klassiker: "Strukturwandel der Öffentlichkeit vor, in die aktuelle Debatte führt Thor von Waldstein ein mit einem vortrefflichen Referat:"Macht und Öffentlichkeit"- auf Youtube anschaubar und mehr als empfehlenswert. 
Der Verfasser erlaubt sich hier ein paar Randnotizen zu dem, was ist Öffentlichkeit? als Fragment zu publizieren in Ermangelung einer angemessenen Theorie über die Öffentlichkeit als bestimmte Diskursordnung. (Zu vergleichen wäre M. Foucault: Die Ordnung des Diskurses)

These 1: 
Als Öffentlichkeit im kulturell/politischen Raum ist der Diskurs des Bürgertumes zu Zeiten der Vorherrschaft des Adels und des Klerus zu verstehen zur Etablierung der neuen Herrschaft des Bürgertumes gegen Monarchie und Klerus. Es ist das Forum des Kampfes gegen das Thron- und Altar-Bündnisses der Konstantinischen Epoche. Im Namen der Vernunft wird die Irratationalität dieses Herrschatsbündnises kritisiert. Der Bürger, sich als Mensch der Vernunft verstehend will sich aus dieser Bevvormundung emanzipieren. Die Presse, der Salon und das Kaffeehaus, die Clubs und die Logen werden der Ort dieses kritischen Diskurses, in dem allein das Argument zählen soll.
Habermas wird darin eine Spur seines Ideales des herrschaftsfreien Diskurses finden.

These 2 
Mit der Durchsetzung der bürgerlichen Ordnung, der letzte Sieg war die Nichtung der drei christlichen Monarchien Österreichs, Deutschlands  und Rußlands im und nach dem 1.Weltkrieg, verlor diese bürgerliche Öffentlichkeit ihre eigenste Aufgabe, die der Kritik der Ordnung der Konstantnischen Epoche. Sie übernahm nun die Funktion der Apologetik gegen die Kritik von Links, die im Namen der Arbeiterklasse die Aufhebung der bürgerlichen Ordnung verlangte. Die Oktoberrevolution war der erste Sieg dieser neuen antibürgerlichen Ordnung. 

These 3 
Nach der gelungenen Integration der Arbeiterklasse in den Kapitalismus durch das Konzept der Sozialen Marktwirtschaft und der Nichtung der sozialistischen Staaten nach 1989 setzte sich die bürgerliche Ordnung als die einzige durch. Da es nun weder im kulturell politischen Sinne relevante Aristokratien noch einen herrschenden Klerus mehr gibt noch eine politisch geführte Arbeiterklasse als Angriff auf das Bürgerliche, löste sich das Bürgerliche selbst auf, weil es die zu seinem Sein notwendigen Antipole nicht mehr gibt. (Zur Veranschaulichung: Frauen gibt es nur, weil es Männer gibt, gäbe es die nicht, wären die Frauen nur noch Menschen, das Frausein dabei ablegend)
Aus dem Bürger als Kommunikator der bürgerlichen Öffentlichkeit wird so der Konsument des kommerziell produzierten Diskurses der Medienwelt. Das Gesetz von Angebot und Nachfrage bestimmt das, was wie kommuniziert wird. Kommunikationsgehalte werden zu Waren auf dem freien Markt der Diskurse. Das Wahre geht unter in diesem Warencharakter

These 4
Bestimmte einst die christliche Religion als öffentliche, was wie öffentlich kommuniziert werden darf, so war die bürgerliche Öffentlichkeit die Kritik dieser Ordnung, die nun selbst wiederum nicht etwa eine Anarchie der Diskurse eröffnete (das alles erlaubt sei, wie es der radicalste Flügel dieser Kritik als anarchistisch-nihilistischer forderte) sondern eine neue Ordnung. Diese neue Diskursordnung wird nun im Namen der Politischen Korrektheitsideologie errichtet. In dieser Ordnung darf nur noch kommuniziert werden, was politisch korrekt ist. 
Wir erleben jetzt ein Interregnum, in dem sich die letzten Reste der Diskursordnung der Konstantnischen Epoche auflösen, die Diskursordnung wird völlig säkularisiert und der bürgerliche Diskurs, seiner kritischen Funktion entledigt, betreibt nur noch die Affirmation des Bestehenden und die Kritik aller Kritik des Bestehenden.  
Da das Bestehende sich entwickelt hin zu der einen globalisierten Einheitswelt, verstehen sich die affirmativen Medien als Apologeten dieser Globalisierungsmodernisierung. 
Zur apologetischen Funktion gehört, daß, wenn der Staat für das "Brot" für all als Sozialstaat sorgt, daß die Medien als Primärkommunikator "Spiele" den Konsumenten bieten, damit er ruhig gestellt wird mit "Brot und Spielen". 
Da es aus Sicht der Herrschenden zu viele unkontrollierte Medien gibt , isb durch das Internet, ist der Kampf um die Zensierung dieses Mediumes eine Vorangaufgabe der Politik. Siehe die Kampagnen gegen Facebook und andere Medien, daß in ihnen die Meinungsfreiheit mißbraucht würde, weil man sich da zum Teil der Zensur durch die Politische Korrektheit entzöge. 
  

Freitag, 13. Oktober 2017

Christ und Vegetarier?

Daß es Christen gibt, die Vegetarier sind, ist uns ein so selbstverständliches Phänomen, daß darüber kein Gedanke verschwendet wird, es sei denn ein von missionarischem Eifer Beflügelter erklärt, daß auch ich gefälligst mich vegetarisch zu ernähren habe. 
Religion und Ernährung? Gab es da mal nicht einen Diskurs über reine und unreine Speisen, was man als Gottesfürchtiger zu essen habe und was nicht und daß zu bestimmten Zeiten man sich in Speis und Trank einzuschränken habe?
Die hl. Schrift gibt uns zum Thema des Vegetarismus nun erstaunlich eindeutige Auskünfte. Im Noahbund (1.Mose 9,1-17) lesen wir: "Alles Lebendige, das sich regt,soll euch zur Nahrung dienen." (V.3)Das hat Folgen: "Furcht und Schrecken vor euch [den  Menschen] soll sich auf alle Tiere der Erde legen, auf alle Vögel des Himmels, auf alles, was sich auf der Erde regt, und auf alle Fische des Meeres; euch sind die übergeben." (V2) Auch wenn dann noch eine Einschränkung erfolgt, daß kein Fleisch gegessen werden darf, in dem noch Blut ist, so ist diese Bestimmung des Noahbundes doch eindeutig eine Absage an jeden Vegetarismus. Die ganze Tierwelt hat Gott für den Menschen bestimmt, daß sie ihm zur Nahrung diene. 
Im Neuen Testament wird dies auch noch explizit konfirmiert.Gott sagt zu Perus in einer Vision:"Schlachte und iß" (Apg 10, 13) Im Hintergrund stehen Spannungen im Urchristentum ob der differenten Speisevorschriften zwischen Juden- und Heidenchristen. Gott sagt da zu Petrus: Alles ist rein, und erkläre du nun nicht bestimmte Fleischspeisen für unrein. Dieser Appell ist selbstredend nicht exclusiv an Petrus gerichtet, wie etwa Jesu Anforderung an Petrus: Weide du meine Schafe!.Durch diese göttliche Vision wird geklärt, daß Gott alle Speisen für rein erklärt, sodaß damit jedes Verbot des Fleischessens ausgeschlossen ist. 
Wie kann man nun als Christ Vegetarier sein angesichts dieser klaren Gebote Gottes. Ja, es gibt sogar Orden, die sich rühmen, ganz auf jeden Fleischgenuß zu verzichten, wie ewa die Kartäuser. Bei ihnen heißt es:  " Statuten des Kartäuserordens hat geschrieben:Gemäß dem von unseren ersten Vätern eingeführten und stets mit ausgezeichnetem Eifer bewahrten Brauch haben wir den Genuß von Fleisch von unserer Lebensweise gänzlich ausgeschlossen. Diesen Verzicht auf Fleisch sollen wir beobachten als ein charakteri­stisches Merkmal unseres Ordens und ein Zeichen eremi­tischer Strenge. Und mit Gottes Hilfe wollen wir auch weiterhin daran festhalten." (zitiert nach: Vegetarische Ernährung in Klöstern-Kreuzgang)
Widerspricht das nicht der Anordnung Gottes, sowohl dem Noahbund als auch der Anordnung Gottes für den Neuen Bund: "Schlachtet und ißt"? Offensichtlich! Bisher konnte mir kein Christ, der vegetarisch lebt, in irgendeiner Weise plausibel machen, wie dieser Vegetarismus mit Gottes Geboten in Einklang zu bringen ist.
Fragwürdige Begründungen bekam ich stattdessen aufgetischt. Etwa: A) Fleischessen sei für den Menschen ungesund. Das kann aber nicht stimmen, denn wenn das wahr wäre, hätte Gott niemals im Noahbund alle Tiere als Nahrung für den Menschen bezeichnet. B) Einige meinen, daß unser hoher Fleischkonsum in der 1.Welt schuld sei am Hunger in der 3.Welt. Diese Meinung verkennt völlig, daß es Hunger nicht auf der Erde gibt, weil es zu wenig Nahrungsmittel gibt, es wird genug produziert und es könnte problemlos noch mehr produziert werden, sondern weil es Regionen gibt, in denen Menschen nicht über genügend Kaufkraft verfügen, um die Nahrungsmittel bezahlen zu können. Die Wirtschaft produziert nicht für den Bedarf der Menschen sondern in Hinsicht auf die Nachfrage auf dem Markt, das ist das, wozu Kaufkraft vorhanden ist. C) Daß die Fleischherstellung umweltbelastend sei, ist wohl auch eine Fabel, wenn man nicht davon absieht, daß jede Produktion die Umwelt belastend ist. D) Es bleibt dann die Meinung, daß der Mensch Tiere nicht töten dürfe- aber da widerspricht Gott eindeutig im Noahbund wie dann auch für den Neuen Bund. 
Wollte man nun aber die Fleischabstinenz als Fastenopfer bezeichnen, und dafür spricht einiges, dann darf aber der Christ sich des Fleischessens nicht enthalten an den Tagen, wo er nicht fasten darf: z.B. am Ostersonntag. Schon ein Fasten an Sonntagen auch in der Fastenzeit ist problematisch. 
Seltsam, Christen leben vegetarisch, gar ganze Orden, wie die Kartäuser, aber ohne eine klare theologische Begründung! Man praktiziert das einfach, weil man das gut findet! Ob das auch Gott gefällig ist?