Freitag, 15. Dezember 2017

Die Katholische Kirche zu Tode reformieren!

"Christ in der Gegenwart Aktuell" beglückt nun die Katholische Kirche mit "Reformthesen" (44/2017), die in der Tradition von Augustin und Martin Luther ständen! "Auch wir haben Vorschläge für das Glaubensleben, damit die christliche Botschaft die Menschen in einem modernen Lebenshorizont erreicht.", posaunt die Redaktion von "Christ in der Gegenwart". Bedauerlicherweise versäumt die Redaktion uns mitzuteilen, der wievielte Aufguß des schon in die Jahre gekommenden "Modernismus" uns hier nun zugemutet wird.Aber warum sollte man nicht die Probleme des 21. Jahrhundertes mit dem Instrumentarium des 19. Jahrhundertes bearbeiten, zumal der
Modernismus ob seiner Verurteilung durch die Kirche für jeden antikatholisch Gesonnenen schon allein deshalb etwas Verheißungsvolles ist. 
Geradezu vor kreativer Orginalität trotzt dann auch das Reformpaket.Da lesen wir- ganz erstaunt-die Forderung der Einführung des Frauenpriestertumes ("Zugang für Frauen zu allen kirchlichen Ämtern") und die Forderung nach der Demokratisierung der Kirche. Mit den Tatsachen nimmt man es dabei nicht so genau: "Der Wettstreit der Meinungen und echte Wahlen mit anschießender Handauflegung des Beauftragten gehören von Anfang an dem Leben der Urgemeinde." (These 6: Die Kirche muß sich demokratisieren). Unbestreitbar ist, daß das Urchristetum keine demokratische Wahlen kannte, denn Jesus Christus setzte selbst autokratisch die 12 Apostel ein und Petrus in das Petrusamt und die Apostel setzten dann in den von ihnen gegründeten Gemeinden Älteste, also Priester als Gemeindeleiter ein. Nirgends ist da von einer demokratischen Wahl die Rede
und sie widerspräche auch fundamental der Praxis Jesu! 
Aber die Forderung nach der Demokratisierung der Kirche soll ja eben die monarchische Herrschaft Jesu Christi über seine Kirche beenden und stattdessen die Herrschaft der Stimmzettelmehrheit einläuten. Es wundert dann auch nicht, daß man begeistert das von einer Reformierten Synode im 16. Jahrhundert entwickelte Prinzip der Subsidarität auf die Katholische Kirche anwenden möchten. Die Reformierten hatten dies Prinzip in  antikatholischer Intention kreiert, um salopp geredet, eine basisdemokratische Kirche der hierarchischen Kattholischen Kirche entgegenzusetzen. Jetzt greift man gar aufs 16. Jahrhundert zurück, um sich fitt zu machen fürs 21.!
These 1 enthält nichts Originelles, daß eben die Sprache modernisiert werden müßte. Darüber könnte man hinweglesen, aber diese 1. These ist nun doch nicht ohne!
A) Modernisten ist und bleibt das Wesen der Liturgie immer eine terra incognita. Eigentlich ist der Reformierte Gottesdienst doch der beste, weil er ohne Liturgie ist und von seinem Wesen her eine reine Belehrungsveranstaltung, die man aber heutzutage dem Zeitgeschmack gemäß als  "unterhaltsame Informationsveranstaltung" zu modulieren hat.  Zum Liturgischen gehört nämlich wesentlich eine liturgische Sprache: So wie der Pfarrer nicht in Alltagskleidern sondern im Priestergewand die Messe zelebriert, so verlangt der Gottesdienst eine Nicht-Alltagssprache. Heilige Handlungen verlangen nach einer demgemäßen Sprache. Nur, wenn der Gottesdienst primär eine Gemeindeveranstaltung zur Belehrung der Gläubigen ist, dann muß die liturgische Sprache durch eine pädagogisch reflektierte ersetzt werden: "Wie sage ich es dem Kinde?", wird dann zu der Hauptfrage dieser Gemeindeveranstaltung. Die Entmündigung der Gemeinde gehört selbstverständlich dann dazu, indem das Was zu sagen ist? auf: Was kann man ihnen zumuten, was können sie noch verstehen?  reduziert wird. Messen, in denen außer der Schriftlesung und der Predigt alles in Latein zelebriert wird, und die sehr gut besucht sind, dürfte es dann nicht mehr geben, stattdessen Familiengottesdienste zu Hauf mit ihrer obligatorischen Tendenz zum Infantilismus: "Liebe Kinder...." 
B) Das von der Sprache Gemeinte und die Sprache liegen in der Regel nicht soweit auseinander, daß das Gemeinte durch eine andere Sprache auch genauso ausgesagt wird. In der Regel fordert man eine moderne Sprache, um mißliebige Inhalte zu liquidieren. Das Ziel: daß nur noch gesagt wird, was die Hörer hören wollen. 
These 2 "Die Kirche muss verdeutlichen, dass die Bibel Gotteswort in Menschenwort ist", greift nun die Autorität der hl.Schrift an. Einfach gesagt: Nur die Aussagen der Bibel können als wahr gelten, die dem modernen Weltbild kompatibel sind. Inkompatible Aussagen sind hinwegzuexegetisieren. "Der Glaube kann in der Moderne nur bestehen, wenn er den Früchten der Aufklärung Rechnung trägt."Die antikatholische Intention ist unüberlesbar: Nicht die Tradition und das Lehramt bestimmen die Auslegung der hl. Schrift, sondern omniöse Früchte der Aufklärung! (Nebenbei: Ist nicht der Radicalaufklärer Marquise de Sade die schönste Frucht der Aufklärung?) 
Aber die Redaktion läßt uns nicht im Unklaren, was sie eliminieren will:  "Magische Elemente wie die Vorstellung der Bibel als buchstabengetreues Wort Gottes- ebenso wie Reliquenkult und Wahnvorstellungen visionärer Escheinungen- sind aufzugeben."  Die Vorstellung der Buchstabengetreuheit der Bibel ist im fundamentalistischen Protestantismus beheimatet, aber auch die Katholische Kirche lehrt, daß die Bibel das getreue Zeugnis der Offenbarung Gottes ist und so die höchste Autorität für den Glauben der Kirche ist.  Mit dem Popanz der Buchstabengetreuheit soll so nur die Autorität der Bibel untergraben werden. Die nächsten Beispiele beweisen das:"Visionäre Erscheinungen", Berichte davon gibt es in der Bibel so viele, daß man sie hier nicht aufzählen kann. Es sei nur an die Johannes Offenbarung erinnert. Sprach einst Gott zu Menschen in visionären Erscheinungen, dann spricht nichts dagegen, daß er auch heute noch so zu Menschen spricht. Man denke nur an die heilig gesprochene Faustyna. Hier wird Gott einfach zu einem toten Gott gemacht, der nie zu Menschen sprach und spricht. Warum? Damit der Mensch als Solounterhalter umso mehr reden kann! 
Daß der zur Katholischen Frömmigkeit konstitutiv dazugehörige Reliquienkult Modernisten nicht gefällt, wundert niemanden. Sie hätten aber nicht verschweigen sollen, daß Jesus Christus selbst den Reliquienkult gründete, indem er zu der blutflüssigen Frau, die geheilt wurde, als sie sein Gewand berührte, sagte: "Dein Glaube hat dich gerettet!" Ihr Glaube: Wenn ich sein Gewand berühre, werde ich geheilt." Konstiutiv ist diese Frömmigkeit, weil nach Johann Adam Möhler  ein Grundprinzip des Katholizismus das inkarnatorische ist, daß Gott das Heil durch Kreatürliches wirkt. Das ist das Fundament der katholischen Sakramentenlehre und wird gerne von Feinden der Kirche als magisch diffamiert.
These 3: "Wir brauchen mehr Gott und weniger Kirche" bietet dann eine Polemik gegen den großen Kirchenlehrer Cyprian: Wer die Kirche nicht zur Mutter hat, kann Gott nicht zum Vater haben" und: "Außerhalb der Kirche kein Heil!" Aber man verzichtet wohlweislich auf eine argumentative Auseinandersetzung mit diesem Kirchenvater. Die antikatholische Ausrichtung ist so aber unverkennbar! 
Über These 4 ein neuer Sinn für Liturgie und ein Aufruf zu mehr Politisierung in der Kirche braucht man nichts zu sagen, außer daß diese Melange aus Versatzstücken aus der befreiungsttheologischen Suppenküche und der Apotheose der Demokratie etwas enervierend wirkt. 
Wenn man noch Zweifel an der antikatholischen Intention hegen sollte, These 7 und 9 beseitigen sie endgültig. Die Einheit der Kirche ist in der Katholischen Kirche stets realisiert gewesen und ist sie auch jetzt und wird sie auch immer sein. Die Vorstellung, die Einheit müsse erst hergestellt werden durch die ökumenische Bewegung und zwar insbesondere durch Taten, demonstriert am deutlichsten, daß die Redaktion eben nicht weiß, was die Katholische Kirche ist: Sie ist die Gestalt der Einheit des Christentumes. 
These 9 Es ist Zeit für ein Glaubenskonzil stellt nun zweierlei in Aussicht: A) den unbedingten Willen, die Katholische Kirche in einem Einheitsbrei namens Christentum aufzulösen und B) den Glauben der Kirche unter der Parole der notwendigen Anpassung an die Moderne umzuformen. Selbst Bultmanns Entmythologisierugsprogramm wird da noch bemüht, um diese Modernisierung des christlichen Glaubens einzufordern. Also, mit lauter längst verstaubten Ladenhütern soll das 21. Jahrhundert bewältigt werden! 
These 8: Das Christentum muss mit allen Religionen gemeinsam danach streben, die Vernunft zum Leuchten zu bringen, die dem Frieden dient, und Fanatismus zu bekämpfen. Der erste Versuch, die Katholische Kirche und das Christentum durch den Glauben an die Vernunft zu ersetzen, stammt von dem französischen Revolutionär Robespiere mit seiner Verehrung der Gottheit Vernunft. Am Katholischen Glauben Festhaltende ließ er ganz vernunftgemäß guillotinieren. Daß übernehmen jetzt die Islamisten. Meine Frage dazu: Aus welcher Freimaurerquelle hat die Redaktion nur These 8 entnommen? Noch habe ich sie nicht gefunden! 

Zusatz:
Zum Thema Französische Revolution und Freimaurerei sei auf die erhellenden Schriften Augustin Barruels verwiesen, etwa: Denkwürdigkeiten zur Geschichte des Jakobinismus. Zum modernistischen Gottesbild: Uwe C. Lay, Der zensierte Gott.  

Corollarium 1
Von geradezu anrührender Naivität zeugt die immer wiederholte Behauptung, daß Glaubensaussagen der christlichen Religion dem modernen Weltbild der Naturwissenshaften und dem kulturellen Fortschritt (?) widersprächen. Es bleibt ungeklärt, warum welche theologischen Aussagen den Naturwissenschaften widersprächen und ob die Weise, wie wir heute kulturell leben, wirklich ein Fortschritt ist und nicht vielmehr ein Abfall; man denke an das Urteil,daß heute Zustände existieren, wie im Alten Rom.   

Corollarium 2
Einerseits von "Reformen" zu sprechen und andererseits von einer notwendigen Erneuerung zeigt die völlige Konfusion des modernistischen Liberalismus auf, der a) wie alle conservativen Nostalgiker Reformen fordern als die Forderung nach einem Zurück zum Ursprünglichen, von dem man sich sträflichst entfremdet habe und der b) ganz fortschrittsgläubig den chistlichen Glauben erneuern will im Sinne von eines Modernisierens, daß eben das Alte und Jetzige nicht mehr zeitgemäß sei und so um zeitgemäß  zu werden, umgeformt werden müsse.    
                         

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Nicht mit dem Teufel reden

"Papst Franziskus hat die Katholiken eindringlich vor jeglicher Kontaktaufnahme mit dem Teufel gewarnt. Die Gläubigen sollten „nicht mit dem Satan reden“, weil dieser eine sehr intelligente, rhetorisch überlegene „Person“ sei." (Kath net, dem 12.12.2017) Das klingt doch sehr befremdlich: Welcher Katholik spräche schon freiwillig mit dem Teufel. Die einen glauben gar nicht an ihn und die noch an ihn glauben, würde ein solcher wirklich mit dem Satan einen Dialog führen?
Zudem: Seit wann gibt sich der Teufel denn, wenn er Menschen versuchen will, selbst zu erkennen? Offenbarte etwa die Schlange im Paradiese sich als Teufel, um dann Eva zu verführen?  
Schreibt nicht der Apostelfürst Paulus ausdrüklich: "denn auch der Satan tarnt sich als Engel des Lichtes" (2.Kor 11,14) und im Galaterbrief spricht er von der Möglichkeit, daß der Verführer in Gestalt eines Engels ein falsches Evangelium verkündigen könnte. (Gal 1,8)
Oder sollten wir das hier etwa ganz anders lesen: "Wenn dich eine intelligente und rhetorisch überlegene Person verwirrt, dann unterbinde das Gespräch: Es ist der Satan, der dich verführen will."  Papst Franziskus sagt dann noch: "Er verdreht dir den Kopf.“ Man sollte besser weggehen. Auch Priestern und Bischöfen gaukle Satan Gelehrtheit vor. „Und wenn du es nicht rechtzeitig bemerkst, dann endet es böse“. 
Gelehrtheit, gute Rhetorik, den Kopf verwirren, das seien also die Zeichen des Teufels.Ist das nicht einfach eine pure Verteufelung von Intellektuellen? Ist es da wirklich zu spekulativ, wenn gemutmaßt wird, daß hier Papst Franziskus die intellektullen Kritiker von  "Amoris laetati"meint, mit denen man keinen Dialog führen sollte, weil diese die Klarheit von Amoris laetati nur intellektualistisch verdunklen mit ihren Zweifeln und Fragen?    

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Der Kampf ums Vater Unser- kurze Anmerkungen

1.
 Die von den französischen Bischöfen und Papst Franziskus vorgeschlagene Überssetzung:
"Und führe uns in der Versuchung" und Ähnliches ist vom griechischen Text her gesehen eindeutig falsch.
2. 
Es ist gar nicht sicher, ob Jesus immer aramäisch gesprochen hat. Man sprach  damals Griechisch. Wenn er aber aramäisch das Vater Unser gelehrt haben sollte, gibt es keinen Anhalt dafür, daß die Evangelisten ihn falsch übersetzt hätten.
3.
 Daß Gott nicht in Versuchung führt, ist auch theologisch falsch. Exemplarisch, König David, wie Gott ihn, erzürnt, in die Versuchung führte, eine Volkszählung durchzuführen. (1.Könige 24)
4. 
Das Fehlurteil, Gott führe nicht in Versuchung, entstammt einer falsch verstandenen Aussage des Jakobusbriefes:1,13, denn da meint man: Wenn Gott mich in Versuchung führt, dann bin ich unschuldig an meinem in die Versuchung Fallen,denn wer könnte Gott widerstehen. Daß ein Mensch, von Gott versucht, in die Versuchung fällt, das hat seinen Grund in der Versuchlichkeit des Menschen, erwidert der Jakobusbrief. Also sage man nicht: Gott führte mich in Versuchung, das ist in eine, der ich als Mensch ob des Ursprunges der Versuchung in Gott nicht widerstehen kann.
5. 
Warum will der Papst diese Bitte des Vater Unsers ändern? Das ist leider nur Zeitgeistopportunismus!Mit Theologie hat das nichts zu tuen. Aber Papst Franziskus ist eben ein Medienpapst; Theologie spielt bei ihm kaum eine Rolle. Ich vermute, daß nachdem Papst Benedikt XVI ein ausgezeichneter Theologe war, der dann Papst wurde, daß man mehrheitlich  jetzt nach ihm zum "Ausgleich" einen Nichttheologen als Papst wollte, einen "Pragmatiker" und Nicht-Dogmatiker. Auch das hat viel mit dem Zeitgeist zu tuen, dem herrschenden Antiintellektualismus.
Befähigt uns das Denken zum Sichemanzipieren vom allgemeinen Gerede, so meint man über das, so ist der praktizierte Antiintellektualismus der sicherste Weg dafür, nur noch in das allgemeine Gerede miteinzustimmen.   
6. 
In der Geschichte der Kirche gab es starke und schwache Päpste (Petrus, der erste Papst war ja auch nicht immer der stärkste im Glauben) und Papst Franziskus ist wohl einer der schwächsten, die die Kirche je hatte- aber in glaubensschwachen Zeiten sind oft auch die Päpste schwach. Sie sind Teil der allgemeinen Misere. 

Zusatz:
Ich meine, Wilhelm Busch hätte mal gesagt: Oft ist Tugendhaftigkeit nur Folge eines Mangels zum Sündigen. Gott führt in Versuchung, um so eine Tugendhaftigkeit nicht aufkommen zu lassen.Als treu kann nur gelten, wer im Augenblick, wo er untreu werden könnte, sich treu verhielt. Aber da solche Augenblicke der Entscheidung auch zum Fallen führen können, beten wir gemäß Jesu so: Führe uns nicht in Versuchung!  

     

Dienstag, 12. Dezember 2017

Herrschen wir über Gott? Oder wie bereitet man dem Teufel den Weg zum Erfolg!

Gott wurde Mensch, ja, aber er wurde auch uns zum Kinde in der Krippe.Das verführt Menschen dazu, daß wir nun ihn beherrschen könnten, weil er sich uns in der Schwachheit eines Kindes in Windeln gegenübetritt. Gott legte sein Wort in unsere Hände und so unterwerfen menschliche,allzumenschliche Ausleger sein Wort ihrer Willkür.Gott so zu lassen,wie er sich uns offenbart hat, das ist eben doch ein Zuviel an Heteronomie.
Im Adveniatabreißkalender wird Psalm 6,1 so übersetzt (11.12. 2017): "Herr, bestrafe mich nicht in deinem Zorn, weise mich nicht zurecht, solange du aufgebracht bist." Als Alternative hätte dem Ausleger des Kalenderblattes auch die Einheitsübersetzung zur Verfügung gestanden: "Herr, strafe mich nicht in deinem Zorn und züchtige mich nicht in deinem Grimm".Zurechtweisen klingt schon mal lieblicher als züchtigen. 
Aber was macht der Kommentar nun aus dieser klaren Aussage? Erstmal raisoniert er: " Vom Zorn Gottes hören wir nicht oft in einer Andacht, und wohl auch nicht gern. (11.12. 2017). Hier verhüllt das "und" den Grund, warum wir nicht oft vom Zorne Gottes in Andachten und Predigten hören:weil wir davon so ungern etwas hören wollen! 
Der Kommentator konzediert dann aber, daß in der hl. Schrift oft vom Zorne Gottes die Rede ist. Die Bibel "wusste, dass die Strafe Gottes drohte, wenn jemand gegen den Willen Gottes verstoßen hatte", und schwächt so schon ein wenig ab, denn die Bibel weiß nicht nur von angedrohten Strafen Gottes, es weiß auch von vollzogenen Gerichten Gottes zu berichten. Die Formulierung der angedrohten Strafen läßt ja die Möglichkeit offen, daß Gott das bloß Angedrohte nie vollzog, sondern es als bloße Drohung bewenden ließ.
Aber, ein Gott, der zürnt, der mit Strafe droht, ist das nicht auch schon für uns Verzärtelten unzumutbar? Das weiß auch der Abreißkalenderausleger. Und so formuliert er dann, was er unter der Strafe Gottes versteht:
"Gott ist aber der Schöpfer des Lebens.Seine Gesetze dienen der Erhaltung des Lebens. Wer dagegen verstößt, verursacht Leid und Tod. Genau genommen kennt Gott nur eine Strafe: Er läßt die Menschen die Folgen ihres Tuns tragen."
Gott straft und züchtigt nicht mehr, er weist auch nicht mehr zurecht- das tut Gottes alles nicht! Sein Strafen und Züchtigen besteht nun nur noch darin, daß er NICHTS tut! 
Veranschaulichen wir uns dies an einem einfachen Beispiel: 
Eine Mutter sagt zu ihrem kleinen Madel: "Putze jeden Abend deine Zähne! Wenn du sie nicht putzt, dann wirst du in Bälde ein Zahnweh bekommen, so gern du Süßes nascht!" Das Kind gehorcht nicht und dann muß es beim Zahnarzt fühlen, erst das Zahnweh und dann das Bohren. Das Zahnweh ist dabei die immanente Folge des Nichthörens. Das Kind  war ungehorsam, aber das Zahnweh ist nun keine Strafe ihrer Mutter sondern nur die Negativfolge ihres Ungehorsames.
Eine Mutter sagt zu ihrem kleinen Madel: "Putze jeden Abend deine Zähne! Wenn ich dich erwische, daß du dir nicht die Zähne putzt und dann im Bette wieder Süßes nascht, bekommst du eine Woche Fernsehverbot!"In diesem Falle ist das Fernsehverbot nicht eine immanente Folge des Ungehorsames des Buben, sondern wirklich eine angedrohte Strafe der Mutter. Genau das macht das Wesentliche der Strafe aus, daß sie nicht die immanente Negativfolge eines Tuens ist, sondern eine sich äußerlich zur Untat verhaltende Reaktion auf den Ungehorsam.
Wird ein Mörder zu lebenslanger Haft verurteilt, ist das nicht eine Negativfolge seiner Mordtat als immanente Auswirkung seiner Untat, sondern dazu hat ihn ein Gericht verurteilt.  
Indem nun der Kommentar Gottes Strafen reduziert auf, daß Gott die Negativfolgen des Ungehorsams einzutreten zuläßt, schafft er Gottes Gericht ab. Die Hölle, die ewige Verdammnis ist nicht einfach die Negativfolge eines Lebens für die Sünde, nein, Gott verurteilt Sünder dazu ob ihres Gesündigthabens. 
Zudem: Eine Strafe kann erlassen werden, die Mutter kann auf die Strafe verzichten, so auch Gott, aber wenn das Madel ein Zahnweh bekommen hat, dann ist das nur noch durch einen Zahnarzt wieder in Ordnung zu bringen: Zahnweh kann nicht vergeben werden, Gott kann aber dem Sünder vergeben und auf seine Bestrafung verzichten.
Wo die Bibel Gott als Strafe Androhenden aber auch Vergebenden kennt, da kennt dieser Kommentar nur noch ein weltimmanentes Geschehen, daß bestimmtes Fehlverhalten den Täter selbst schadet.
Aber das hat noch fatalere Folgen: Denken wir uns einen Ehemann, der seine Frau mit einer Geliebten betrügt. Die Ehefrau bemerkt das nicht; der Ehemann beendet dann diese Liaison nach ein paar Jahren. Hat er sich damit selbst irgendwie geschädigt oder doch viel mehr nur vergnügt? Der Dieb, der beim Einbruch viel Bargeld stahl und davon viele Jahre gut lebte, wo erleidet der die Negativfolgen seines Verbrechens? Wenn Gott nicht straft jetzt oder einst im Jenseits, würden viele, viele Sünden ganz straflos bleiben, weil sie dem Täter nur zum Guten gereichten (das gestohlene Geld, das er zu seinem Nutzen ausgab oder das Vergnügen an einer Geliebten für den Verheirateten) und die Untaten für ihn keine Negativfolgen freisetzten.
Das führt dann zum Gipfel des Abfalles vom Glauben zu dem Irrglauben, daß Sünde nur das ist, was dem Täter selbst auch schädigt. Dann sündigt nicht einmal mehr eine Mutter, wenn sie ihr eigenes Kind töten läßt, (abtreiben genannt), wenn diese Kindestötung für sie selbst sich nicht negativ auswirkt.
Es gäbe nur eine Sünde, sich selbst zu schädigen, wird dann die letzte Konsequenz dieses Verständnisses von Gottes Strafen sein!
Eine kleine Häresie am Anfang und am Ende bereitet man dem Teufel den Weg zu unglaublichen Erfolgen!  
Vgl dazu: Uwe C. Lay, Der zensierte Gott.         
     
        

Montag, 11. Dezember 2017

Der Jesuitenorden- die Lust am Untergang

"Das Canisius-Kolleg in Berlin hat seine Entscheidung verteidigt, eine Kopftuch tragende Muslimin einzustellen. "Wir haben uns bewusst für die Kandidatin entschieden, die das muslimische Kopftuch trägt", sagte der Rektor des katholischen Gymnasiums, Jesuitenpater Tobias Zimmermann, in einem Interview der "Welt". (Katholisch de am 11.12.2017)
Ein Katholisches Gymnnasium, wenn es von Jesuiten geleitet wird, sieht heutzutage natürlich in erster Linie seine Aufgabe darin, die Verbreitung der islamischen Religion zu fördern. Darum stellt der jesuitische Rektor auch eine bekennende Muslima ein, damit die Schüler des Gymnasiums ein leuchtendes Beispiel vorgelebte islamischer Religion vor Augen geführt bekommen. Der Islam ist überhaupt eine so wunderbare Religion, daß man sich wundern muß, daß die Lehrershaft des Canisius Kolleges noch nicht geschlossen zum  Islam konvertiert ist.
Ach, Ewiggestrigen ist die christliche Religion noch die wahre, aber solche christlichen Fundamentalisten werden immer weniger, stattdessen weiß der heutige Christ, daß es seine Berufung ist, abzunehmen, damit Mohammed in  Deutschland wachsen kann,wie schon der Täufer sich zurücknahm, um Jesus Raum zu geben.
Progressiven Jesuiten ist das eine Selbstverständlichkeit. Unklar ist nur den politisch korrekten Beobachter der Jesuiten, wie der Jesuitenorden seine leidenschaftliche Vorliebe für den Homosex mit ihrer Liebe zum Islam in Einklang bringen kann. Aber dieser Widerspruch ist der politischen Korrektheit immanent: Einerseits gibt man sich extremistisch liberal: Wir tolerieren Alles und andererseits begrüßt man die Liquiditatoren der hochgepriesenen Liberalität. Man liebt seinen eigenen Untergang, aber vielleicht verbindet das ja im tiefsten den Homosexuellen mit dem nekrophilen Jesuiten: die Liebe zum eigenen Untergang, indem  der eine die Fortpflanzung verweigert und der andere den Auslöscher der bürgerlichen Ordnung, die erst solchen lebensfeindlichen Liberalismus ermöglicht.
Oder was ist von Schafen zu halten, die Wölfe als Hüter ihres Schafsstalles engagieren? Kann das etwas anderes sein als eine Manifestation des eigenen Lebensüberdrusses, daß man Nein sagt zum Leben? Vielleicht, daß tief verborgen- subkutan- zwischen dem jesuitischen Ideal des Kadavergehorsames und der Lust am eigenen Untergang ein Zusammenhang besteht? Die Liebe zum Islam. der uns den Tod bringt?
Man könnte das aber auch weniger tiefsinnig sehen, daß die Jesuiten sich jetzt schon den zukünftigen Machthabern in Deutschland und wohl auch in Europa anbiedern möchte und so den Islam lieben als die Religion der Zukunft Europas vielleicht einem türkisch- islamischen Kalifat subordiniert.  

Corollarium 1
Die Lust am eigenen Untergang: Zu unterscheiden ist dabei aber, als was ich mich verneine: als Mensch, das ist: Ich sage Nein zum menschlichen Leben, oder ich verneine mich als Deutschen, das ist, ich sage Nein zum Leben des Deutschen Volkes, oder ich verneine mich als Weißen, das ist, ich sage Nein zur weißen Rasse oder ich verneine mich als Christ, das ist, ich sage Nein zur Zukunft der christlichen Religion. Was verneint nun wie der heutige Jesuit in seiner Nekrophilie? Sich als Christ sicher und  auch als Deutscher!  Man könnte sich als Deutscher und als Christ verneinen, um als Bürger in einem islamisch dominieren Europa zu überleben!             

Sonntag, 10. Dezember 2017

Jerusalem- die Hauptstadt Israels

"Hunderte Verletzte und Tote hat es seit der Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch die USA gegeben. Deutliche Kritik an der Entscheidung üben nun Erzbischof Schick und der Kardinalstaatssekretär." So kann man es auf Katholisch de am 10.12. 2017 lesen. Kann man bestreiten, daß seit dem die Juden, ausgewandert aus Ägypten in ihrer neuen Heimat Jerusalem zu ihrer Hauptstadt kührten, Jerusalem die ihrige  Hauptstadt ist? Kann man bestreiten, daß es wohl kein anderes Volk gibt, das mit so viel Recht ihre Heimat die ihrige nennt, weil sie ihre Heimat direkt von Gott zugewiesen bekommen hat. 
Nun, nach fast 2000 jähriger Exilierung lebt das jüdische Volk wieder in ihrer Heimat in ihrem eigenen Volksstaat. Dem soll es nun verwehrt werden, Jerusalem als das anzusehen, was es immer war: die Hauptstaat dieses Volkes! Nicht ist es ein Skandal, daß der amerikanische Präsident dies Faktum anerkennt, sondern daß so viele Israel das Recht absprechen, sich ihre Hauptstadt selbst erwählen zu dürfen. Noch beschämender ist es aber, wenn gar Vertreter der Katholischen Kirche hier so einseitig gegen das jüdische Volk Stellung beziehen. 
Frägt man aber danach, was hier die Kirchenoberen bewegt hat, so einseitig gegen Israel sich zu positionieren, findet man schnell eine Antwort: Wie schon der Vorsitzende der Bischofskonferenz und der EKD- Präses ihre Kreuze abnahmen auf ihrer Jerualemreise aus Respekt und Angst vor dem erstarkenden Islam, so redet man nun auch so- aus Furcht vor dem Islam! 
Das Gerede vor der Pflicht, nicht die Lage zu eskalieren zu lassen in der Causa Jerusalem, ist so wahr wie eine Mahnung an Lebensschützer in Deutschland, auf ihre Kundgebungen zu verzichten, um Feministin und Linke nicht zu provozieren! Ein ganzes Volk, Israel soll auf sein Recht verzichten, sich frei seine Hauptstadt zu erwählen, nur weil  nun palästinensiche Muslime mit Gewalt drohen! 
Soll so das Recht durch Gewalt gebeugt werden?    

Zusatz:
"Der Papst hatte sich am Donnerstag dazu auch mit dem türkischen Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan beraten." Katholisch de am 10.12. Worüber beriet sich der Papst mit Erdogan? Ob Jerusalem die Haupttstadt Israels sein darf!  So viel Liebe zum Islam und zu seinem politischen Vertreter Erdogan!   

Corollarium 1
Weil Jerusalem ein heiliger Ort für drei Religionen sei, der islamischen, der christlichen und der jüdischen, dürfe es nicht die Haupstadt des Staates Israel sein. Also, die Multikultiideologie verböte es, daß politisch Jerusalem die Hauptstadt Israels sei! So auf Katholisch de zu lesen! Auch darn  manifestiert sich einmal wieder, wie sehr diese Ideologie antinational ist!   

Samstag, 9. Dezember 2017

Schafft der Papst das Kirchenrecht- teilweise- ab?

Can. 915 — Zur heiligen Kommunion dürfen nicht zugelassen werden Exkommunizierte und Interdizierte nach Verhängung oder Feststellung der Strafe sowie andere, die hartnäckig in einer offenkundigen schweren Sünde verharren,
Gilt diese Bestimmung des Kirchenrechtes noch, oder hat sie Papst Franziskus faktisch relativiert durch sein postsynodales Schreiben:"Amoris laetita" und durch die nun von ihm nachgereichte verbindliche Auslegung, daß im Einzelfall Geschieden-Verheiratete, ohne daß sie sich zur Enthaltsamkeit verpflichten, zum Empfang der hl. Kommunion zulaßbar sind? 
Als erste Möglichkeit, Al im Einklang mit dem Can 915 zu interpretieren, wäre die These, daß die "Zweitehe" bei Geschieden-Wiederverheirateten nicht in jedem Falle eine offenkundige schwere Sünde sei ,
die zweite, daß diese Zweitehe objektiv gesehen eine offenkundig schwere Sünde sei, daß sie aber nicht immer als solche dem Wiederverheirateten zuschreibbar ist. Im Falle des Freitodes bedeutet das zum Beispiel, daß ein Freitod im Zustande der Volltrunkenheit begangen, dem Täter nicht als Sünde zurechenbar ist, weil die Volltrunkenheit das Verantwortlichssein für das eigene Tuen ausschließt,
wohingegen die dritte Möglichkeit, Al so zu deuten, daß weiterhin eine Zulassung zur Kommunion nur erlaubt ist, wenn auf den ehelichen Verkehr verzichtet wird, durch die päpstlich legitimierte Auslegung,verunmöglicht wurde. Das genau ist ja das Anliegen des Papstes, jetzt autoritär zu bestimmen, was als legitime und was somit als nicht legitime Auslegung zu gelten hat.  
Ein Kommentar auf Kath de vom 8.12. kommt hier zu einem anderen Ergebnis:"Laut Kirchenrecht seien wiederverheiratete Geschiedene von der Kommunion ausgeschlossen. Der entsprechende Kanon sei nach wie vor in Kraft. ‚Amoris laetitia’ sei im Sinn der Tradition zu interpretieren, schreibt Kirchenjurist Edward Peters."
Das Problem ist nur, daß der Papst diese Interpretation im Geiste der Tradition ausschließen will! Nach ihm ist nur die Interpretation im Sinne von Al, die in Einzelfällen Geschieden-Wiederverheiratete zur Kommunion zuläßt, ohne daß sie sich zur sexuellen Enthaltsamkeit verpflichten. 
Also kann nur die Möglichkeit 1 oder 2 gelten. Aber hier läßt uns der Papst in Stich! Warum diese Zweitehe nicht objektiv oder subjektiv zurechenbar in jedem Falle eine schwere Sünde ist, bleibt ungeklärt. Das soll dann der Priester oder der Bischof klären oder dann doch einfach nur das Gewissen des Geschieden-Wiederverheirateten! 
Walter Kaspers Deutung der Causa ist geradezu ein Musterexemplar für die völlige Unklarheit: " Sie stelle keine Neuerung dar, sondern erneuere eine alte Tradition gegenüber späteren Verengungen, so Kasper. Schon immer sei unterschieden worden zwischen der "objektiven Schwere eines Gebots" - in diesem Fall des Verbots von Ehescheidung und Ehebruch - und "der Schwere der subjektiven Schuldhaftigkeit".
Um diese zu ermitteln, müsse man mit "von der Liebe geleiteten Klugheit fragen, welches in der konkreten Situation die rechte und billige Anwendung" eines Gebots sei. Die scharfen Kritiker von "Amoris laetitia" verträten einen "einseitigen moralischen Objektivismus, der die Bedeutung des persönlichen Gewissens" bei sittlichen Entscheidungen unterbewerte. (KNA)" (zitiert nach: Katholisch de vom 8.12.
Einerseits erinnert Kasper an die selbstverständliche Differenzierung zwischen der objektiven Beurteilung einer Tat etwa als schwere Sünde und der Frage, ob der Täter voll verantwortlich ist für seine Tat- aber er unterläßt es wohlweislich, Kriterien für eine verminderte  Zurechenbarkeit der Tat einer Führung einer unerlaubten Zweitehe zu benennen.  
Dann behauptet er, daß es darauf ankäme,ein Gebot in "von der Liebe geleiteten Klugheit" anzuwenden. Das klingt doch sehr danach,  daß aus Rücksicht auf die Geschieden-Wiederverheirateten der Can 915 nicht angewendet werden soll.
Zum Schluß verlangt er, daß das persönliche Gewissen mehr als bisher berücksichtigt werden müsse. Man beachte den Begriff des Persönlichen. Das meint, daß das individuelle Gewissen die Letztinstanz ist, die den Betroffenen sagt, ob sie die Kommunion empfangen dürfen oder nicht. Was gilt nun nach Kasper? Eigentlich nur eines: Schluß mit der Debatte, Geschieden- Wiederverheiratete dürfen jetzt ohne eine Selbstverpflichtung zur sexuellen Enthaltsamkeit zur Kommunion zugelassen werden. Warum das nun möglich ist und wie das mit der Tradition der Kirche und ihrer Lehre vereinbar sein kann, darüber soll nun nicht mehr diskutiert werden: Ende der Debatte!    

 
 

Freitag, 8. Dezember 2017

Schluß der Debatte- Papst Franziskus zieht die Notbremse

"Lange wurde über die Verbindlichkeit von "Amoris laetita" diskutiert. Jetzt hat Papst Franziskus eine Auslegung von argentinischen Bischöfen zu "authentischem Lehramt" erklärt."  Katholisch de ist enthusiasmiert. 7.12. 2017: "Wie verbindlich ist das "authentische Lehramt"? Das bedeute jetzt nämlich: Schluß der Debatte, Rom hat gesprochen. Öffentlich dürfe nun kein Katholik die Möglichkeit der Zulassung von Geschieden-Wiederverheirateten zum Empfang der hl. Kommunion und zur Beichte mehr kritisieren, weil diese Ermöglichung nun zum "authentischen Lehramt" gehöre. Ist sonst die Idee des ewigen Gespräches und somit die Vermeidung jeder letztgültigen Entscheidung (das ist das Dogma) die Lieblingsidee des Liberalismus, so zeigt er hier seine Vorliebe für doktrinäre Entscheidungen? 
Wie geht das zusammen? Ganz einfach! Wenn es gilt, Lehren der Katholischen Kirche aufzulösen, dann gilt die Maxime, daß es ein Ende der Debatte niemals geben darf.So wird immer weiter über di Möglichkeit der Zulassung des Frauenpriestertumes diskutiert. Karl Rahner selbst verfuhr so, und mit und nach ihm viele andere. Wenn aber der Liberalismus eine seiner Forderungen durchzusetzen schaffte, dann verlangt er in diesem Punkte das Ende der Debatte, damit ihm errungene Erfolge nicht wieder genommen werden. 
Papst Franziskus zog die Notbremse.Da er der theologisch fundierten Anfragen zur Legitimität dieser Zulassung von Geschieden-Wiederverheirateten, daß sie ohne enthaltsam zu leben ihre Zivilehe fortsetzend doch zulaßar sind zum Empfang der hl. Kommunion, nicht Herr werden konnte, will er so jede weitere Debatte so unterbinden.Der Papst hofft dabei wohl darauf, daß die conservativen Frager angesichts der Deklaration dieser Zulassung als zum "authentischen Lehramte" dazugehörig,auf ein weiteres Fragestellen verzichten werden, gerade weil sie ja conservativ sind.  
"Unter der Debatte um diesen heiklen Punkt hat der Papst nun einen Strich gezogen. Zweifel an seiner Aussage sind zwar weiterhin erlaubt, jedoch dürfen sie nicht mehr öffentlich geäußert werden.", jubelt der  Kommentar so am 7.12. auf Katholisch de. 
Bis jetzt bleibt aber moraltheologisch ungeklärt, wie diese Zulassung ohne den Verzicht auf die eheliche Intimität begründet werden kann. Es bleibt einfach beim Deklarieren, daß so das der Papst will und daß eben nur die Bischofskonferenzen "Amoris laetati" richtig gelesen haben, die in Einzelfälle Geschieden-Wiederverheiratete zum Empfang der hl. Kommunion zulassen.
Die Geringschätzung der Theologie ist wohl das Spezifische dieses Pontifikates. Der Papst ersetzt eben die theologische Reflexion durch spontane Entscheidungen aus dem Bauchgefühl heraus und sein Bauchgefühl stimmt dann immer aufs wunderbarste mit dem Zeitgeist, das ist die publizierte Meinung überein. Er ist der Papst der Medien und nicht der Hüter und Bewahrer der Lehre der Kirche.
Müssen nun alle Bischöfe, die an der alten Praxis festhalten wollen, sich Papst Franziskus beugen und so nun auch die Geschieden- Wiederverheirateten zulassen? Auf eines ist aber Verlaß: Es wird niemand mehr Bischof, der diesem Anliegen des Papstes nicht uneingeschränkt zustimmt.
Daß der Papst so die Notbremse zieht, zeigt aber auch einen Paradigmenwechsel in der Kirche an: Die öffentliche und  veröffentliche Meinung, was man so dazu schreibt und sagt in den Medien, das soll nun den Kurs der Kirche bestimmen und nicht mehr Schrift und Tradition.Ja, der Papst erkühnt sich jetzt ja sogar, das uns vom Gottes Sohn selbst gelehrtes Gebet, das Vater Unser abzuändern, weil eine der Bitten dem Zeitgeitgeschmack zuwider ist! So machtvoll interpretiert dieser Papst sein Lehramt!

Donnerstag, 7. Dezember 2017

Hier irrte Jesus Christus- der Papst korrigiert ihn!

"Es sei nicht Gott, der den Menschen in Versuchung stürze, um zu sehen, wie er falle, meint der Papst zum Vers "führe uns nicht in Versuchung" (Kath net vom 7.12. 2017) Papst Franziskus ist gewiß nicht der einzige, dem die Lehre Jesu Christi ein Ärgernis ist. So erklärte mir jüngst eine evangelische Theologin, daß Jesus sicher die Zentralausage: Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen." (Mt 5,30) nicht ernst gemeint haben könne, denn das widerspräche doch der Liebe Gottes zu allen Menschen.
Papst Franziskus kennt diese Theologen nicht, wohl aber den Beschluß französischer Bischöfe, den Text des Vater Unsers abzuändern, weil ihnen die Bitte: "Und führe uns nicht in Versuchung" zu anstößig ist. Unverbesserliche Biblizisten denken da spontan an:: "Denn wer sich meiner schämt und meiner Worte schämt, dessen wird sich der Menschensohn schämen, wenn er in seiner Hoheit kommt und in der Hoheit des Vaters und der heiligen Engel." (Lk 9, 26), aber unsere Modernisten finden da einen plumpen Ausweg! Sie erklären das einfach für eine falsche Übersetzung. Nun ist aber der griechische Urtext wie auch die Vulgata, die im Zweifelsfalle den für die Kirche verbindlichen Text präsentiert, eindeutig: Und führe uns nicht in Versuchung. Da bleibt dann nur noch übrig zu meinen, daß Jesus das Vater Unser aramäisch gelehrt hätte und die Evangelisten ihn dann falsch übersetzten! Woher wissen dann diese Jesusforscher, was er dann wirklich in aramäisch gelehrt hat?
Hier brauchen wir nicht theologisch zu spekulieren. Es gilt nämlich der Grundsatz, daß Jesus nie etwas gelehrt haben kann, was uns Heutigen  mißfällt. Die Vorstellung, daß Gott uns in Versuchung führen kann und das auch tut und daß wir darum so bitten sollen, die widerspricht so sehr unserem postmodernen Gottesbild, daß diese Aussage einfach aus der Bibel zu streichen ist.
So ist der Papst begeistert von der jetzt in Frankreich eingeführten Übersetzung:  "Lass uns nicht in Versuchung geraten".  (Kath net vom 7.12. 2017) Das ist selbstverständlich gegenüber dem griechischen wie dem Text der Vulgata eine klare Falschübersetzung, aber sie ist eben gefälliger. 
Es muß aber festgehalten werden, daß dies ein einmaliger Vorfall in der Kirchengeschichte ist! Wann haben sich sonst je Bischöfe und nun gar der Papst dazu erdreistet, die hl. Schrift zu korrigieren, weil ihnen eine Lehraussage Jesu mißfällt! Der Jesus, der angeblich etwas anderes gelehrt hätte als es die Schrift bezeugt, ist doch nur ein Phantasmata, um sich unerfreulicher Lehraussagen Jesu zu entledigen! 
Ja unsere heutigen Modernisten wissen eben über Gott besser Bescheid als der Sohn Gottes selbst.
Vgl zum modernistischen Gottesbild: Uwe C. Lay, Der zensierte Gott) 
Papst Franziskus macht dabei nun klar, wie er das Petrusamt versteht: Es steht nicht nur über der bisher verbindlichen Lehre der Kirche, nein selbst die Bibel darf es nach Belieben ändern!    

Zusatz:
Dostojewskis Großinquisitor verfälschte das Evangelium Jesu Christi nicht aus Mach- und Herrschaftswillen, sondern aus Liebe zu den Menschen, denn er meinte, daß die Menschen von der Wahrheit überfordert seien. Man kann ihnen die Wahrheit nicht zumuten! Ist das auch das Movens dieses popularistischen Papstes?      

Mittwoch, 6. Dezember 2017

Eine Kustausstellung in Berlin ehrt einen islamischen Märtyrer!

"PARIS/BERLIN. Frankreich hat gegen die Ausstellung in Berlin-Kreuzberg protestiert, die einen der Terroristen vom Pariser Konzerthaus Bataclan als Märtyrer präsentiert. Ismaël Omar Mustafaï war einer der Islamisten, die dort am 13. November 2015 89 Menschen ermordeten." (Junge Freiheit vom 5.12. 2017)
"Die Leiterin der Ausstellung, Ricarda Ciontos, hält die Vermischung nicht für problematisch. „Die Künstler wollen den Begriff des Märtyrers erweitern“, sagte sie der Bild-Zeitung. Der verantwortliche Verein Nordwind finanziert sich aus Steuergeldern über den Hauptstadtkulturfonds." Junge Freiheit vom 5.12.2017
So weit ist die Islamisierung Deutschlands schon vorangeschritten: Ein islamistischer Terrorist, der mit Gesinnugsgenossen zusammen 89 Menschen töte, wird bei uns- steuergeldfinanziert- als Märtyrer des Islam gefeiert! Das sei Kunst, und die darf das! 
Nicht nur der Papst und die Katholische Kirche und der Protestantismus, auch die Kunstförderung sieht heutzutage in der Förderung des Islams eine wichtige Aufgabe als sollte in Deutschland  und in Europa schnellst möglichst der Islam zur Staatsreligion gekürt werden. 
Ob demnächst im christlich islamischen Dialog die Attentäter von Paris ob der 89 getöteten Menschen als Märtyrer des Glaubens anerkannt und gefeiert werden, muß abgewartet werden! 

Dienstag, 5. Dezember 2017

"Papst verharmlost erneut islamischen Terrorismus"- oder die Unterwerfungsliebe

Wann immer das Kirchenoberhaupt auf den islamischen Terrorismus oder das Verhältnis Islam und Gewalt angesprochen wird, kritisiert er Katholiken, die er auf dieselbe Stufe mit den Dschihadisten und den Terroristen des Islamischen Staates (IS) stellt. Im Juli 2016 nach dem islamischen Terrorismus gefragt, sprach Franziskus von „gewalttätigen Katholiken“. Am vergangenen Samstag nach dem islamischen Terrorismus gefragt, sprach Franziskus von „fundamentalistischen Katholiken“. Beide Mal stellte er die von ihm kritisierten Katholiken den Terroristen gleich. Katholsch info am 5.12. 2017. Einen Tag zuvor zitierte Kath info  den Papst zu dieser Causa so:
„Es gefällt mir nicht, von islamischer Gewalt zu sprechen, denn jeden Tag, wenn ich die Zeitungen durchblättere, sehe ich Gewalt, hier in Italien: Der eine bringt seine Verlobte um, ein anderer bringt die Schwiegermutter um… Und das sind gewalttätige getaufte Katholiken! Es sind gewalttätige Katholiken… Wenn ich von islamischer Gewalt spräche, müsste ich auch von katholischer Gewalt sprechen. Nicht alle Muslime sind gewalttätig; nicht alle Katholiken sind gewalttätig. Es ist wie ein Obstsalat, da ist alles drin, es gibt Gewalttäter in diesen Religionen. Eine Sache ist wahr: Ich glaube, dass es in fast allen Religionen immer eine kleine fundamentalistische Gruppierung gibt. Fundamentalistisch. Bei uns gibt es sie. Und auch wenn der Fundamentalismus so weit geht zu töten – man kann aber mit der Zunge töten, und das sagt der Apostel Jakobus und nicht ich, und auch mit dem Messer – glaube ich, dass es nicht richtig ist, den Islam mit Gewalt gleichzusetzen. Das ist nicht richtig, und es ist nicht wahr! "

Für Papst Franziskus besteht also kein Unterschied zwischen einem Mörder katholischen Glaubens und einem Muslim, der aus religiöser Motivation heraus tötet. Und Papst Franziskus sieht in allen Religionen böse Fundamentalisten, die morden, isb. in der Katholischen Kirche. Frägt man den Papst nach katholischen Terroristen, verweist er auf den Jakobusbrief, daß man auch mit der Zunge töten könne. Also, die heiligen Gotteskrieger des Islamischen Staates töten durch Selbstmordattentate und die christlichen Fundamentalisten durch die Zunge und das wäre im Prinzip das Selbe!
Zu solchen Abstrusitäten versteigt sich der Papst in seinem unbedingten Willen zur Apologie des Islam. Sein eigenes Nest beschmutzt er, um den Islam reinzuwaschen. 
Aber seit dem Korankuß des Papstes Johannes Paul II. ist eben der Islam zur Lieblingsreligion des Vaticans avanciert. Statt die Bereitschaft zur Anwendung von Gewalt im Koran und der Praxis des Islams zu kritisieren, konstruiert der Papst sich sein Feindbild des "Fundamentalismus", den er in allen Religionen lebendig sieht, um darin die Quelle des Bösen zu verorten. Da der Papst nun aber keine Menschen mordende katholische Fundamentalisten vorzeigen kann, behauptet er einfach, daß diese genauso schlimm seien wie die islamistischen Terroristen, weil auch sie morden, wenn auch nur mit der Zunge, oder daß es auch Mörder gäbe, die der Katholischen Kirche angehörten.
Bertold Brechts Teilnehmer des Kongresses der Weißwäscher würde es wohl die Sprache verschlagen ob solcher Akrobatik der Kunst des Reinwaschens. Aber für Papst Franziskus ist das eben die konsequente Fortsetzung der praktizierten Liebe zum Islam, die schon im 2. Vaticanum sich manifestierte in der Erklärung zum Islam.
Woher kommt diese so kraftvolle Liebe zu dieser Religion? Sie speist sich wohl nicht aus der Wahrheit und Gutheit und Schönheit dieser Religion, sondern aus ihrer faktischen Macht. Es gibt auch eine praktizierte Liebe zum Feind aus Angst vor ihm als Beschwichtgungspraxis: 
Liebe Deinen Feind, damit er Dich nicht tötet, ist das Prinzip dieser Unterwerfungsliebe!             

Montag, 4. Dezember 2017

Kunst als Kritik der Wirklichkeit?

"Ernstzunehmende Kunst, Musik und Literatur ist immer auch ein kritischer Akt.Und zwarzunächst einmal im Sinne von Mattew Arnolds Formulierung:>eine Kritik des Lebens<.Sei es realistisch, phantastisch, utopisch oder satirisch, das Gebilde des Künstlers ist eine Gegenaussage zur Welt. In ästhetischen Mitteln verkörpern sich konzentrierte, selektive Interaktionen zwischen den Beschränkungen des Beobachteten und den grenzenlosen Möglichkeiten des Vorgestellten. Eine solche durchgestaltete Intensität von Sicht und spekulativer Anordnung ist immer eine Kritik. Sie spricht davon, daß die Dinge anders sein könnten (gewesen sind,sein werden).
George Steiner, Eine sekundäre Stadt, in: G.Steiner, Von realer Gegenwart, 1990, S.23f.
Die effektivste Apologie des Bestehenden ist wohl die Aussage, daß es ist, wie es ist, daß es, so wie es ist, alternativlos seiend ist. Der Möglichkeitssinn, (vgl Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften,dem Wirklichkeits- und Möglichkeitssinn ein eigenes Kapitel widmend), ist wohl die Voraussetzung jeder Kritik des Bestehenden in dem Urteil: So ist es, es könnte aber auch anders sein.  
So gesehen ist tatsächlich jedes Kunstwerk, indem es einfach nur etwa Künstliches dem Realen gegenüberstellt, zumindest die notwendige Voraussetzung jeder Kritik des Bestehenden. Realpolitikern und die gibt es auch zu Hauf in der Kirche in leitenden Funktionen ist das nur eine wirklichkeitsfremde Utopisterei, denn für sie gibt es nur die Welt der Indikative. Nur, das konjunktivische Denken befreit uns aus dem Schein, daß das, wie es ist, auch so sein muß, weil es so ist. Es könnte auch anders sein, ist so die Subversion alles Bestehenden. 
Aber wenn das nur, nach George Steiner für die ernstzunehmende Kunst gilt, was ist dann mit der anderen dadurch ausgegrenzten Kunst?  Kann es auch nicht ernstzunehmende Kunst geben, die sich kritisch zum Wirklichen verhält oder ist das nur das Privilegium der ernsten Kunst, sodaß die sogenannte Unterhaltungskunst nicht kritisch wäre. Dann wäre sie keine Gegenaussage zur Welt. Aber was Steiner als die Funktion der ästhetischen Mitteln in diesem Zitat beschreibt, das ereignet sich doch in jeder Kunsthervorbringung, daß so die ästhetischen Mittel funktionieren. 
Zudem: Zeichnet sich nicht gerade die Unterhaltungskunst durch ihren nicht-realistischen Stil aus, man denke etwa an das Genre des Liebes- oder Heimatfilmes, aber sind darum nicht gerade diese Genres Gegenaussagen zur Welt, wie sie ist?   
Könnte man nicht eher -sicher verkürzt- urteilen, daß das Reich der Abenteuer,der Liebes- und der Heimatfilme uns eine Welt der Optative vorführt, also eine der Wünsche, die aber gerade deshab als unernst und kitschig verurteilt wird, weil sie nur ein imaginäres Glück uns aufzeigt? Verurteil der Realitätssinn das eben als nicht realistisch und somit als kitschig trivial? 
Zeichnet sich dengegenüber die Hochkultur nicht durch ihren Realitätssinn aus, daß sie uns, das was ist und wie es ist, als einzige Möglichkeit aufweist? Man lese daraufhin mal Thomas Bernhards Meisterwerke: Realität ohne Alternative? 

Corollarium 1
Das philosophische Denken hat sich bisher zu sehr auf indikativische Aussagen kapriziert, als wäre das Eigentümliche des Denkens das Begreifen dessen, was ist und wäre es nicht ebenso die Aufgabe des Denkens, das Mögliche und das Wünschbare zu ergründen, die Welten, die durch  Optative konstituiert werden.   

Sonntag, 3. Dezember 2017

Der Glaube an Engel- Aberglaube?

"Bamberger Erzbischof: In der Gesellschaft nimmt der christliche Glaube ab und zugleich nehmen abergläubische Praktiken und Rituale zu - Vielfältiger Glauben an Engel, Horoskope, Kartenlegen, Talisman, Maskottchen und Götter vergangener Zeiten." Erzbischof Schick zitiert nach Kath net vom 2.12.2017. Diese Nachricht ist auf der Internetseite bis jetzt noch nicht korrigiert worden,sodaß zu befürchten ist, daß das dieser Erzbischof wirklich so verkündet hat. Der Glaube an Engel sei also aberläubisch!
Man überfliege einmal die Bibel: An wie vielen Stellen ist da die Rede von Engeln! Und: Was wird aus der Verkündigung des Engels an Maria, daß sie erkoren ist, die Mutter Gottes zu sein? Was wird aus dem leeren Grab, wenn da Engel nicht die Frauen aufgeklärt hätten, daß Jesus Christus von den Toten auferstanden ist? Das soll jetzt Alles Aberglaube sein! Dieser Erzbschof sieht also keinen  Unterschied zwischen Kartenlegen und dem Glauben an Engel!   
Dies Gebet, das die Kirche vorkonziliar nach der Messe betete, ist also abergläubig:

Gebet zum heiligen Erzengel Michael
 
Heiliger Erzengel Michael,
beschirme uns im Kampf,
schütze uns gegen die Bosheit
und die Nachstellungen des bösen Feindes.
"Ihm möge Gott gebieten",
so flehen wir inständig.
Du aber, Fürst der himmlischen Heerscharen
wollest den Satan und alle andern bösen Geister,
welche zum Verderben der Seelen
in der Welt umhergehen
mit Gottes Kraft in die Hölle hinabstoßen. Amen.

von Papst Leo XIII. verfaßt

Dieser Erzbischof setzt gar den urchristlichen Glauben an Engel an die erste Stelle seiner Reihung von abergläubigen Praktiken! Offensichtlich ist für diesen "Erzbischof" die hl. Schrift nur ein Märchenbuch und die Lehre der Kirche Schnee von Gestern.

Kurznotizen zu diesem Modernisten (nach Wikipedia, Schick)

"Im Zusammenhang mit der Affäre um Bischof Walter Mixa  2010 sprach sich Schick für eine Erneuerung der Kirche aus. Außerdem stellte er Überlegungen für eine Lockerung des Zölibats der katholischen Priester sowie für ein stärkeres Engagement von Frauen in der Kirche an."

Seine größte theologische Leistung:

www.nordbayern.de/.../erzbischof-muslimischer-bundesprasident-ware-vertretbar-1.5...28.10.2016 - Nürnberg - Der Schriftsteller Navid Kermani wird als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten gehandelt. Das Pikante: Kermani ist Muslim. Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick fände eine Nominierung vertretbar - und würde sich auch einem muslimischen Staatsoberhaupt nicht verschließen.

Selbstverstänlich ist er im Kampf gegen Rechts engagiert, verteufelt die PEGIDA und glaubt unerschütterlich an die Klimakatastrophe.. aber das hat für ihn nichts mit Aberglauben zu tuen!  Der Islam ist selbstverständlich für diesen Erzbischof keine anti-christliche Religion (=Aberglaube) sondern eine, oder gar die Friedensreligion.  

Samstag, 2. Dezember 2017

Verkitschtes Christentum- ist das möglich?

Was ist überhaupt Kitsch? So häufig dieser Begriff auch benutzt wird, stets als Fremdurteil über etwas, nie als Eigenbezeichnung: Kitsch produziere ich!, so unklar ist das, was damit gemeint ist. Nur in einem sind sich alle verdächtig einig: Kitsch ist etwas Verwerfliches.
 Milan Kundera offeriert nun eine bedenkenswerte Definition von Kitsch:"Kitsch schließt alles aus seinem Blickwinkel aus,was an der menschlichen Existenz im wesentlichen unannehmbar ist." (Kundera, Die unerträgliche  Leichtigkeit des Seins, Fischer Tb, 1987, S.238) Dies Ausschließen deute ich als den Akt, durch den sich ein künstlerisches Werk als Kitsch hervorbringt. Der Autor spricht dann (S.237) von dem kategorischen Einverständnis mit dem Sein. Es gäbe den wesentlichen Unterschied nicht zwischen denen, die meinen, die Welt sei von Gott erschaffen und denen, die meinen, daß sie von selbst erstanden sei, sondern zwischen denen, die urteilen, "daß die Welt so erschaffen wurde, wie sie sein sollte, daß das Sein gut und es daher richtig sei, daß der Mensch sich mehre." (S.327). Das sei die Haltung des kategorischen Einverständnis mit dem Sein. Diese Haltung als künstlerische Grundhaltung gründet das ästhetische Ideal des Kitsches.
Ist damit jede christliche Kunst a priori Kitsch, wenn sie von dem Gutsein der Schöpfung ausgeht, wenn sie das Leben, so wie es ist, affirmiert? Dann wäre nur eine kritsche Kunst keine kitschige, eine die zum Leben oder zumindest zur jetzigen Gestaltung des Lebens ihr Nein sagt. 
Ist das der Grund, warum etwa die Romane Karl Mays und die von Hedwig Courth- Mahlers als Kitsch abgeurteilt werden, weil ihnen eine positive Weltsícht zu Grunde liegt, sodaß es zwar zu schwerwiegenden Störungen und Konflikten kommen kann, (und das macht den Lauf des Romanes aus)  aber am Ende wird dann alles gelöst und es erscheint wieder die wiederhergestellte heile Welt, in der alles in Ordnung ist? 
Aber : Gottes Schöpfungswerk  ist einer von Gott gewollten Depravation unterworfen worden ob des Sündenfalles der ersten Menschen. Die Welt ist, so wie sie postlapsarisch geworden ist, nicht mehr die gute Schöpfung.Der Messias kam nicht in die Welt, um dem jüdischen Volke und dann auch  allen Menschen zu erklären, daß sie alle schon in der bestmöglichen Welt lebten, daß alles in Ordnung sei: Du bist gut, die Welt ist gut und alles ist eben gut, so wie es ist! Nein, Jesus Christus Aufgabe war, uns zu erlösen! Das setzt voraus, daß wir Menschen und die Welt erlösungsbedürftig sind.
Nehmen wir so die Definition des Kitsches auf, dann hieße das: Kunst wird dann zum Kitsch, wenn sie die Realität, daß die Welt nicht so ist, wie sie sein sollte, ausgeblendet wird. So könnte es dann auch wirklich ein verkitschtes Christentum geben, indem es den Fall der Schöpfung ausblendet und Jesus umformt zu einem bloßen Jasager: Alles ist gut und in Ordnung. Es entsünde dann eine Kunst, die nur die Welt vor dem Sündenfall kennt und so das Kreuz ignoriert: eine Welt schafft, in der keine Erlösung mehr  Sinn ergibt. 
Das am Sein Zweifeln machte dann die wirkliche Kunst aus, daß eben in ihr an dem Gutsein und den Sinn des Lebens, so wie es jetzt ist, gezweifelt wird. 
Implizite setzt Kundera somit voraus, daß es die wesentliche Aufgabe der Kunst wäre, das wirkliche Leben realistisch wiederzuspiegeln (Vgl dazu Georg Lukacs) und daß somit das Urteil, daß sei Kitsch, sagt, daß ein Kunstwerk nicht realistisch die Wirklichkeit wiederspiegelt. 
Wie nun aber, wenn so die Kunst zu einseitig betrachtet wird, daß sie nicht Realitäten wiederspiegelt sondern Kunstwelten schafft, damit Menschen zeitlich befristet in diesen Kunstwelten leben im Akt des Genießens der Kunst? Auch dann könnte diese Kitschdefinition einen Sinn ergeben: Eine Kunstwelt wäre dann kitschig, wenn in ihr selbst das Leben nur noch als etwas rein Positives und Gutes zu stehen käme. 
So gesehen kann es tatsächlich kitschige christliche Kunstwerke geben, wenn in ihren nichts mehr vorkommt von dem Bösen, dem Widergöttlichen, dem Gefallensein des Lebens. Die christliche Erlösungsreligion transformiert sich dabei zu einer des großen Jasagens: Alles ist in Ordnung! Gott ist dann nur noch die Liebe, die zu Allem Ja und Amen sagt! 
(vgl dazu: Uwe C. Lay, Der zensierte Gott) 
Nur, es muß aber auch geurteit werden, daß dem Kitsch ein Wahrheitsmoment innewohnt: die Verheißung der Wiederherstellung einer heilen Welt am Ende der Zeiten, die im Kitsch sozusagen schon antizipiert wird. 

Freitag, 1. Dezember 2017

Ein Freudentag für Mohammed

Die offizielle Internetseite der Deutschen Bischofskonferenz katholisch de brachte die Freudenbotschaft am 1.12. 2017:"Die Hauptstadt wird "religiöser": Nach langem Verhandeln bekommt Berlin ein Institut für Islamische Theologie."
Für das große Ziel der Islamisierung Deutschlands bringt das Land Berlin beachtliche Finanzmittel auf, natürlich, regiert da doch die SPD mit der Partei: Die Linke und die Grünen. Hielte man bisher zumindest Linke und Grüne für eher religionskritisch, wenn nicht gar der Religion feindlich gesonnen- so konnte bis 1989 kein Christ Parteimitglied der SED werden, da diese Partei den Atheismus zur ideologischen Basis der Partei erklärte- so ändert eben die Liebe zum Islam alles. 
Linke entdeckten anfänglich ihre Sympathie für den Islam angesichts der Revolution im Iran. Man entdeckte den antiimperialistschen Charakter dieser Religion, und daß sie mehr als die christliche Religion sozial eingestellt sei, aber zur großen Liebe kam es erst, seitdem Massen von Muslimen nach Deutschland "flüchten", um hier Asyl zu bekommen. Jetzt gilt es also, den Islam zu fördern:        
"Laut Hochschulverträgen soll das Islam-Institut seinen Studienbetrieb im Wintersemester 2018/19 aufnehmen. An der Gründung sollen "maßgebliche muslimische Verbände" beteiligt werden. Die Einrichtung soll islamische Theologinnen und Theologen sowie Religionslehrkräfte akademisch ausbilden. Für den Aufbau stellt das Land Berlin bis 2022 insgesamt rund 13,8 Millionen Euro zur Verfügung. Zusätzlich soll die HU Fördermittel beim Bundesforschungsministerium einwerben." 
Was ist wohl nun so positiv an dieser Religion, daß sie nun von diesen Linksnblockparteien so energisch gefördert wird? Vergleicht man die linksliberale Ideologie, deren Träger diese drei Parteien sind, mit den Grundsätzen des Islam, keine einzige Gemeinsamkeit findet sich. 
Der Feind meines Feindes ist mein Freund- diese Maxime scheint dann wohl eher das Engagement der Linksblockparteien für den Islam zu erklären: ihr gemeinsames Nein zur christlich fundierten Kultur und ihr Nein zu Deutschland. Für sie als antideutsch ausgerichteten Parteien ist der Islam etwas Positves, weil durch ihn Deutschland aufgelöst werden soll, a) ethnisch durch die Mutiethnisierung Deutschlands, daß wir Deutschen zur Minderheit im eigenen Lande werden sollen und b) durch die Islamisierung als Auslöschung der deutschen Kultur. Der "islamische Studienbetrieb" soll dazu Multiplikatoren ausbilden, die so den Islam auch kulturell niveauvoll vertreten können, um ihn so attraktiver werden zu lassen.  
Passend dazu berichtet Kath net am 1.Dezember 2017 von einer Prognose über die Entwickelung des Bevölkerungsanteiles der Muslime in Deutschland und Europa:"Falls es aber weitere sehr hohe Zuwanderung geben würde, könnte der Anteil der Muslime in Deutschland 2050 auf 20 Prozent steigen, europaweit auf 14. Prozent."  
Daß weiterhin möglichst viele Muslime nach Deutschland einwandern sollen als Flüchtlinge, das ist nun der Herzenswunsch dieser drei Parteien, aber auch der von der Nochkanzlerin Merkel. Nun sollen die Muslime auch noch gut ausgebildet werden, damit so erfolgsversprechend die Islamisierung vorangetrieben werden kann. Der Traum: "Nie wieder Deutschland!" könnte so doch noch in Erfüllung gehen. 

Donnerstag, 30. November 2017

Die Vergleichgültigung Gottes, sein Tod um des Friedens willen

"Der Gottesglaube geht auch auf andere Weise zugrunde. Stiller, unspektakulärer, trivialer. Seine Verfechter müssen keineswegs aggressiv und intolerant auftreten. Im Gegenteil. Sie reden von einem "lieben" Gott, der nichts verlangt und niemanden aufregt. Vor ihm darf man so sein, wie man ist, und Gott sagt: Gut so!
Warum wundern sich eigentlich die Liebhaber eines solchen Gottesbildes, dass ihre Botschaft vielfach Gleichgültigkeit auslöst? Der Grund ist doch klar: Die Botschaft, dass man ohne besondere Anstrengungen so sein darf, wie man ist, verändert nichts. Sein können wie man ist, kann man auch ohne diese Botschaft. Folglich ist diese Botschaft verzichtbar und überflüssig. Sie findet keine Nachfrage." Katholisch de erlebte am 30.11. 2017 eine unvermutete Sternstunde in dem Standpunktkommentar von Herrn Höhn: "Totgeglaubter Gott". Klarer ist das nicht auf den Punkt bringbar. Ein Gott, der nur noch Ja sagt, der ist für das Leben völlig gleichgültig. 
Das ist aber wohl auch die Intention dieses Gottesverständnisses, daß er eben nur noch als alle Menschen liebend vorgestellt werden soll. Denn da, wo verschiedene Religionen sich wechselseitig konfrontieren mit ihrem jeweiligen Wahrheitsanspruch, ist ein Religionskonflikt vorprogrammiert. Präsumiert wird dabei, daß es nur eine wahre Religion gibt und daß so die anderen nicht das Heil vermitteln können. Gott selbst ist es eben nicht gleichgültig, ob ein Mensch die wahre oder eine falsche Religion lebt. 
Genau diese Vorstellung soll nun durch die Lehre, daß Gott die Religionen gleichgültig sind, weil er sowieso zu jedem Menschen Ja sagt, egal, wie er es mit der Religion hält, aufgelöst werden. Wenn nämlich Gott nur noch liebend ist, dann können auch alle Religionen sich wechselseitig als gleich- gültig und als gleich-ungültig betrachten. Das ist dann die völlige Domestikation aller Religionen. 
Indem so das Konfliktpotential zwischen den Religionen  aufgelöst wird, wenn alle der Vorstellung, daß Gott nur noch die alles bejahende Liebe ist, zustimmen, devitalisiert sich jede Religion nach innen hin. Sie erscheint so auch ihren eigenen Anhängern als gleich-gültig! Warum sollte ich auch etwa Katholik sein und katholisch leben, wenn Gott selbst das völlig gleichgültig ist? Diese innere Vergleichgültigung der Religion ist die unvermeidbare Folge der Domestikation aller Religionen um des innerreligiösen Friedens willen, daß sich alle Religionen als gleichgültig erklären!   
Den Anfang dazu bildete die innerchristliche Ökumene mit der These, daß es Gott gleichgültig sei, ob wer katholisch oder  lutherisch oder reformiert sei und das Ende von diesem Lied, daß eben alle Religionen gleichgültig seien, weil Gott jeden Menschen bejahe, egal wie er es mit welcher Religion hält.  Die Gretchenfrage im Faust, wie hältst du  es mit der Religion, ist so belanglos geworden,denn selbst Gott ist diese Frage belanglos,  


 

Mittwoch, 29. November 2017

Leben ohne Berufung?

"Berufung ist Blödsinn. Ich habe keine Berufung.Niemand hat eine Berufung.Und es ist eine ungeheure Erleichterung festzustellen,daß man frei ist und keine Berufung hat." Milan Kundera, Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins, Fischer Taschenbuch 1987, S.300. 
Unsere Arbeitsämter Ämter heißen nicht nun Jobcenter, denn wir haben keinen Beruf mehr sondern Jobs. Beruf, das ist ein Begriff erfüllt von Metaphysik: sich zu etwas berufen wissen, von wem berufen zu was? Den Beruf wähle ich mir nicht aus, sondern ich empfinde ihn als meine Bestimmung.Der religiöse Ursprung erhellt sich uns so: Gott beruft Menschen zu etwas. Saul und David berufte Gott dazu,König über Israel zu sein, aber er berief auch das Volk Israel dazu, sein Volk zu sein. Die Geschichte Gottes mit dem Volke Israel ist die Geschichte der Berufung dieses Volkes und die besondere Berufung an Einzelne zu einem besonderen Dienst. 
In der Kirche, im Neuen Bund setzt sich das fort: Die Kirche ist nicht einfach eine menschliche Hervorbringung, Gott berief und beruft Menschen zur Kirche und er beruft zu besonderen Diensten, den des Priesters etwa. 
Die bürgerliche Kultur, anhebend wohl mit Luther sah nun in jedem Beruf eine göttliche Berufung, sodaß das Besondere des Priesterberufes egalisiert wurde. In der Katholischen Kirche war und ist es das besondere Verdienst des Opus Dei, diesen allgemeinen Berufsgedanken im Katholizmus beheimatet zu haben: Gott beruft einen jeden in einen besonderen  Beruf. Daß dabei die Berufung zur Mutterschaft von besonderer Würde ist, wird dabei in unsrer auf den Geldverdienst fixierten Gesellschaft leicht übersehen, aber wenn dieser Beruf nicht ausgeübt wird, werden alle anderen Berufe sinnlos. Wen sollte den noch ein Lehrer unterrichten, wenn nicht vordem Frauen Kinder zur Welt gebracht hätten!  
Und: So wie das Volk Israel seine Berufung hatte und sie lebte, so ist kein Volk ohne eine göttliche Berufung: Sei, was Du bist! stellt dabei die Elementarformel der völkischen Berufung dar. Das,was Gott gibt als Gabe, das gibt er immer auch als Aufgabe. Die Aufgabe ist dann die Berufung.
Wo Berufungen durch Gott wahrgenommen und gelebt werden, da bekommt das Leben durch dies göttliche Berufen Gewicht. Jetzt erst wird das vom Beruf Geforderte wirklich zur Pflicht. 
Was aber, wenn es für den modernen bzw postmodernen Menschen keine Berufung mehr gibt, weil es für ihn auch keinen mehr gibt, der berufen kann? Das Leben wird uns leicht, denn nun wählen wir frei aus aus unübersehbar vielen Möglichkeiten, aber zugleich gilt, daß es gleich-gültig ist, was gewählt wird. "Hier stehe ich und kann nicht anders!" rief Luther einst- der Postmoderne riefe aus: "Hier stehe ich, ich könnte aber auch ganz woanders stehen und letztlich ist es gleich-gültig, wo ich stehe! Diese gleichgültige Beliebigkeit macht die "unerträgliche Leichtigkeit" unsereres heutigen Lebens aus. 
Die "Zufälligkeit" bestimmt scheinbar das Leben der Protagonisten dieses Romanes: Die Liebesbeziehung zwischen Thomas und Teressa ist das Ergebnis einer Reihe von Zufälligkeiten (S.37), ja Thomas stellt fest: "daß in der Liebesgeschichte seines Lebens nicht ein: >Es muß sein!< erklang, sondern ein >Es könnte auch anders sein!< Das gibt allem eine Leichtigkeit, da wird die Liebe erlebt ohne ein Gefühl des Füreinanderbestimmtseins, ohne eine innere Notwendigkeit, aber gerade das macht sie auch so bedrückend leicht. Triviale Liebesromane betiteln sich dagegen gern als Schicksalsromane, sodaß der Liebesgeschichte schwer wird, sie bekommt Gewicht. Hier können Menschen ihrer Bestimmung gerecht werden oder sie verfehlen, aber ohne eine Bestimmung, eine Berufung, wie sollte da noch von einem Scheitern oder einem dem Schicksal Gerechtwerden die Rede sein? Das Leben wird quasi zu leicht! Ist das eines der Kennzeichen unserer postmodernen Existenz? 

Zusatz:
  • Das Schicksal mischt die Karten, und wir spielen.
    Arthur Schopenhauer
         

Dienstag, 28. November 2017

Der Tod einer Kirche

Was von einer gotischen Kirche übrig blieb: "Im Inneren sind von der gotischen Bauweise nur noch die hohen,weißen Mauern, die Säulen, das Gewölbe und die Fenster übriggeblieben. An den Mauern hängt kein Bild, nirgends steht eine Statue. Die Kirche ist ausgeräumt wie eine Turnhalle. Nur in der Mitte sieht man Stuhlreien, die in einem großen Viereck um ein Podium gestellt sind, auf dem ein kleiner Tisch für den Prediger steht. Hinter den Stühlen befinden sich Holzkabinen, die Logen der wohlhabenden Bürgerfamilien." 
So beschreibt Milan Kundera in seinem Roman: "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins", eine gotische Kirche in Amsterdamm, die von Reformierten Hollands modernisiert worden ist. "Vor Jahrhunderten verwandelte der calvinistische Glaube die Kirche in eine einfache Halle, die keine andere Funktion mehr hatte, als das Gebet der Gläubigen vor Schnee und Regen zu schützen." (Kundera; Die unerträgiche Leichigkeit des Seins, Fischer TB 1987, S.105) 
Von wie vielen katholischen Kirchen muß das so auch gesagt werden, als sie der Moderniesierungseuphorie nach dem 2. Vaticanum zum Opfer fielen!Es sei hier auf: Hans Jürgen Syberberg:"Vom Unglück und Glück der Kunst in Deutschland nach dem letzten Kriege" verwiesen als Rekonstruktion der künstlerischen Lust am Häßlichen. 
Kundera läßt diesen kirchenzerstörerischen Vandalismus so kommentieren in seinem Roman: "Die Armen mußten stehen, und die Reichen hatten Logen. Aber es gab etwas, das den Bankier mit dem armen Schlucker verband: der Haß auf die Schönheit". (S.106) 
Die Schönheit der Kirche hatte immer zwei Ausrichtungen: durch das Schöne Gott die Ehre zu geben und durch die Schönheit Menschen zu Gott zu ziehen. Wie konnte dann aber alles Schöne aus der Kirche verbannt werden, wie es der strenge Calvinismus praktizierte und der nachkonziliare Katholizismus dann nachäffte? 
Es ist zu befürchten, daß Kundera hier den wahren Motivationsgrund solcher Kirchendestruktionen erfaßt hat: "der Haß auf die Schönheit". Das Schöne wird reprobiert, weil und nur weil es schön ist.
Vielleicht, weil diese kirchliche Schönheit uns Menschen vor Augen führt, daß wir nicht selbst das Maximum an Schönheit sind, daß das Schöne als Partizipation am Himmlischen in seiner Schönheit uns andemonstriert, unübersehbar, wie fern wir selbst vom Schönen sind. Vollkommene Schönheit erlaubt es dem Menschen eben nicht mehr, sich als den Mittelpunkt von Allem zu verstehen. 
Denn allem wahren Schönen ruht immer auch ein Moment des Erhabenen inne, das den Menschen klein macht, ihm so seinen Platz in der hierarichen Ordnung des Seienden einordnet,die ihren Grund in der Schönheit Gottes hat .  Wo aber der Mensch anfängt, an sich selbst zu glauben,da darf es eben nichts Schönes mehr geben, das ihm seinen Mangel an Schönheit  vorführt.     

Montag, 27. November 2017

Das Laien ZK : Wir sind papstreu!

Bonn (kath.net) „#ZdKVV #Sternberg: "Das ZdK ist nicht links und nicht rechts, sondern es repräsentiert den deutschen #Katholizismus in seinen vielen Ausprägungen und hat sich nie – was für eine alberne Vorstellung – gegen unsere Kirche gestellt!" #Papsttreue“. Mit diesem Tweet meldete sich am vergangenen Freitag das ZdK zu Wort. Das umstrittene „Zentralkomitee der Deutschen Katholiken“ (ZdK) verkauft sich jetzt offiziell als "papsttreu". 
Geneigter Leser, das ist wirklich keine Meldung eines Satiremagazines, auch kein verfrühter Aprilscherz sondern so zu lesen auf Kath net am 27.11. 2017. Das Laien-ZK lernen wir doch so von einer ganz neuen Seite kennen, als eine Organisation, die über sich selbst lachen kann. Unvorstellbar ist es doch, daß irgendwer diese Selbstdarstellung des ZKs für bare Münze hält, denn dafür ist doch die Generallinie dieser Vereinigung zu eindeutig linksliberal unter Ausschluß aller conservativen oder gar traditionalistischen Strömungen in der Kirche. Durch "Papstreue" hat sich dies ZK wenigstens noch nie ausgezeichnet- ja, mit der antikatholischen Rotte Korach Vereinigung: "Wir sind Kirche" verbindet dies ZK doch mehr als mit der Katholischen Trias von Schrift, Tradition und Lehramt! Warum nun dieser Scherz? 
Dafür gibt es nur eine Erklärung: Papst Franzskus ist zu dem Hoffnungsträger aller antikatholischen Kräfte in und außerhalb der Kirche geworden, daß er sie durch seine Reformen in eine verbeulte Kirche verwandle und ihr so viel Schaden wie möglich zufüge. Voltaires größter Wunsch: Vernichtet die Infame, die Katholische Kirche könnte nun doch noch sich erfüllen, indem man nun die Fassade der Kirche stehen läßt, um sie zu entkernen, sie ihrer katholischen Substanz zu berauben.
Für Insider heißt dann diese Scherzbotschaft: Mit Papst Franziskus wollen wir den Kampf gegen Schrift, Tradition und Lehramt aufnehmen, aufdaß die Katholische Kirche vollständig protestantsiert wird. Und das nennt das ZK: "Papstreue"!  
Humorlos ist das aber nicht! Vielleicht gar ein Schuß Selbsironie?      

Sonntag, 26. November 2017

Humanitarismus und/oder christliche Religion

"Er wird die Schafe zu seiner Rechten versammeln, die Böcke aber zur Linken. Dann wird der König denen auf der rechten Seite sagen: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Erde für euch bestimmt ist.
Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank, und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen.
Dann werden ihm die Gerechten antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben, oder durstig und dir zu trinken gegeben?
Und wann haben wir dich fremd und obdachlos gesehen und aufgenommen, oder nackt und dir Kleidung gegeben? Und wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen?
Darauf wird der König ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan."

Wir sind in der glücklichen Lage, daß wenn Christus uns im göttlichen Endgericht examinieren wird-
bestehen oder nicht bestehen?- wir die Fragen des Prüflings schon im Voraus zu wissen. Welchen Prüfling würde, vor einer sehr wichtigen Prüfung stehend das nicht mit Freude und Zuversicht erfüllen? Damit stehen wir nun schon vor der ersten Aporie dieser jesuaischen Verkündigung seines endzeitlichen Gerichtes. Die Schafe werden Christus fragen, wann haben wir dich nackt, hungrig etc gesehen? Aber seit dem Augenblick, da Jesus Christus uns sein Endgericht offenbart  und er uns seine Examensfragen kundgetan hat, ist diese Frage sinnlos geworden, denn wir wissen nun, wann wir Christus so gesehen haben. So kann es nun nicht mehr Christen geben, die sich richtig verhalten zu Hungernden, Nackten etc, ohne daß sie wüßten, daß sie so Jesus Christus selbst zu essen und zu trinken geben.
Diese Offenbarung des göttlichen Endgerichtes verunmöglicht so, daß das, was hier Jesus selbst verkündet,je wahr werden kann. Oder wir müßten präsumieren, daß es Christen gibt, die in Unkenntnis dieser Offenbarung so gehandelt haben.
Damit wird es aber noch komplizierter: Sollte etwa gemeint sein daß es im Endgericht Nichtchristen gegeben haben wird, die Armen so geholfen haben und daß sie so in das Reich Gottes eingehen werden und daß es andere Nichtchristen geben wird, die dann, weil sie Armen nicht geholfen haben, nicht in das Reich Gottes eingehen werden? In diesen beiden Fällen können ja Christen nicht gemeint sein, denn sie wissen ja in Folge dieser Gerichtsbelehrung durch Jesus Christus, was es bedeutet,Armen zu helfen: Was ihr Armen Gutes tuet, das tuet ihr Chrstus selbst. 
Wäre das nicht die völlige Humanisierung de christlichen Religion, denn nun käme es im göttlichen Endgericht nur noch darauf an, wie ich mich zu den Armen verhalten habe, ob ich in das Reich Gottes oder in die Hölle komme. Die christliche Religion bestünde so nur im praktizierten Humanitarismus (vgl Arnold Gehlen, Moral und Hypermoral), der Glaube wäre völlig überflüssig, ja jede Art von Beziehung zu Gott und somit die Religion ! 
Nur, legten wir das so aus, könnte ein Christ weder Schaf noch Bock sein, weil er ja nun ob der Offenbarung und Belehrung Jesu weiß, welche Bedeutung die Armen für das Seelenheil haben! Dann würde der Adressat dieser Rede zwar die Kirche, aber sie würde hier nur über die Heilsmöglichkeit der Nichtchristen informiert.  Das ist nun schwerlich vorstellbar.
Bleiben wir bei der Vorstellung des Examens. Der Prüfling weiß in der Regel nicht, was er in der Prüfung gefragt wird. Durch diese jesuanische Gerichtsbelehrung verändert sich die Lage der zu Prüfenden, denn jetzt wissen sie die Examensfragen. Der Prüfer verkündet sie uns im Voraus, damit wir so die Möglichkeit bekommen, optimal vorbereitet in das göttliche Endgericht einzutreten. Also sind doch wir Christen die Adressaten mit der Aufforderung: Lebt wie die Schafe und nicht wie die Böcke in Hinsicht auf das göttliche Endgericht. Dabei habt ihr den Vorteil, im Gegensatz zu dem in dieser Erzählung Gerichteteten, daß ihr im Voraus die Prüfungsfragen kennt. Präpariert euch also dem gemäß.
Wer sind nun aber die Armen? Jeder, der arm ist, und auch jeder, der in einem Gefängnis sitzt? Denken wir uns einen Drogenhändler oder Mörder, zu langjähriger Gefängnisstrafe verurteilt, den nun ein Christ besucht. Warum sollte Gott urteilen: Was ihr diesem Schwerverbrecher getan habt, das habt ihr Jesus Christus getan? Hat Jesus Christus etwas gemein mit Schwerverbrechern? Oder ist Jesus in die Welt gekommen, um Hunger und Durst zu beseitigen? War das Ziel von Jesu Kommen die Errichtung einer sozial gerechten Welt, wobei er mit diesem Programm zu seinen Lebzeiten anfing, es aber nicht ganz realisieren konnte, sodaß er die Vollendung dieses Sozialprogrammes der Kirche auftrug? Soll uns diese Gerichtspredigt Jesu Christi eigentlich nur sagen, daß die einzige Aufgabe der Kirche und des einzelnen Christen die Diakonie ist mit dem Ziel einer Welt, in der alle Menschen genug an den für das Leben, ein gutes Leben gar notwendigen Gütern haben? 
Nur, hatte dies Sozialprogramm der Teufel Jesus Christus nicht schon in der Versuchung angeboten: Gebe allen Menschen an Nahrung, was sie brauchen und die Menschheit wird dich, Jesus zu ihren König  inthronisieren. Damit setzt dieser Menschenkenner voraus, daß dem Menschen seine Magenbedürfnisse das ihm wichtigste sind und daß darum Jesus sich auf diese Realbedürfnisse der Menschen zu kümmern habe, wolle er von ihnen wirklich als ihr Messias anerkannt werden. 
(Dostojeweskis Verdienst ist es ja gerade, die wirkliche Bedeutung dieser satanischen Versuchung begriffen zu haben. Dostojweski, Der Großinquisitor.)
Lesen wir aber genauer:  
"Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan."  Wer sind nun die Brüder Jesu Christi? Es sind seine Schüler, die Christen! Nie bezeichnet Jesus alle Menschen als seine Brüder, sondern immer nur die Christgläubigen. Auch die Juden, sofern sie nicht an Jesus Christus glauben, sind ihm keine Brüder. Wenn Jesus also von ihm Gefängnis Sitzenden spricht, hat er Christgläubige vor Augen, die um ihres Glaubens willen inhaftiert wurden. Die Armen, das sind die Armen in den Gemeinden, aber auch wohl die christlichen Wanderprediger, die auf die Unterstützung durch die christlichen Gemeinden angewiesen waren, wenn sie nicht wie der Apostelfürst Paulus ihren Lebensunterhalt selbst sich verdienten. 
Also, nicht ein Armenfürsorgeprogramm zur Weltbeglückung stand Jesus Christus vor Augen, als er diese Gerichtsbelehrung  vortrug, sondern eine Konkretion für das christliche Gemeindeleben: In der Kirche hat es eine besondere Fürsorge für die Armen der Gemeinde zu geben und für die um ihres Glaubens willen Eingekerkerten. 
Das heißt für das göttliche Endgericht, daß eben nicht das Bekenntnis, Jesus ist der Herr!" allein genügt, um in das Reich Gottes einzugehen, sondern es bedarf des in Liebeswerken tätigen Glauben. Jesu Gerichtspredigt lehrt so das, was gerade das besondere Anliegen des von Luther so geschmähten Jakobusbriefes ist! Man darf so dieser Gerichtsbelehrung Jesu als eine Konkretisierung der Aussage des Apostelfürsten Paulus verstehen:"Denn so du mit deinem Munde bekennst Jesum, daß er der HERR sei, und glaubst in deinem Herzen, daß ihn Gott von den Toten auferweckt hat, so wirst du selig." (Röm 10,9) Bekennen meint so ein Tuen mit dem Munde und mit der Hand. Nicht ist so die Intention, die christliche Existenz auf eine sozialdiakonische Praxis  zu  reduzieren, sondern klar zu stellen, daß unser göttlicher Richter uns examinieren wird,ob wir einen in guten Werken tätigen Glauben gelebt haben, wobei Christus selbst hier an Liebeswerke an den Mitchristen denkt und gar nicht humanitaristisch an alle Menschen der Welt. 
Es ist anzunehmen, daß die Kirche erst in der Konstantinischen Epoche als Staatsreligion die allgemeine Armenfürsorge als ihre Aufgabe annahm in ihrer Cooperation mit dem Staate! Das war sicher ein richtiger Schritt, auch wenn die Kirche damit das ursprüngliche Anliegen dieser Gerichtbelehrung Jesu ausdehnt auf eine allgemeine Menschenliebe. Zu fragen ist aber, ob das noch das Anliegen der Kirche zu sein hat nach dem Ende der Konstantinischen Epoche, in der nun die Staaten die Sozialpolitik als ihre ureigenste Aufgabe ansehen!  (Vgl hierzu auch vortrefflich: Jürgen Elsässer, Nationalstaat und Globalisierung,2009) 

1. Zusatz:
Der späte Dietrich Bonhoeffer mit seiner Rede vom religionslosen Christentum, aber noch mehr die Befreiungstheologie neigten zu so so einer Transformation der christlichen Religion in einen Humanitarismus. Aber jetzt scheint das der vorherrschende Trend in der Katholischen Kirche geworden zu sein, anhebend mit  dem 2.Vaticanum! 

2. Zusatz:
Jesu Christi Verkündigung hatte ihr Zentrum in der Frage: Wie muß ein Mensch leben, damit er wohnen darf im Zelte Gottes (Psalm ), bzw. im nahe gekommenden Reich Gottes. Er verkündete kein Programm zur humanen Weltumgestaltung.Erst der Humanitarismus deutet Jesu Verkündigung so um, exemplarisch in:"Gaudium et spes" des 2.Vaticanums.